Wie die „neue“ Therme genau aussehen wird, steht noch nicht fest. Ende 2025 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Foto: Kugel

Sanierung und Umbau der Siebentäler Therme in Bad Herrenalb: Die mit Spannung erwartete Kostenschätzung der Vorplanung liegt jetzt vor. Die Geschäftsführerin der Stadtwerke präsentierte dem Gemeinderat die Ergebnisse.

Bis Ende 2025 soll die Siebentäler Therme wieder öffnen. Und zwar nach Umbau und Sanierung. Die Fachleute seien guter Dinge, dass dies zeitlich so klappt. Das sagte Karina Herrmann, Geschäftsführerin der Stadtwerke Bad Herrenalb GmbH, in der Bad Herrenalber Gemeinderatssitzung am Mittwochabend. Eventuell könne zum Beispiel der Saunabereich früher in Betrieb gehen. Geplant sei, die Freizeiteinrichtung ein Jahr lang (wohl Mitte 2024 bis Mitte 2025) zu schließen. Wobei hier Personalkosten anfallen würden, denen keine Erlöse gegenüberstünden.

Eigentlich hätte ein Vertreter des Generalplaners (4a Architekten Stuttgart GmbH) anwesend sein sollen. Doch, so Herrmann, habe es eine Termin-Kollision gegeben. Deshalb stellte sie nun den aktuellen Vorentwurf vor.

Zustand

Jedes Gewerk, alles sei genau unter die Lupe genommen worden. Beim Saunaußenbereich gebe es Erweiterungspotenzial. Müsse man doch normalerweise alle fünf bis sieben Jahren Gästen etwas Neues präsentieren.

Die „harte Planung“ stehe noch nicht. Es gebe aber Verschiebungen wegen der neuen Technik. Das Innenbecken werde vom Außenbecken getrennt. So seien auch unterschiedliche Wassertemperaturen möglich. Umkleidekabinen, Sanitärbereich und Foyer würden sich ändern. Sei doch ein Gastronomiebereich geplant.

Herrmann erwähnte auch eine Dampf- und eine Panoramasauna. Im oberen Teil der Therme werde nicht viel passieren. Sie zeigte 3D-Bilder, wie die Therme künftig aussehen könnte. Bei der Gastronomie gebe es Plätze von außen sowie von der Badseite.

Die ganze Substanz der Freizeiteinrichtung sei auf Herz und Nieren geprüft worden. Die Therme sei freilich in die Jahre gekommen, doch sie befinde sich in einem besseren Zustand als angenommen, so Herrmann. Das einzige schlechte Ergebnis: Das Außenbecken müsse abgerissen werden. Statt einer Sanierung sei hier ein Neubau erforderlich.

Kosten

Der Gemeinderat sprach sich im Juni 2021 mehrheitlich dafür aus, dass die Therme für 13,4 Millionen Euro auf Vordermann gebracht wird. Seitdem wurde darüber spekuliert, ob dieser Betrag ausreicht und wie hoch die Kosten letztendlich werden.

Wie die Stadtwerke-Geschäftsführerin nun informierte, kommen laut Generalplaner auf Grundlage der Vorplanung Gesamtkosten netto in Höhe von knapp 14,393 Millionen Euro (brutto rund 17,127 Millionen Euro) zusammen. Zieht man die knapp fünf Millionen Euro Zuschüsse des Landes ab, ergibt sich ein Betrag in Höhe von 9 395 413 Euro. Man geht nach Öffnung der „neuen“ Therme von einem Betriebsertrag in der Größenordnung von 2,765 Millionen Euro aus. Der Betriebsaufwand wird mit 2,835 Millionen Euro angegeben und der sonstige Aufwand mit 410 000 Euro. Das ergibt ein Spartenergebnis von 480 000 Euro. Zugrunde liegen hier Preise, die derzeit gelten. Ausgegangen wird von 100 000 Badegästen (15 Euro Eintritt) und 45 000 Besuchern des Spa-Bereichs (26 Euro Eintritt). Bei der Eröffnung würden die Preise sicherlich höher sein.

Disput

Bürgermeister Klaus Hoffmann meinte, man sei auf einem ganz guten Weg. Es handle sich um eine konservative Darstellung der Zahlen. Ein Minus von 480 000 Euro sei wesentlich besser als das heutige Defizit. Die Therme werde, wie gewünscht, schöner, attraktiver – und das Ergebnis besser.

Als Rüdiger König (UBV) nach Detailkosten fragte, meinte Herrmann: Bei den Gewerken sollte nicht jeder Stein umgedreht werden. Im Übrigen würden die Zahlen nicht beschönigt. Bürgermeister Hoffmann zitierte Otto von Habsburg in Richtung König: Die Deutschen seien Opfer ihres eigenen Pessimismus.

Es seien mehrfach Beschlüsse gefasst worden, immer wieder würde dagegen geschossen, meinte der Bürgermeister. So könne es nicht weitergehen. König sagte, er verstehe die Aufregung nicht ganz. Würden nähere Angaben verlangt, reagiere man echauffiert. Immerhin gehöre die Therme zu 100 Prozent der Stadt Bad Herrenalb. Der Rathauschef appellierte daran,die Verwaltung ihre Verwaltungsarbeit machen zu lassen. König solle die Rolle des Gemeinderats überdenken. Als dieser sich weiter äußern wollte, meinte der Bürgermeister energisch, er erteile ihm nicht das Wort.

Beschlossen wurde am Mittwoch übrigens nichts, es handelte sich um einen Zwischenstand.