Texte, Requisiten, Bühnenbild: Im Proben-Endspurt geht es um die Details. Foto: Anja Bertsch

Swingender Sound, ein stockdunkler Saal, und die Ansage „Noch mal Licht für Poirot!“: Am Donnerstag ist Premiere für das Zwölftklass-Spiel an der Schopfheimer Waldorfschule.

Mit dem „Mord im Orient Express“ von Agathe Christie haben sich die Schüler einen echten Klassiker ausgesucht. Ursprünglich als Buch in die Welt gekommen, dürften viele die Geschichte um Meisterdetektiv Hercule Poirot vor allem durch eine der zahlreichen Verfilmungen kennen.

 

Für die Aufführung an der Waldorfschule indes hat Theaterpädagogin Lili Klein sich doch noch einmal das Original vorgeknöpft, zum Beispiel, um der reduzierten Bühnenbearbeitung doch wieder die ein oder andere Rolle mehr beizugeben, und den ein oder anderen Widerspruch zu glätten.

Ein gutes Dutzend Rollen gibt es nun, und zu viele davon in etwa gleich groß – perfekt für ein gemeinschaftliches Projekt wie das an Waldorfschulen obligatorische „Zwölftklass-Spiel“, findet Theaterpädagogin Klein, die diesen Bereich an der Schopfheimer Waldorf unter ihren Fittichen hat.

Nostalgie und Humor

Das Stück selbst bringt eine ordentliches Portion Nostalgie und Augenzwinkern auf die Bühne – und trotzdem ist es natürlich, was es ist: Ein Krimi – „und zum Teil schon ein bisschen blutrünstig“, sagt Klein und schmunzelt: „Dass bald Halloween ist, macht es uns bei den Requisiten einfach.“

Die Entscheidung für das Stück und für ihre jeweilige Rolle – die meisten sind doppelt besetzt – haben die Schüler Ende des vergangenen Schuljahrs gefällt. Seit vier Wochen nun – eigentlich also das komplette bisherige Schuljahr – sind die intensiven Proben im Gange, an jedem einzelnen Tag. Eine intensive Zeit, in der für regulären Unterricht kaum Raum bleibt, und in der sich die Klasse noch mehr als sonst buchstäblich aufeinander einspielen muss.

Facettenreiches Projekt

Neben den Rollen selbst ist dabei auch das komplette „Drumherum“ in der Verantwortung der Schüler, wenngleich mit tatkräftiger Unterstützung aus der übrigen Schulgemeinschaft: Die Technik etwa, und vor allem das Spiel mit Licht und Sound, das bei dieser Inszenierung durchaus anspruchsvoll ist. Das raffinierte Bühnenbild, das der Geschichte Raum gibt, sich auf zwei Ebenen zu entfalten. Oder die selbstkreierten Plakate, mit denen seit einigen Wochen auch jenseits der Schulmauern für die Vorführungen getrommelt wird.

Nach all dem Vorbereiten und Proben ist im Moment absoluter Endspurt angesagt: Am Donnerstag und Freitag sind die Vorstellungen – morgens für die Schülergemeinschaft, abends dann für die Öffentlichkeit.

„Mord im Orientexpress“ – ein Theaterstück der 12. Klasse, Donnerstag und Freitag, 23. und 24. Oktober, jeweils 19.30 Uhr in Festsaal der Freien Waldorfschule Schopfheim. Der Eintritt ist frei.

Info

„Mord im Orientexpress“
– ein Theaterstück der 12. Klasse, Donnerstag und Freitag, 23. und 24. Oktober, jeweils 19.30 Uhr in Festsaal der Freien Waldorfschule Schopfheim. Der Eintritt ist frei.