Die beiden Putzfrauen aus dem letztjährigen "Gretchen" sind schon mal bereit fürs Online-Abstauben. Foto: Bernd Eidenmüller

Kurz "Abstauben" nennt Otto Gaiser von der Neuen Studiobühne in Baiersbronn den Auftakt zu einem neuen Projekt. Gaiser will – ähnlich wie die Narren zu Beginn der Fasnet – den Staub aus den Klamotten und Kostümen eines knappen Jahres gänzlich ohne Theater und ohne Proben schütteln.

Baiersbronn - Bekanntlich stehen die Akteure der Baiersbronner Studiobühne nur alle zwei Sommer mit Neuproduktionen unter freiem Himmel auf den Brettern. Aber im Pausenjahr gibt es meistens ein Saalstück in kleiner Besetzung. Es sei denn, Corona funkt dazwischen.

Eckpunkte festgezurrt

Trotzdem will man es auch in diesem Jahr wieder wagen. Gaiser, Vorsitzender der Studiobühne, lädt für Mittwoch, 16. Februar, zu einem Online-Treffen ein, bei dem Laienspieler und Theatermacher sich darüber austauschen.

Ein paar Eckpunkte sind schon mal festgezurrt. Es soll ein Erwachsenstück sein mit sechs Aufführungen an verschiedenen Orten und Premiere vermutlich Ende Oktober. Höchstens sechs Darsteller sollten auf der Bühne sein.

Die Proben sollen Ende Februar, Anfang März beginnen und voraussichtlich bis Ende April online laufen, danach in Präsenz. Zum Schutz aller Teilnehmer gilt für die Schauspieler die 2G-plus-Regel. Für die Regie hat sich wieder Daniela Burkhardt bereiterklärt, mit der die Studiobühne schon manche Erfolge feierte. Was gespielt werden soll, ist noch offen.

Neue Talente willkommen

"Wir wollen erst einmal sehen, wie viele Schauspieler überhaupt mitmachen und welche Ideen sie einbringen, dann werden wir uns sehr schnell für ein Stück entscheiden", sagt Otto Gaiser. Die Neue Studiobühne verfügt über einen großen Stamm bewährter Schauspieler, praktisch für jedes Genre. Die aber stehen nicht immer zur Verfügung. Deswegen freue man sich immer über neue Gesichter und junge Talente, die Spannung und Abwechslung versprechen. Gaiser: "Es muss ja nicht zwingend die alte Garde sein." Ob in der Pandemie Präsenzproben möglich oder Saal-Aufführungen gestattet sind, müsse man abwarten, sagt Otto Gaiser. Man wolle den Neustart auf jeden Fall versuchen und sei auch bereit, bei Vorstellungen unter Hygiene-Bedingungen mit verringerter Besucherzahl zu spielen. Gaiser: "Aufgeben werden wir nie!"

Die Studiobühne wolle auch in Zeiten der abgesagten Veranstaltungen, in denen Kultur "so langsam verkümmert", ein Zeichen setzen. Dies sei auch der eigentliche Zweck des Vereins: "Wir müssen jetzt was tun, im vergangenen Sommer hat es ja auch noch geklappt", gibt sich der Sprecher der Laienbühne kämpferisch. Und außerdem werde es höchste Zeit, dass wieder Normalität einkehrt: "Ich habe Corona nämlich richtig satt."

Auftaktveranstaltung online

Die Online-Auftaktveranstaltung für alle Interessierten ist am Mittwoch, 16. Februar, ab 19.30 Uhr über Zoom-Meeting. Der dazugehörige Link kann per E-Mail unter neue-studiobuehne@web.de angefordert werden. Unter dieser Adresse sind auch Kontaktaufnahmen von neuen Interessierten möglich.