Die Markgräfler Lachbühne begeistert mit ihrem neuen Stück „Stress im Champus-Express“ das Publikum im Neuenburger Stadthaus.
Der Name Lachbühne ist stets auch Programm. So hatte das Publikum auch bei der neuen Komödie „Stress im Champus-Express“ von Bernd Spehling wieder viel zu lachen. Auch ohne Regisseur lief das Stück wie am Schnürchen. Der langjährige Regisseur Peter Steinbeck hat im vergangenen Jahr angekündigt kürzer treten zu wollen. Das Team hatte sich die Regiearbeit untereinander aufgeteilt, unter Federführung von „Spielertrainerin“ Beate Berger.
Der Saal des Stadthauses verwandelte sich zu Beginn in einen Bahnhof: Rudolf und Kati (Alfons Klingele) und (Anja Hamburger) eilen durch die Zuschauerreihen zum Champus-Express von Regensburg über Neuenburg nach Paris. Während unterdessen am Bahnsteig der Schaffner (Stefan Riesterer) eine John-Travolta-mäßige Tanznummer darbringt. Rudolf und Kati sind aber nicht die einzigen skurrilen Fahrgäste an Bord des Luxuszugs.
Ganz schön viel Chaos im Zug
Als sich der Zug in Bewegung setzt offenbart sich der ganz normale Wahnsinn, dem Bahnreisende Tag für Tag ausgesetzt sind. Die französische Versicherungsvertreterin Claudette Pomplemousse (Mathea Scheidt) wird bei der Fahrscheinkontrolle mit einer Nachzahlung konfrontiert. Die Szene gibt Einblick in den undurchdringlichen Tarifdschungel, wie beispielsweise dem 80plus-Familienticket, bei dem zwei Reisende über 80 Jahre alt sein müssen und ein Reisender jünger als zwei Jahre sein muss, außerdem müssen alle das Fahrrad dabei haben.
Dass es mit der Fahrradmitnahme nicht so einfach ist, muss ein Radler (Stefan Scheidt) erfahren: Denn in den Wagen hinter dem Bordbistro sind keine Fahrräder erlaubt, dafür im vorderen Teil des Zuges, wo hingegen kein Handgepäck erlaubt ist.
Und da sind noch die Seniorin Lieselotte (Jasna Kappeler) und ihr etwas geistig minderbemittelter Enkel Harvey (Stefan Riesterer), der zum ersten Mal eine Zugreise unternimmt oder Professorin Piepenbrink (Damaris Zindler), welche als Pathologin die von Lieselotte bestellten Cocktails mit Körperflüssigkeiten vergleicht.
Neben dem Schaffner ist Zugchefin Gesine Grube-Steckel (Beate Sänger) mit ihrem Klemmbrett der ruhende Pol und versucht mit ihrem Team Ordnung ins Chaos zu bringen. Dazu gehören Reinigungskraft Ilse Oppenung (Damaris Zindler) und Gertrud (Beate Berger) hinter der Theke des Bordbistros. Letztere glänzt mit trockenem Humor und der Attitüde einer verbeamteten Eisenbahnerin.
Kurz vor dem Halt in Neuenburg schreiten Rudolf und Kati zur Tat und rauben das Bordbistro aus. Doch aus dem Plan, den Zug in Neuenburg zu verlassen wird nichts. „Wegen einer Störung im Betriebsablauf hält der Zug heute nicht in Neuenburg“, heißt es in der Durchsage. Und Rudolf bringt es auf den Punkt: „Klapsmühli uf Schiene“.
Täter überführt – oder doch nicht?
Nachdem Gertrud der Zugchefin verständlich gemacht hat, dass sie ausgeraubt wurde, hält der Zug auf offener Strecke zwischen Chalampé und Mulhouse und das Landeskriminalamt in Person von Kommissar Axel Zöllner (Stefan Scheidt) und der Polizeibeamtin Anne Kleinfeld (Jasna Sänger) treten auf den Plan. Diese können zwar am Ende das Gaunerpaar überführen, allerdings können sich zwei andere mit den geraubten Bistroeinnahmen absetzen.
Das Team hinter dem Ensemble
Für einen gelungenen Theaterabend sorgte auch das Team hinter dem Ensemble mit Souffleuse Mechthild Merle, Silvia Schmeißer in der Maske, Philipp Müller und Julian Scheidt (Ton- und Lichttechnik) sowie Bernd Merle (Gesamtleitung) mit einem Cameo-Auftritt als Spurensicherer. Durch den Abend führte das Moderatoren-Duo Celine Berger und Stefan Anlicker.
Erlös für soziale Einrichtungen
„Lachen und helfen“ heißt es bei der Markgräfler Lachbühne. So wird auch dieses Mal der Erlös aus der Aufführungen an soziale und karitative Einrichtungen in der Region gespendet. Im vergangenen Jahr waren es 9000 Euro, wie Moderator Stefan Anlicker berichtete. Bedacht wurden unter anderem das Haus Engels in Hertingen, der Verein Intensivkinder Heldenhaft in Bad Bellingen sowie das Frauenhaus in Lörrach.
Wer jetzt Lust auf eine vergnügliche Bahnreise im Luxuszug bekommen hat, kann am Freitag und Samstag, 21. und 22. November, in der Blansinger Wolferhalle einsteigen. Abfahrt ist um 20 Uhr – der Zug steht ab 19 Uhr zum Einstieg bereit. Dann ist die Markgräfler Lachbühne bei den Landfrauen Blansingen zu Gast.