Bis zur Premiere am Donnerstag, 24. Juli, wird jeden Tag auf der Freilichtbühne des Festspielhauses geprobt. Foto: Köncke

Auf dem Spielplan der Kulturwerkstatt Simmersfeld steht alle zwei Jahre eine Eigenproduktion. Aufhänger ist diesmal der Bauernkrieg im Jahr 1525.

„Ein Tanz. Und das Leben geht weiter“ thematisiert den damaligen Kampf gegen die weltliche Ordnung und stellt die Frage, ob sich in den nachfolgenden fünf Jahrhunderten viel geändert hat an Armut, Unfreiheit, Willkür und unverhohlener Ausbeutung durch die Obrigkeit.

 

14 Schauspieler stehen während der ganzen Aufführung als Gauklergruppe auf der Freilichtbühne hinter dem Festspielhaus, erzählen, spielen und tanzen die Geschichten auf ihre ganz eigene Weise.

Der Regisseur aus Rottenburg ist kein Unbekannter

Seit Mitte Mai wird unter der Regie von Michael Giese geprobt, in der Woche vor der Premiere am Donnerstag, 24. Juli, um 20.30 Uhr jeden Abend mit einem und mehreren Durchläufen. Der Regisseur aus Rottenburg ist kein Unbekannter. Bei der ersten Eigenproduktion der Kulturwerkstatt – „Das kalte Herz“ – stand er als Schauspieler auf der Naturbühne am Waldrand von Simmersfeld und führte später beim Wintertheater „Vom Weggehen“ und bei „Hebbels Garage“ Regie. Vorher war er unter anderem Ensemblemitglied des Theaters Lindenhof in Melchingen. Der 69-Jährige hat beim aktuellen Sommertheaterstück das Skript verfasst.

Viele der 14 professionell auftretenden Amateure kommen aus der Region – wie Christel Blaich-Lenk, Michaela Katz und Anita Gauß – andere reisen aus einiger Entfernung an. Die Proben laufen nach dem gleichen Muster ab. Bevor die Schauspieler gemeinsam die Bühne betreten – in der ersten Szene stehen sie mit dem Rücken zum Publikum, drehen sich langsam um, eine Frau tritt an den Rand und erzählt ihre Geschichte – beginnt eine zehnminütige Aufwärmphase.

Auf der mit Mulch belegten Bühne greift Giese wiederholt ein

Der Regisseur ruft sie auf der Wiese unter einem Kirschbaum zusammen, leise und kräftige Laute werden ausgestoßen, Arme kreisen in der Luft, werden geschüttelt. Auf der mit Mulch belegten Bühne greift Giese wiederholt ein. „Beweg dich langsamer, dreh den Arm nicht so weit nach hinten, sprich lauter“, hallt es durch das Bömbachtal.

Auf dem Garderobenständer im hinteren Teil hängen eine Mönchskutte, Kleider für die Hochzeit des Herzogs, die Alltagskluft der Bauern und andere Kostüme, Stahlhelme für die Mobilmachung, Gabeln für die Feldarbeit und andere Gerätschaften, die größtenteils aus dem Fundus der Kulturwerkstatt stammen.

Die Playlist hat der Regisseur selber zusammengestellt

Die Musik aus alter neuer Zeit kommt aus der Konserve, die Playlist hat der Regisseur selber zusammengestellt. Nur einmal gibt es Livemusik von Ute Römer-Lissel auf der Gitarre. Nach zwei Dritteln des Stücks wird es eine Pause geben, um sich im Festspielhaus mit Speisen und Getränken zu versorgen.

Nach der Premierenvorstellung wird das Theaterstück „Ein Tanz. Und das Leben geht weiter“ noch sieben Mal aufgeführt, vom 25. bis zum 27. Juli, vom 31. Juli bis zum 2. August, jeweils um 20.30 Uhr.

Karten gibt es online über www.kulturwerkstatt-simmersfeld.de zum Preis von 15 und 24 Euro, im Vorverkauf bei der Gemeindeverwaltung Simmersfeld und dieser Woche, an der Abendkasse. Dann kostet der Eintritt zwischen 18 und 27 Euro. Für Auskünfte ist das Infotelefon 07484/929933 geschaltet.