Straßenlaternen, die nur brennen, wenn sie gebraucht werden. Großraumbüros, deren Beleuchtung die Belegung der Arbeitsplätze erkennt. Ein Pionier auf dem Gebiet der Lichtsteuerung ist die Theben AG – auch dank ihres neuen „sensLAB“.
Bewegungsmelder am Haus, die einschalten sobald sich etwas regt oder auch Lichtdimmung mittels Schalter: es gibt schon jetzt viele Möglichkeiten der intelligenten Lichtsteuerung. Ihr Potenzial ist aber längst nicht ausgeschöpft. Schließlich benötigt die Erzeugung von Licht Strom. Und ist es aus Energieeinspargründen nicht besser, Licht nur dann zu nutzen, wenn man es wirklich braucht?
An solchen zukunftsweisenden Themen arbeitet das Haigerlocher Unternehmen Theben AG. Zur smarten Steuerung einer Beleuchtung bedarf es jedoch präziser Sensoren. Sie sind der entscheidende Faktor dafür, dass Licht optimal gesteuert werden kann.
Messverfahren entwickelt
Doch jeder Sensor ist anders. Aus diesem Grund gründeten 2014 verschiedene Markenhersteller, zu denen auch Theben gehört, den Verein sensNORM. In dem Verein wurde über Jahre hinweg ein standardisiertes Verfahren erarbeitet, um Lichtsteuerungssensoren normiert, automatisiert und qualitativ vermessen zu können.
Um Sensoren selbst vermessen und weiterentwickeln zu können und nicht ausschließlich auf ein Messlabor in der Schweiz angewiesen zu sein, fiel bei der Haigerlocher Firma mit ihrer 102-jährigen Geschichte, im Dezember 2021 die Entscheidung, ein eigenes Messlabor aufzubauen: das „sensLAB“.
Projektstart im Sommer 2022
Gestartet wurde das Projekt im Sommer 2022 im Gebäudekomplex auf dem Schlossfeld oberhalb des Haigerlocher Schlosses. Fertig gestellt wurde das Labor dieses Jahr im Februar. Hier testet Theben eigene Produktentwicklungen aus der Gruppe der Passiv-Infrarot-Melder (PIR).
„Kürzere Entwicklungszeiten und eine zügige Rückmeldung selbst auf kleine Veränderungen im Produkt waren ausschlaggebend für den Bau des eigenen Messlabors“, erklärt Robertino Saupp, Head of Business Unit Detection and Lighting bei Theben, diese Entscheidung.
Ein High-Tech-Labor
Zusammen mit Theben-Führungstrio Paul Sebastian Schwenk (Vorstandsvorsitzender), Michael Matthesius (Vorstand Technik) und Thomas Sell (Vorstand Vertrieb) sowie Stephanie van der Velden (Unternehmenskommunikation) stellte er das neue „sensLAB“ am Montagnachmittag Vertretern der Fachpresse aus ganz Deutschland vor.
Für den Laien sieht das Labor auf den ersten Blick recht unscheinbar aus, doch es verbirgt sich eine Menge HighTech dahinter. Seine Ausstattung ermöglicht es, zu messen, wie PIR-Sensoren reagieren, wenn sich Menschen bewegen oder sitzende Tätigkeiten ausführen.
In den Messreihen werden allerdings lebendige Personen durch drei verschieden große Dummies ersetzt. Der größte entspricht einem 75 Kilo schweren und 1,75 Meter großen Menschen. Der allerkleinste kann sogar mit einem Arm winken und sich um 90 Grad drehen.
Sensorgesteuerte Beleuchtung spart viel Strom
Auch die Umgebungsbedingungen wie zum Beispiel die klimatischen Verhältnisse können präzise simuliert werden. Neben der definierten Umgebungstemperatur wird auch die Körperwärme simuliert – in den Dummies stecken nämlich kleine Heizungen.
Dass eine intelligente Lichtsteuerung mittels technisch ausgereifter Sensoren ein enormes Sparpotenzial in sich birgt, darauf wies Albert Studerus von der Schweizer Lichtgesellschaft (SLG) nach der Laborbesichtigung in einem Vortrag hin. „Mit der richtigen Beleuchtung und Sensorik lässt sich viel Strom sparen. 50 Prozent der Lichtenergie ist nämlich verschwendet.“
Paul Sebastian Schwenk ist ebenso überzeugt, dass die Energiewende in Deutschland gelingen kann – mit Hilfe smarter technischen Lösungen wie sie Theben anbietet.
Firma Theben im Kurzportrait
Mit intelligentenLösungen
zur energieeffizienten Zeit-, Licht- und Klimasteuerung verfolgt die Theben AG das Konzept der „Human Center Automation“.
750 Mitarbeiter
beschäftigt das 1921 gegründete Familienunternehmen, davon 650 in Deutschland.
15 Tochterunternehmen
weltweit vereint die Theben Gruppe unter ihrem Dach.
Zehn Prozent
des Umsatzes werden für Forschung und Entwicklung ausgegeben.
64 Prozent
beträgt nach Firmenangaben die Exportquote.