Ist ein Pappkarton nur ein Karton? Oder eröffnet er eine ganze Welt? Sarah Wissner führt ihr Kinderstück „Raschel“ am Sonntag und Dienstag, 1. und 3. Februar, im Theater am Torbogen auf. Foto: Sarah Wissner

Intendantin Anne-Kathrin Klatt freut sich: Ihr Theater am Torbogen in Rottenburg kooperiert neuerdings mit dem Melchinger Theater Lindenhof. Und die Zuschüsse stimmen noch.

Lauter gute Neuigkeiten gab Anne-Kathrin Klatt, die Intendantin des Rottenburger Theaters am Torbogen, in einem Pressegespräch bekannt.

 

Die wohl wichtigste Nachricht: Das kleine auf Figurentheater spezialisierte Haus kooperiert neuerdings mit dem Theater Lindenhof in Melchingen. Das Torbogen-Theater wolle sich zum Zweck der gegenseitigen Stärkung mit „interessanten Kulturplayern“ in der Umgebung Rottenburgs vernetzen und austauschen.

Besuche auf und von der Alb in Rottenburg

So bringt das Theater Lindenhof einige seiner Inszenierungen nach Rottenburg und bekommt dafür im Gegenzug Puppentheater für Kinder vom Theater am Torbogen. „Wir bekommen dadurch ein breiteres Profil“, sagte Simone Haug, im Lindenhof zuständig für Öffentlichkeitsarbeit, bei dem Pressegespräch. „Kindertheater haben wir bis Dezember 2025 nie gemacht“, so Haug, „die Kapazität haben wir gar nicht.“ Die beiden Theater haben ihre Vereinbarung vertraglich untermauert.

Die nähere Zukunft der Kooperation sieht so aus: Lindenhof-Schauspieler Luca Zahn kommt mit dem Stück „Malala – Mädchen mit Buch“ am Sonntag, 25. Januar (18 Uhr), ans Torbogen-Theater. In dem Stück geht es um die pakistanische Frauenrechtsaktivistin Malala Yousafzai, die 2014 im Alter von nur 14 Jahren den Friedensnobelpreis bekam. An die Vorstellung schließt sich ein „Artisttalk“ an, ein Gespräch zwischen Publikum und Künstler.

Außerdem besucht der Lindenhof das Theater am Torbogen mit den Stücken „Einwandfrei Manfred“ mit Stefan Hallmayer (Sonntag, 1. März, 18 Uhr, sowie Montag, 2. März, 10 Uhr) und „Wer lange wartet, stirbt“ (Sonntag, 19. April, 18 Uhr, sowie Montag, 20. April, 10 Uhr). Letzeres ist der Monolog einer Klimaaktivistin.

Finanzen für ein paar Jahre gesichert

Obwohl derzeit wegen der allgemein schlechten Finanzlage überall gespart wird, hat das Landesministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst seine Fördermittel fürs Theater am Torbogen verstetigt. „Das bedeutet, dass uns die jährlich 30.000 Euro für die nächsten Jahre sicher sind und wir nicht von Jahr zu Jahr bangen müssen“, so Klatt.

Der Landkreis gebe dem Theater am Torbogen weiterhin 30.000 Euro pro Jahr. Und auch die Stadt Rottenburg habe ihren Zuschuss in Höhe von 70.000 Euro pro Jahr nicht gekürzt. „Wir sind sehr froh, dass die Stadt so hinter uns steht“, sagte Klatt am Freitag, „das ist sehr außergewöhnlich.“ Von der viel beklagten Personalkostensteigerung sei ihr Theater nicht betroffen. Klatt: „Wir haben keine einzige feste Stelle, und unser Ensemble sind die Puppen.“