Mit dem turbulenten Dreiakter „Treibjagd im Wirtshaus“ begeisterte der Schützenverein „Heimbachquelle“ die Besucher. Bei beiden Abendvorstellungen war die Kastellhalle voll besetzt.
Die heitere Komödie in drei Akten des Autoren Carsten Lögering hatte eine Menge an Lacher, Liebesbezeugungen und verbalen Geschlechterkampf zu bieten.
Sie spielte auf der Bühne der Kastellhalle, die in ein Wirtshaus mit Jagdmöbel, Geweihen und ausgestopften Wildtieren in eine passende Kulisse umgestaltet wurde.
Schon das Intro mit dem Lied von Schlagersängerin Katja Ebstein („Es war einmal ein Jäger“) ließ erahnen, dass bei dieser urigen Schauspielerei mancher Schuss daneben geht. Flotte und manchmal derb angehauchte Sprüche sowie der verbale Schlagabtausch zwischen Jägerin Sonja Wiese (Karin Eichenlaub) und Chauffeur Werner Hagen (Michael Pchaik) sorgten für reichlich Schmunzeln und amüsante Unterhaltung. Auf der anderen Seite wurde gemäß der Redewendung „Lügen haben kurze Beine“ der korrupte und skrupellose Bauunternehmer und Bürgermeister Clemens Berger (Florian Schneiderhan) zur Strecke gebracht.
Alkohol fließt reichlich
Zudem floss ordentlich (echter) Alkohol, der vor allem des Bürgermeisters Sekretärin Gabi Roth (Sabrina Kruck) nicht gut bekam und sie sich für eine Weile im Himmel wähnte.
Und wer bisher noch nicht wusste, welche Mimik Liebe auf den ersten Blick auslösen kann, weiß es jetzt. So erstarrte Jagdhotel-Betreiber Frank Beermann (Christian Eckel), als mit Hanna Steinhaus (Evelyn Grüner) eine junge Jägerin eincheckt, zusammen mit deren Freundin Sonja Wiese.
Dabei haben der Wirt und seine Mutter Maria Beermann (Andrea Deusch) ganz andere Sorgen. Die Buchungen im Hotel laufen schlecht und wenn in einem halben Jahr der Pachtvertrag ausläuft, müssen sie sich entscheiden: Entweder das Gebäude mitsamt dem Wald kaufen oder sich eine neue Beschäftigung suchen.
Für den Kauf fehlt jedoch das nötige Geld. Dies weiß Bürgermeister Clemens Berger genau, dessen GmbH vor der Pleite steht. Er hat es deshalb auf das Areal abgesehen und glaubt in Hubertus von Felsenheim (Jürgen Haselmaier), ein in Geld schwimmender, allerdings fast blinden Jäger, einen Investor für den Bau eines neuen Golfhotels mit Golfplatz an Land gezogen zu haben.
Hochzeit in Las Vegas
Der Bürgermeister beauftragt seine Sekretärin, sich ins Lokal einzumieten, um auszuspionieren, wie schlecht die Geschäfte des Hotelbetriebs laufen. Deren Absicht erkennt Stammgast Willi Specker (Philipp Roming), der sich nach dem Motto „alles ist vergänglich, nur der Alkohol ist lebenslänglich“ gerne selbst ein Bier und ein Schnäpsle einschenkt, allerdings sehr schnell und klärt seinen Kumpel Frank Beermann auf. Da kann die Sekretärin ihre weiblichen Reize einsetzen wie sie will, sie bleiben erfolglos.
Rein zufällig erfährt Willi Specker vom Investor, was der Bürgermeister vorhat. Zusammen mit dem Wirt heckt er einen Plan aus, wie der Geldgeber davon abzubringen ist. Dabei hat Willi Specker Glück, dass der fast blinde Jäger auf der Jagd nicht ihn, sondern den vom Erlebnisbauernhof ausgeliehenen alten Esel trifft.
Aber auch diese Machenschaft muss alsbald vom Gastwirt gebeichtet werden, ehe es für das Publikum zu einem nicht erwartenden Happy End kommt. Der reiche Hubertus von Felsenheim kauft das Areal und baut einen Golfplatz mit Golfhotel. Quasi als Hochzeitsgeschenk für das heiratswillige Paar Frank Beermann und Hanna Steinhaus. Letztere entpuppt sich zur Überraschung als Tochter des Investors.
Job als Barkeeper
Auch für Felsenheims Chauffeur Werner Hagen und Gabi Roth läuten die Hochzeitsglocken – in Las Vegas. Selbst für den durch die Pleite der Bürgermeister-GmbH arbeitslos gewordenen Willi Specker hat von Felsenstein einen (Traum)-Job, als Barkeeper im neuen Golfhotel.
Neben viel Szenenapplaus erhalten die Darsteller bei der Einzelvorstellung durch Oberschützenmeister Thomas Notheis nochmals kräftigen Beifall. Hierzu gehörten auch Regisseur Dieter Hofer, Souffleuse Christine Kimmich, Techniker-Duo Anna Fuchs und Robin Seeger, Maskenbildnerin Rita Fehrenbacher, Kulissen-Bildnerin Luitgard Moser und Sarah Weigle, die für die Tisch- und Hallendeko zuständig war.