Kultusministerin Theresa Schopper stellt sich in Mönchweiler Fragen von Besuchern. Foto: Stephan Hübner

Den Fragen von pädagogischen Kräften und interessierten Bürgern stellte sich im Bürgerzentrum in Mönchweiler Theresa Schopper, Kultusministerin von Baden-Württemberg.

Bürgermeister Rudolf Fluck kritisierte bei der Begrüßung „Kannibalismus unter Städten“ aufgrund von Nachbargemeinden geforderter Kostenbeteiligungen an Schulsanierungen. Hier hofft Schopper auf Besserung durch die Erhöhung der Beiträge für externe Schüler. Ob man für Altfälle eine Lösung finde, müsse man schauen.

 

Ein großes Thema nannte Fluck auch Ganztagsschule. Mit dem Rechtsanspruch sei man auf einem guten Weg, so Schopper, habe vom Land 861 Millionen Euro zusätzlich zu den 360 Millionen des Bundes für bauliche Maßnahmen akquiriert.

Chancengerechtigkeit für Kinder

Ganztagsschule bedeute ein stückweit Chancengerechtigkeit für Kinder, die von Zuhause nicht so viel mitbekämen. Dabei seien Gemeinschaftsschulen eine Erfolgsstory. Allerdings sei es kein Selbstläufer, dass gute Schüler schlechte mitziehen.

Viel deutlicher gehen müsse man in frühkindliche Bildung, habe Juniorklassen vorgeschaltet. Wichtige Themen seien Informatik, Medienbildung und berufliche Orientierung. So gut ausgestattet wie der Digitalpakt 1 werde die zweite Auflage aber nicht werden. Eigentlich bräuchte es digitale Hausmeister, die Support leisten.

Lehrkräfte eher auf Kante genäht

Bezüglich Schulsozialarbeit erklärte Schopper, dass die zum Teil vom Landessozialministerium bezahlt wird. Karl Josef Birbaum mahnte, dass die Anzahl der Lehrkräfte auch an Gemeinschaftsschulen eher auf Kante genäht sei, es immer mehr Schüler mit Problemen gebe. Klassensätze werde man beibehalten müssen, so Schopper.

Susanne Grünwald, Leiterin der Gemeinschaftsschule, mahnte bessere Bezahlung von Lehrkräften an. Die 180 Millionen Euro zur Höherstufung von A12 auf A13 habe man im Moment nicht, so Schopper. Priorität habe für sie die Beseitigung von Ungleichbehandlung. Bezüglich der Anzahl zur Verfügung stehender Lehrkräfte erklärte sie, dass Gymnasiallehrer ab 2026 nur noch eine Chance hätten, wenn sie an kleinere Schulen oder andere Schularten in Mangelregionen gingen.

Ein halbes Jahr keinen Englischunterricht

Susanne Seyfried vom Landeselternbeirat nannte die Situation „dramatisch“, berichtete von Schülern, die ein halbes Jahr keinen Englischunterricht haben und forderte schnelle Lösungen.

Stephanie Schick, Leiterin der Goldenbühlschule in Villingen-Schwenningen, sprach angesichts bürokratischer Hürden beim Abrufen von Geldern von einer „Politik der Enttäuschung“. Bürokratie sei gerade bei Bundesgeldern ein großer Punkt, gab Schopper zu.

Konzentration geht zunehmend verloren

Wolfgang Kaiser, Landesschatzmeister der Grünen, bemängelte, dass angesichts Handynutzung und Chatgruppen die Fähigkeit zu Konzentration zunehmend verloren geht.

Hier werde man nur eine Änderung bewirken, wenn man Eltern zeige, was diese tun können, so Schopper. Erziehungspartnerschaft müsse man neu definieren. Auch stelle sich die Frage, ab wann Kinder Mediennutzung wirklich bräuchten, brachte ein Handyverbot an Schulen ins Gespräch.