Die Hippiekommune auf dem  Landgut Arnstein ist in finanziellen Nöten. Helfen könnte der Verkauf eines ominösen goldenen Käfers, der auf dem Gut versteckt ist. Dann aber gibt es Todesfälle, Kripo und Spurensicherung tauchen auf. Foto: Jutta Schütz

Die „Brezelstädter Laienbühne“ aus Kandern präsentiert mit dem Hippie-Krimi „Der Fluch des goldenen Käfers“ aus der Feder von Andreas Kroll ein skurril-absurdes Theaterstück.

Eine Hippie-Kommune in finanziellen Nöten, ein verschwundener Käfer aus Gold, dessen Verkauf die Geldmisere beenden könnte – und dann der erste Todesfall, der die Kripo und eine übereifrige Ärztin als kriminaltechnische Fachfrau auf den Plan ruft: Das alles wartet auf die Zuschauer. Geprobt wird derzeit im Bürgersaal in Kandern. Der erste Aufführungstermin ist in der Kandertalhalle in Wollbach am Freitag, 27. März.

 

Die Bühnendeko und die Kostümierung fährt alles auf, was Nostalgiker und Fans der 60er- und 70er-Jahre-Hippiekultur in Begeisterung versetzt: Protestplakate mit Parolen angepasst an die Gegenwart, gehäkelte Stuhlkissen in Knallfarben, indische Ashram-Utensilien, ägyptische und assyrische Statuen, Fransen-Röcke und Haremshosen. Darüber hinaus gibt es T-Shirts und Halsketten mit dem Peace-Zeichen zu sehen, gewebte Stirnbänder, die wallende Haarmähnen zurückhalten, gestrickte Socken in Gesundheitsschlappen, Leggings und Aerobic-Wadenstulpen.

Die Kasse ist leer

Die Hippie-Kommune mit Klaus von Arnstein (Kai Rüsen), Birthe (Tina Hotz), Stefan (Marco Müller), Susi (Brigitte Pankratz), Michael (Reinhard Greßlin) und Sabine (Martina Gempp), ansässig im sanierungsfälligen Landgut Arnstein, ist in Aufregung. Die Gemeinschaftskasse, die bisher aus Verkäufen von antiken Stücken aus dem väterlichen Erbe von Klaus am Leben erhalten wurde, ist leer. Diese Tatsache lässt sich weder durch Gruppenkuscheln, den Konsum von Hasch-Zigaretten noch durch Tantra-Massagen noch durch transzendente Om-Beschwörungen leugnen.

Deshalb will die Gruppe ihre Suche nach einem der letzten wertvollen Stücke aus dem Antikenerbe, einem immens wertvollen goldenen Käfer, verstärken, der irgendwo in den Kellergewölben des Hofguts versteckt sein muss. Die Sache hat allerdings einen Haken: Der Käfer soll verflucht sein – das aber hält die finanzklamme Hippiegruppe zunächst nicht von der Suche ab.

Die halluzinogenen Substanzen müssen versteckt werden

Doch dann gibt es mit Franz, einem der Mitbewohner, der schon auf Käfer-Suche ist, den ersten Toten. Das heißt, man kommt um das Herbeirufen der Polizei nicht herum. Als sich der snobistische Kommissar Schmidt (Achim Jozwiak) und Hilfspolizist Blümke (Luca Karle) in ihrem Polizei-Smart auf den Weg machen, setzt in der Kommune hektische Betriebsamkeit ein. Schließlich will man den Anschein von Solidität wahren – das heißt, alle halluzinogenen Substanzen müssen versteckt und das Chaos im Empfangs-Salon aufgeräumt werden.

Der ehrgeizige Schmidt und der eifrige, aber etwas unterbelichtete Blümke haben natürlich schon allerlei Gerüchte über die Hippie-Gesellschaft gehört und sind gespannt darauf, was von all dem zugetragenen Geraune stimmt. Auf ihrer Fahrt geraten sie in ein Unwetter, ein Felssturz schneidet die Straße von der Außenwelt ab und Blümke eröffnet seinem Chef, dass ihr Smart keinen Polizeifunk hat, um später Hilfe zu holen.

Schmidt dagegen interessiert das noch nicht, denn er hofft, dass der Felssturz die überaus kompetente, kriminaltechnisch-fehlerlose Ärztin Dr. Bartsch (Nadja Lenz) davon abhalten wird, wie immer vor ihm am Tatort zu sein. Eine Hoffnung, die sich auch dieses Mal als trügerisch erweist. Die Ärztin hat die „im Keller kühl gelagerte Leiche“ schon untersucht und zieht erste Schlüsse. Das Willkommen durch die Hippie-Gesellschaft beschert den Polizisten erst einmal erleuchtende Erlebnisse in einer bis dahin von ihnen nicht gekannten, fürsorglichen Behaglichkeit. Dann aber gibt es den nächsten Toten…

Spaß in drei Akten

Viele Lacher sind in dem Dreiakter garantiert, die Laienschauspieler überzeugen auf ganzer Linie. „Wir alle haben echt viel Spaß“, versichern auch Regisseurin Nadja Lenz und Souffleuse Sabine Luer. Lenz fand das Stück so ansprechend, weil es nicht in der sonst für viele Theaterstücke maßgebenden dörflichen oder kleinstädtischen Idylle, sondern in einer Hippie-Kommune spielt. Das Schauspiel ist zudem Krimi-Dinner-tauglich, denn es darf mitgerätselt werden, wer als nächstes dem Käfer-Fluch zum Opfer fällt.

Die Aufführungen

Termine:
Kandertalhalle Wollbach: Freitag, 27., und Samstag, 28. März; Castellberghalle, Ballrechten-Dottingen: Freitag, 10., und Samstag, 11. April; Gasthaus „zum Engel“, Sitzenkirch: Freitag, 17., und Samstag, 18. April; Paradieshalle, Müllheim-Feldberg: Freitag, 24., und Samstag, 25. April. Einlass ist immer ab 19 Uhr, Vorführungsbeginn um 20 Uhr.

Kartenvorverkauf:
online unter www.brezelstaedter-laienbuehne.de. Der Eintritt kostet im Vorverkauf 18 Euro, an der Abendkasse 20 Euro.