Foto: Moritz

Fraktion will noch vor Ende Februar über künftige Zuschüsse für die Dance-Company reden.

Stuttgart - Die Bemühungen um eine finanzielle Absicherung für die Tanzkompanie Gauthier Dance im Theaterhaus werden stärker. Die Grünen im Gemeinderat wollen sogar noch vor Ende Februar ein Signal für Eric Gauthier erreichen.

Eric Gauthier, dem Chef der Tanzkompanie Gauthier Dance, soll eine langfristige Perspektive für die Arbeit in Stuttgart vermittelt werden. Das haben sich im Rathaus verschiedene Parteien vorgenommen. Die Stimmung dort ist also recht günstig für Gauthier Dance, wo man im Jahr 2010 mit einem Defizit von knapp 400.000 Euro kämpfte und in diesem Jahr wahrscheinlich eine Lücke von 520.000 Euro klaffen wird. Das war der Grund, weshalb Theaterhaus-Chef Werner Schretzmeier "konzertierte" Schritte von Stadt und Land forderte. Letzteres signalisiert "Gesprächsbereitschaft", gibt zurzeit allerdings keine Zusage.

Die Grünen im Rathaus sind vor wenigen Tagen einen Schritt weitergegangen und haben den Druck zugunsten einer Finanzierung für Gauthier erhöht. Sie möchten, dass die Stadt nicht irgendwann ein Zeichen setzt, sondern noch ehe Gauthier Dance Ende Februar in Essen mit dem Deutschen Tanzpreis ausgezeichnet wird.

Gauthier Dance ist auch außerhalb Stuttgarts gefragt

Die Grünen halten es für unumgänglich, dass die Tanzkompanie vom Pragsattel von 2012 an in den Genuss einer "institutionellen Förderung" kommt, also mit regelmäßigen Zuschüssen aus dem Stadthaushalt planen kann. Das Ensemble erreiche allein in Stuttgart und der Region pro Jahr etwa 18.000 Menschen mit seinen Auftritten. Mit mehr als 20 Gastspielen weltweit sei Gauthier aber auch außerhalb der Region "ein gefragter Stern aus Stuttgart".

Für die Einrichtungen der Jugendarbeit und für ältere Menschen habe auch das kulturvermittelnde Engagement von "Gauthier Dance mobil" herausragende Bedeutung. Außer einem Zuschuss von 10.000 Euro für diese Kulturvermittlung habe Gauthier Dance bisher von Stadt und Land keine separate Förderung erhalten. Sie hätten lediglich - wie seit Jahren üblich - das Theaterhaus auf dem Pragsattel mit Zuschüssen bedacht. Mitte 2011 laufe nun auch noch die Förderung von Koproduktionen durch das Grand Theatre Luxembourg aus.

Damit Gauthier Dance in dieser schwierigen Situation nicht aus Stuttgart abgeworben wird, wollen die Grünen-Stadträte jetzt schnell handeln. Kulturförderung in Stuttgart sei in erster Linie ja auch eine öffentliche Aufgabe der Landeshauptstadt und des Landes, heißt es in der Begründung eines Antrags, den Andreas Winter, Michael Kienzle und Muhterem Aras an OB Wolfgang Schuster geschickt haben. Sie wollen vor Ende Februar zumindest schon einmal über die langfristige Förderung in den zuständigen Gremien reden.

OB Schuster will sich um Sponsoren bemühen

Die Stadtverwaltung setzt sich zwar auch für Gauthier Dance ein, hat bisher aber einen etwas anderen Fahrplan. OB Wolfgang Schuster (CDU) will sich zur Finanzierung der Kompanie in diesem Jahr um Sponsoren bemühen. Über städtische Zuschüsse wollten er und Kulturbürgermeisterin Susanne Eisenmann (CDU) im Rahmen der städtischen Etatberatungen im Herbst reden.

Die Landesregierung sieht mitten "im Haushaltsvollzug 2011" kaum Möglichkeiten, Gelder beizubringen. Man könne nur prüfen, ob es im Rahmen der Projektförderung noch Restmittel gebe. Über eine künftige Förderung könne und wolle man reden, obwohl man bisher nur das Theaterhaus als Institution fördere. Gauthier Dance trage zur Profilierung Stuttgarts als Stadt des Tanzes bei. "Eine Abwanderung der Tanzkompanie oder eine Auflösung würde das Land bedauern", erklärte eine Sprecherin des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst.