Oder ist er etwa ein Giftmischer? Ein komödiantischer Krimi spielt im Hotel Albblick und nimmt ein unerwartetes Ende.
Drunter und drüber geht es im Hotel Albblick – dort spielt der Krimi, den Regisseur und Autor Joachim Herm seiner Baisinger Theater-Truppe mehr oder weniger auf den Leib geschneidert hat.
Dieses Jahr gibt es einige Star-Rollen, die herausblitzen – etwa der Aufzug fahrende Peter Kiefer in der Rolle eines Ehemanns, der eine Auszeit von seiner Frau benötigt. Immer wieder beklagt er sich an der Rezeption (Heidrun Rauschenberger als Frau Hämmerle) über die nicht funktionierende Sauna. Diese sei eiskalt – und mehr oder weniger defekt, denn Oma Hämmerle (Margret Straub) saß dort auf dem Sauna-Kohleofen. Und: Obwohl die Physios mit vereinten Kräften versuchen, Oma Hämmerle vom Saunaofen zu befreien, gelingt es zunächst nicht.
Dennoch fährt Peter Kiefer in der Rolle des Ehemanns, dem man dann doch noch auf die Schliche kommt, weiterhin fleißig Aufzug. Der kündigt sich tatsächlich immer mit einem hoch- oder herunterfahrenden Licht an – und mit dem typischen Aufzugston. Hier hatte die Bühnentechnik alle Hände voll zu tun.
Der running Gag des Theaterabends
Die Rolle des bruttelnden Ehemanns, der sich nur an der Rezeption beschwert – und zunächst sockig, dann mit Pudelmütze und Handschuhen sowie Schal erscheint – ist der running Gag des Theaterabends, der schließlich turbulent und im Chaos endet. Denn immerhin verschwindet eine massive Goldkette, die der Künstler Lysander Hyazinth Viermast (Joachim Herm) gearbeitet und als Kunstwerk erschaffen hat. Und zwar aus massivem Gold, das er mit pulversisiertem Onyx überzogen hat – total wertvoll also und rar.
Lysander Hyazinth Viermast erscheint auf der Bühne – und das Publikum lacht sich schief vor lauter lachen. Offensichtlich ist er schwul. Er wackelt übertrieben mit seinem Po, telefoniert ständig mit Bruno, seinem Schatz und kann sich nicht einmal den Vornamen seiner Asistenzsekretärin merken. Zudem schont er seine rechte Hand Daphne oder Dörte nicht – er lässt sie sogar das schwerste Gepäck tragen. Die das Gepäck in den achten Stock bringen muss – per Aufzug versteht sich.
Derweil befährt Peter Kiefer den Aufzug und tummelt sich ein sächsisches Ehepaar in der Hotellobby. Er, Ronny, wird gegeben von einem köstlich sächselnden Matthias Haas, und sie von Stefanie Stopper. Ronny Nowack als sächsischer Ehemann, der mit seiner Ehefrau (Stefanie Stopper) in den Alpen Urlaub macht, bekam in den letzten Monaten eifrig Sächsisch-Unterricht. Irgendwann fuchteln die beiden mit ihren Stöcken auf der Bühne herum – provoziert vom Koch (Julian Faiss). Dieser attackiert die beiden zwar nicht – doch kommt er bereits Messer wetzend aus der Küche – und steuert direkt auf das Ehepaar zu.
Matthias Haas ermittelt nämlich gerne, als sächsischer Kriminalkommissar. Sei es, um herauszufinden, vom wem das Haar in seinem Sandwich stammt oder sei es nach dem Verschwinden der massiven Goldkette des Schmuckdesigners Lysander, den Joachim Herm im goldenen Sakko, mit goldenem Handtäschchen und in einem insgesamt tollen Outfit köstlich gibt – ein Theaterabend zum niederknien.
Autor schickt Zuschauer auf verschiedene Fährten
Autor und Regisseur Joachim Herm schickt den Zuschauer auf verschiedene Fährten – und man tappt lange im Dunkeln, denn die Lösung ist ganz anders, als man so denkt. Peter Kiefers „Ehefrau“ Ute Fuhrer kommt ihrem treulosen Ehemann schließlich auf die Schliche – köstlich, wie sie mit Hütchen und schwarzer Sonnenbrille von ihrem eigenen Ehemann nicht erkannt wird und sich versteckt – ausgerechnet hinter der Aufzugstür.
Die Aufführungstermine
Die nächste Aufführung
ist am Freitag, 5. Dezember, um 20 Uhr sowie am Samstag, 6. Dezember, 20 Uhr. Am Nikolaustag gibt es auch eine kleine Nikolaus-Überraschung. Es gibt noch Karten an der Abendkasse in der Schlossscheuer Baisingen.