Sascha Thamm gastierte im Theater im Deutschen Haus in St. Georgen. Er entpuppte sich als wahrer Wortkünstler.
Als Wortkünstler mit dem Hang zu abseitigem Humor entpuppte sich Sascha Thamm im Theater im Deutschen Haus mit dem Programm „Gesammelte Abrissbirnen“.
Mitten aus dem Leben gegriffen waren einige der Situationen, die er lesenderweise beschrieb. Zum Beispiel mit der Beobachtung, dass man immer dann am meisten Sport im Fernsehen sehe, wenn man selbst am wenigsten davon tue. Das führte zum urkomischen Gegensatz von Turnern mit höchster Körperspannung und Thamm, der mit ebensolchem Einsatz versuchte, eine Tüte Zwiebelringe zu öffnen, oder der Befürchtung, dass er schon beim bloßen Beobachten von Gehern einen Hüftschaden bekäme.
Der Versuch, seine Mutter vom Flughafen abzuholen brachte ihn zum Nachdenken darüber, ob man einen Krötentunnel „Unten-durch-Lurch“ nennen sollte. Keineswegs entspannend war für ihn Gartenarbeit, bei der er am liebsten aus lauter Ausgeglichenheit den Geräteschuppen niederbrennen würde und fürchtete, dass sich Zitronenmelisse bis in Achselhöhlen ausbreitet. Höchste Qualen bereiteten ihm in der Schulzeit Reinschreibbücher von Freunden, die mehr Daten verlangten als bei der Einreise nach Nordkorea nötig seien.
Zum Lachen brachten Gedichte über Holzwürmer in Scheiten und viagraschluckende Schlangen oder Schulfreunde, die nicht versetzungsorientiert am Unterricht teilnahmen.
Bedeutung von Wörtern
Buchstäblich verrückt waren Thamms Gedanken zur Bedeutung von Wörtern. So beschrieb ihm zufolge der Begriff Kopfsteinpflaster einen Vorgang, „Skifliegen“ trage den Namen, weil die Sportler in der Luft schief liegen und Lemuren sei ein Begriff um getöpferte Zeitmesser zu beschreiben.
Sehr lustig waren auch Beobachtungen auf dem Rummel, mit „jugendlicher Hochkultur“ beim Autoscooter oder Bratäpfeln, die offenbar mit rotem Heizungslack überzogen seien. Reichlich absurd kamen dann Erlebnisse in der Kletterhalle daher, wo seine Zehen ob der engen Schuhe kurz vor dem Absterben waren, er sich angesichts von Haferdrinks wie in einer Reithalle fühlte und Powerriegel wie Krümel aus dem Toaster schmeckten.
Für viele Lacher sorgte auch seine Ansicht, dass das Kind von Freunden einer Laune der Natur gleiche, die sie beim Schrottwichteln gezogen hatten. Nostalgisch wurde es bei Erinnerungen an den Opa und dessen Beleuchtungskonstruktion eines Aquariums, „bei der jeder Zitteraal nervös geworden wäre“. Mit vielen weiteren verqueren Betrachtungsweisen begeisterte Thamm das Publikum und erntete dafür viel Applaus und Beifallsrufe.