Da der Rangendinger Friedhof platztechnisch an seine Grenzen stößt, schlägt das zuständige Planungsbüro unter anderem mehr Urnengräber vor. Foto: Beate Marschal

Bei der Gemeinderatssitzung am Montag stand auch der Rangendinger Friedhof auf der Tagesordnung: Das beauftragte Landschaftsarchitektur-Büro stellte seinen ersten Konzeptionsentwurf vor und ging auf mögliche Neugestaltungsmöglichkeiten ein.

„Sie haben einen tollen Friedhof“, erklärte Anemone Welsner vom Nürtinger Landschaftsarchitektur-Büro Welsner+Welsner den Räten im Gemeindehaus direkt zu Beginn ihres Vortrags – doch mit dem Ausbau sei Schluss. Denn zwar gebe es einen schönen Ausblick, aber man könne den Friedhof nicht weiter vergrößern: Entsprechend sei die Fläche auf dem Gelände begrenzt und man müsse sie effizient nutzen.

 

Beleuchtung und Stufen als Sicherheitsproblem

Dazu hatte sie einige Verbesserungsvorschläge mitgebracht: So gebe es etwa einen langen geraden Weg, der vom Platz mit den Mülltonnen ausgeht – das sei kein schöner Schlusspunkt für eine Blickachse. Eine Lösungsmöglichkeit: Bei den Müllcontainern als Blickschutz mehr Bäume pflanzen – die Anfänge einer Baumreihe gebe es dort schon.

Generell enthält von der Landschaftsarchitektin vorgestellte Konzeptionsentwurf sehr viel Grün: Gerade an den Wegen sind darauf viele neue Bäume als Raumteiler zu sehen – sowie zur Dekoration entlang der Halle und der Eingänge. Zudem empfahl sie Heckenreihen, die die Grabfelder stärker separieren und zudem auch an den Wegen als Orientierungshilfe dienen würden.

Auf dem aktuellen Konzeptionsentwurf sind deutlich mehr Bäume zu sehen. Foto: Gemeinde Rangendingen

Stichwort Wege: Zwar seien viele bereits barrierefrei, aber mehrere auch nicht – etwa weil es Treppen gibt. Ebenfalls ein Problem sind laut Welsner wackelige Beläge und die mangelhafte Verbindung zwischen den Grabfeldern.

Ein Sicherheitsproblem seien zudem Stufenabbrüche an den Treppen: „Jeder ist dort wohl schon einmal gestolpert“. Ein weiterer Risikofaktor: Im ganzen Friedhof gibt es nur drei Pollerleuchten – die einzigen anderen Lichtquellen sind Straßenlaternen außerhalb des Geländes. Laut der Landschaftsarchitektin sei es entsprechend nicht besonders sicher, nachts auf dem Friedhof unterwegs zu sein – auch wegen der Bodenbeläge. Deshalb seien niedrige Mastleuchten an den Hauptwegen sinnvoll.

Steigende Nachfrage nach pflegearmen Gräbern

Ein weiterer Verbesserungsvorschlag: breitere Wege etwa für Rollatoren. Auch sind viele zusätzliche Bänke auf dem Entwurf eingezeichnet – derzeit gibt es nur vier auf dem Friedhofsgelände. Ideen für die Infrastruktur inkludierten zudem eine behindertengerechte Toilette rechts der Halle sowie die Erhöhung auf drei Müllsammelstellen.

Auch auf das Thema Gräber ging Welsner ein: So gebe es derzeit 77 Prozent Möglichkeiten für Erdgräber, aber nur 23 Prozent für Urnengräber. Dabei liege die Nachfrage derzeit bei 55 Prozent für Urnen und nur 45 Prozent beim klassischen Erdgrab. Da gerade pflegearme Gräber immer stärker gefragt seien, involvierten ihre Vorschläge entsprechend etwa das Aufstellen von Urnenwänden, ebenso das Anbieten von Urnenbestattungen in Baumfeldern und Gemeinschaftsgräbern. Letztere seien nicht so gruselig wie es klingen würde, so Welsner: Bei diesen würde es sich auch um eine Bestattung auf einer bepflanzten Fläche handeln, auf der man auch Namensschilder anbringen könnte. Eine Urnenwand verglich die Architektin mit einem Mehrfamilienhaus und betonte, dass es für diese keine Grabpflege brauche.

Laut Bürgermeister Manfred Haug wird man in einer zukünftigen Sitzung einen neuen Planungsentwurf für den Friedhofs verabschieden. Mit den von Welsner vorgestellten Informationen habe man aber bereits einen tollen Einstieg.