Mit dem Dreiakter „Be(t)reutes Wohnen“ überzeugte die Theatergruppe des FV Aichhalden bei der 44. Auflage mit viel Situationskomik und schauspielerischem Können. Dafür erhielten sie jede Menge Applaus.
Einen amüsanten Vorgeschmack, wie es im zweideutigen Titel der Komödie „Be(t)reuten Wohnen“ zugehen kann, zeigten die Laienspieler des Fußballvereins bei zwei Aufführungen in der Josef-Merz-Halle.
Dabei kamen die Besucher aus dem Lachen kaum heraus. Insgesamt konnte die eingeschworene Truppe auf geballte 146-jährige Bühnenerfahrung zurückgreifen, worin das Geheimnis ihres Erfolgs liegt. Während sich die Rekordhalter Jochen Becker (38) und Thomas Glunk (21) als geniale Strippenzieher erwiesen, durfte Dominik Höfler (6) die meisten Lacher auf sich vereinigt haben.
Inserat hat es in sich
Die Rolle des stotternden Dieter Erdmann war ihm auf den Leib geschrieben. Er zauberte dem gut gelaunten Publikum schon beim Betreten der Bühne nichtssagend ein Lächeln ins Gesicht. Der heitere Schwank zeigte, dass Lügen kurze Beine haben, gezinkte Münzen zum Bumerang werden und IT-Experten nicht fehlerfrei sind.
So landete ein mit dem Smartphone aufgegebenes Inserat von Michael Krüger (Andy Gaulke), der dies im Auftrag von Onkel Franz Krüger (Michael Nübel) übernahm, in der falschen Rubrik. Anstatt Hilfe im Haushalt zu bekommen, stellen sich nacheinander die Ausgehfrau Franziska Waldmann (Vanessa Glunk), Tierärztin Sabine Grüner (Tina Broghammer) und Claudia Schreiner (Katrin Moosmann) vom Medizinischen Dienst der Krankenkasse (MDK) in der Rentner-WG vor.
Die Idee für Letztere hatten Karlheinz Schmucker (Jochen Becker) und Otto Kaiser (Thomas Glunk), die hierfür ein Haus mieteten und mit der Weitervermietung Vorsorge fürs Alter treffen wollten. Doch der Plan vom „betreuten Wohnen all inclusive“, in dem die Frauen die Hausarbeit schmeißen, ging gewaltig schief.
Schützen für die Männer
Die Schürzen mussten sich die Herren der Schöpfung umbinden, womit sie ein Problem hatten. Mit dem Erscheinen der Damen aufgrund des Inserats musste es zwangsläufig zu Missverständnissen und Verwechslungen kommen. Garniert wurde das Chaos mit einem trächtigen Hamster, dem Ehestreit zwischen Emilie (Conny Bosch) und Otto Kaiser und Susanne (Veronika Schneider) und Dieter Erdmann. In Letzteren mischte sich deren Mutter Luise Schmidt-Heilmann (Julia Dietsche) ein.
Auch der Plan von Karlheinz Schmucker, sich im Rollstuhl sitzend in Pflegestufe III einteilen zu lassen, fliegt auf. Als sich alles zum Guten wendete, wollte Luise Schmidt-Heilmann die Hausarbeit mit dem Münzwurf Kopf oder Zahl regeln. Doch auch dieser Schwindel der gezinkten Münze kam ans Licht.
Nicole Glunk als Souffleuse
Bewusst wählte Karlheinz Schmucker diesmal nicht Kopf, sondern Zahl. Während alle Bewohner der Rentner-WG froh waren, dass sich alles einrenkte, jammerte Agnes König (Antje Auber): „Jetzt sind zwei Jahre in der WG und in den vergangenen zwei Tagen war endlich mal was los“.
Für ihren Auftritt wurden die Bühnenakteure mit langem Applaus überschüttet und Nicole Glunk erlebte als Souffleuse einen ruhigen Abend. Hinter den Kulissen wirkten Manuela Seckinger (Styling), Bernd Höfler (Technik), Jan Hug und Team (Kulissenbau), Christiane Maier, Dirk Zehnder und Team (Kulissenmaler) sowie Kim Fischer und Tobias Glunk (Allrounder).