Am Ende hatten sich wieder (fast) alle Pärchen lieb (von links) Nachbarin Martha und Nachbar Theo (Alina Wöhrle und Luis Moosmann), Anton und Rita Maier (Robin Öhler und Jule Laufer), Sabine und Freund Markus Maier (Annika Waller und Lukas Öhler), Agathe und Karl-Otto Edelstein (Leonie Öhler und Jonas Haas). Foto: Dorn

Mit ihrer Weihnachtskomödie „Ach du Fröhliche“ begeisterten die Schauspieler des Junggesellenvereins Sulzbach am Neujahrstag ihr Publikum im Lauterbacher Gemeindehaus.

Zu Beginn des Stücks kollidierten ein klassischer „Hangover“-Moment nach durchzechter Sportvereins-Weihnachtsfeier von Vater und Sohn (Vater Anton Maier, gespielt von Robin Öhler und Sohn Markus Maier, gespielt von Lukas Öhler) mit der durchorganisierten Heiligabend-Vorbereitung von Mutter Rita Maier (Jule Laufer).

 

Der ohnehin schon auf die Besorgung des Christbaums reduzierte Anteil der Männer in der Familie an der Weihnachtsvorbereitung schrumpfte mit dem nicht vorhandenen Christbaum auf Null und damit auf das Niveau der vorweihnachtlichen Stimmung, die auch der vom Sohn hervorgezauberte Plastikweihnachtsbaum nicht mehr zu bessern vermochte.

Der Baum oder ich: resolute Ansage von Mutter Rita an Sohn Markus und Ehegatten Anton. Foto: Dorn

„Der Baum oder ich“, zog die Mutter unmissverständlich die erste rote Linie für den trauten Heiligabend in der Familie. Die zweite rote Linie markierte der Auftritt des befreundeten Nachbarn und Saufkameraden Theo (Luis Moosmann), dem in der Nacht ein Prachtstück von Weißtanne aus dem Garten gestohlen worden war und dass sich – eines der vielen ungeklärten Ereignisse der alkoholumnebelten Nacht der Maier-Männer – plötzlich im Besitz der Familie befand.

Hektischer Baumtransport

Mit artistischen Meisterleistungen zelebrierte die Theatergruppe ein munteres Christbaum-Wechselspiel, gleichzeitige Bühnenpräsenzen von Mutter und Plastikbaum auf der einen Seite und Theo und Weißtanne auf der anderen waren tunlichst zu vermeiden und sorgten für viele Lacher. Für die kurzen Erholungspausen beim hektischen Christbaumtransport sorgte der Verwandtschaftsbesuch vom Juweliers-Ehepaar Agathe und Karl-Otto Edelstein. Letzterer stand zur Erheiterung des Publikums stark überzeichnet nicht nur unter der Fuchtel seiner Gattin, sondern wurde von der streikenden Gastgeberin Rita auch noch zum Stopfen der Weihnachtsgans verdonnert und stellte sich dabei wie erwartet so ungeschickt an, dass „er steckt in der Gans fest“ zum Running Gag des Abends mutierte.

Wortspiele mit der „dummen Gans“, mal auf das tote Tier, mal auf die dominante Ehefrau bezogen, lagen auf der Hand und wurden auch gerne dargeboten.

Welch haarsträubenden Umfang die Geschehnisse der durchzechten Nacht für Vater und Sohn Maier wohl angenommen hatten, wurde genüsslich von Nachbarin Martha berichtet. Alina Wöhrle als Martha hatte von allen Schauspielern die schwierigsten Textpassagen, enthielt doch jede geschilderte Beobachtung eine lange Kette von Personen, über die Martha Kenntnisse über das jeweilige Gerücht erlangt hatte. Nach und nach wurden die Zuschauer so mit der gesamten Dorfbevölkerung bekannt gemacht. Zum Ende des zweiten Aktes kamen mit Einbruchsdiebstahl in das Juweliergeschäft, vielleicht in Tateinheit mit Versicherungsbetrug, Diebstahl eines Christbaums und Sachbeschädigung, Autounfall mit Fahrerflucht, Wilderei mit Schusswaffengebrauch und Entsorgung einer Leiche im Garten so viele vermeintliche Straftaten zur Sprache, dass sich Vater und Sohn gemeinsam schon auf das letzte Weihnachten außerhalb des Gefängnisses vorbereiteten.

Licht kommt ins Dunkel

Das zu Herzen gehende Selbstmitleid der beiden rührte Markus Freundin Sabine (Annika Waller) dann aber so stark, dass sie als allwissende Erzählerin nach und nach Licht ins Dunkel der vergangenen Nacht brachte: Alle vier Männer hatten sich beim Junggesellenausflug im Etablissement „Zur flotten Biene“ getroffen. Die dort geschmiedeten Pläne für die perfekte Verlobung (unter anderem hatte Theo sich bereit erklärt, sein Prachtexemplar von Weißtanne für die beiden zu opfern) hatte die Kette von Ereignissen in Gang gesetzt, am Ende fanden sich alle vier Paare zum Happy End auf der Bühne zusammen, selbst die beiden ungleichen Nachbarin Theo und Martha hatten – nach einem letzten Austausch derber Komplimente – zueinander gefunden.

Näheres zur Präsentation des Theaterstücks

Ihre Bühnenpremiere feierten
Alina Wöhrle als Martha, Luis Moosmann als Theo und Lukas Öhler als Markus.

Die erfahrenste Laienschauspielerin
ist Jule Laufer als Rita mit ihrem dritten Theaterstück.

Zum zweiten Mal auf der Bühne
für ein Theaterstück des Junggesellenvereins standen Robin Öhler als Anton, Leonie Öhler als Agathe und Jonas Haas als Karl-Otto.

Regie führte
erstmals Sarah Öhler. Sie hat bislang als Schauspielerin bereits viel Erfahrung inne.

Dank erging
auch an Schreiner Raimund Haas für den Kulissenbau und Annika Wälde für die Maske. Als Souffleur hatte sich Simon Broghammer in die enge Behausung vor der Bühne förmlich hinein gefaltet.