Bei „Theater im Hof“ in Riedlingen soll nach der kommenden Saison Schluss sein. Vielleicht gibt es aber noch einzelne Veranstaltungen.
Im 34. Jahr seines Bestehens bietet das Theater im Hof vom 29. Juli bis zum 14. August mit 14 Veranstaltungen ein besonders üppiges Programm, in diesem Zeitraum gibt es lediglich drei spielfreie Tage. Danach ist Schluss.
„Es geht auf einen Abschiedssommer zu“, kündigte Dorothea Koelbing Bitterli mit „einem wehmütigen und einem glücklichen Auge“ bei der Hauptversammlung des Theaterfördervereins am Dienstagabend an. „Man sollte so eine Sache machen, so lange man fit genug ist, nicht vom Baum zu fallen“, stellte sie fest. Möglicherweise könnten in der Zukunft noch einzelne Veranstaltungen stattfinden, fuhr sie fort.
„Ihr habt alle beide meine große Bewunderung, dass ihr das gemacht habt“, wandte sich Kassenprüferin Barbara Schwoerer an den Vorsitzenden Dieter Bitterli und seine Ehefrau Dorothea Koelbing Bitterli, die auch Schrift- und Kassenführerin ist, und sprach damit den anwesenden 14 Mitgliedern aus dem Herzen.
Nie eine Veranstaltung abgesagt
Dieter Bitterli erinnerte sich daran, wie er damals mit Riedlingens Alt-Ortsvorsteher Karl Weber nach Basel ins Theater fuhr. Danach sei Weber überzeugt gewesen von der Idee einer Theatersaison im Dorf. 1992, beim ersten „Theater im Hof“, habe es noch keine Stimmen-Konzerte und keinen Burghof gegeben, Kandern hatte noch keinen Kinoverein, dafür aber den Kulturförderverein KanTon.
„Wir mussten in den ganzen Jahren nie eine Veranstaltung absagen“, blickte Koelbing Bitterli zurück, mit Gewittern und Regengüssen seien die Veranstalter dank der Variabilität des Orts zurecht gekommen. Selbst in den Corona-Jahren lief dort unter Auflagen und mit Abstand der Kulturbetrieb im Freien. „Das war zum Teil für viele Gruppen die einzige Möglichkeit, aufzutreten“, sagte Bitterli.
Das Programm 2026
An 14 Tagen werden Veranstaltungen im Hof im Riedlingen angeboten.
29. Juli: Start der Ausstellung „Sind es Rosen?“ mit Keramikfliesen von Eva von Ruckteschell
31. Juli und 3. August: Mathias Noack rezitiert aus Heinrich von Kleists „Penthesilea“.
1. und 12. August: Jürg Kienberger „Und weiter geht’s – Kienbergers Rückshow“
2. August: Theater Eukitea „Der Clownsbaum“ für Kinder und Erwachsene
5. August: Perperúna Ensemble „songs and tales“, a capella-Frauenquintett mit traditionellen Regen- und Ernteliedern aus dem Balkan
6. und 9. August: Konzert „Nirguna“ mit Onomeya (Cello)
7. August: Lesung von Marina Galic und Jens Harzer „Herzzeit – Der Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan“
8. August: Jens Harzers Lesung aus Friedrich Hölderlins „Hyperion“
10. August: Konzert „Akkordeon, das Chamäleon“ mit Viviane Chassot
11. August: Autorenlesung und Gespräch, Roswitha von Quadflieg liest aus „Ich will lieber schweigen“, dem Tagebuch von Schauspieler Will Quadflieg aus den Jahren 1945/46 und den Fragen seiner Tochter Roswitha.
14. August: Konzert „Die Saiten des Atlas“, Violine und Gesang mit Ariane Cohen Adad und Gast Jefferson Louvat (Mandoline)
Das detaillierte Programm für die Saison 2026 ist Anfang Juli online unter www.theaterimhof.de zu finden. Karten im Vorverkauf gibt es ab dem 16. Juli unter Tel. 07626/972081 und in der Kanderner Buchhandlung „BuchEule“.