Die Erde ist nicht der Mittelpunkt des Universums: Die Inquisition beschäftigte sich mit Galilei. Foto: Theater Tempus fugit/Barbara Ruda

Das Stück „Leben des Galilei“ von Bertolt Brecht hat Premiere im Kulturzentrum Kesselhaus in Weil am Rhein. Präsentiert wird es vom Spielzeitteam von Tempus fugit.

Das Theater Tempus fugit aus Lörrach hat Bertolt Brechts „Leben des Galilei“ in seinen Spielplan aufgenommen. Das Drama hat am Mittwoch, 21. Januar, im Kulturzentrum Kesselhaus in Friedlingen seine Premiere.

 

Erarbeitet wurde die Aufführung vom Spielzeitteam des Theaters. Für derzeit zwölf junge Erwachsene bietet das Theater Tempus fugit die „Grundlagenbildung Theaterpädagogik BuT“ mit den Inhalten Theaterpädagogik, Schauspiel und Kulturmanagement an. Die Erarbeitung eines Theaterstücks ist ebenfalls Teil des Programms. Die Textbearbeitung und Regie hat Vaclav Spirit übernommen mit Angelika Ebert als Regieassistenz und Produktionsleitung. Für die Musik zeichnet Anne Ehmke verantwortlich, für Kostüme und Requisiten ebenfalls Angelika Ebert, heißt es in der Ankündigung.

Das Leben des Galileo Galilei ist weltbekannt – vor allem dank seiner Entdeckungen in der Mechanik und der Astronomie, die als bahnbrechend gelten. Das Leben des Florentiners, der aus einer verarmten Patrizierfamilie entstammt wurde mittlerweile auch mehrfach verfilmt.

Das Drama „Leben des Galilei“ schrieb Bertolt Brecht 1938/1939 im Exil in Dänemark. Die Zeitungen hatten damals die Nachricht von der Spaltung des Uran-Atoms durch den Physiker Otto Hahn und seine Mitarbeiter veröffentlicht. Die Fassung von 1955/1956 hat Brecht für die Inszenierung in Ost-Berlin, kurz vor seinem Tod, verfasst. Das Stück ist zeitlos gültig geblieben, heißt es: Machtmissbrauch durch Ideologien, Religionen und Populismus, der absolute Wahrheiten setzt, Wissenschaftsfeindlichkeit und Verschwörungstheorien sind Thema.

Das Leben Galileis wird thematisiert

Ausgangspunkt des Stücks ist das Leben des Wissenschaftlers Galileo Galilei, im Kloster erzogen, der im 17. Jahrhundert mit seinen Forschungen das heliozentrische Weltbild, das heißt, die Sonne ist das ruhende Zentrum des Universums, bestätigt. Die katholische Kirche stellt ihn vor Gericht. Galileo Galilei widerruft aus Angst vor Folter seine Forschungsergebnisse.

Bertolt Brecht (1898 bis 1956) zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Dramatikern und gilt als Begründer des epischen Theaters. Seine Werke sind von einer marxistischen Weltanschauung geprägt, deren Interpretation bis heute kontrovers diskutiert wird. Als kommunistischer und jüdischer Künstler floh Brecht 1933 vor den Nationalsozialisten in die USA. 1948 kehrte er in die spätere DDR zurück. Trotz Spannungen mit der SED-Führung feierte diese ihn. In Moskau erhielt er 1955 den Internationalen Stalin-Friedenspreis.

Die Premiere ist am Mittwoch, 21. Januar, 19.30 Uhr, im Kulturzentrum Kesselhaus. Weitere Termine im Kesselhaus sind am Donnerstag, 22. Januar, 10 Uhr und 19.30 Uhr. Die Aufführungen im Theater Tempus fugit in Lörrach sind am Donnerstag, 19. März, 10 Uhr, am Freitag, 20. März, 10 und 19.30 Uhr, sowie am Samstag, 21. März, 19.30 Uhr. Im Bürgersaal Rheinfelden wird das Stück am Dienstag, 12. Mai, 10 und 19.30 Uhr, sowie am Mittwoch, 13. Mai, ab 10 Uhr aufgeführt.