Das Theater am Ring in Villingen soll saniert werden. Foto: Eich

Das Theater am Ring muss in vielerlei Hinsicht dringend erneuert werden. Von Sanitäranlagen bis zum Dach weist das Gebäude Baustellen auf. Der Technische Ausschuss soll nun den Planungsauftrag vergeben.

VS-Villingen - Das heutige Theater am Ring wurde 1938 als Kino errichtet und 1973 für die Theaternutzung erweitert sowie umgebaut. Der Zuschauerbereich hat mit 681 Sitzplätzen auch heute noch ausreichend Kapazität. Wie in der Sitzungsvorlage für den Technischen Ausschuss, der am Dienstag, 7. Dezember, tagt, deutlich wird, gibt es aber zahlreiche Baustellen. "Die Bestuhlung wurde 2019 erneuert, jedoch entspricht weder die technische Ausstattung der Heizungs-, Lüftungs-, Sanitär- und Elektroinstallation, noch die Konzeption in Bezug auf Baurecht und Brandschutz den heutigen Anforderungen", heißt es. Hinzu kommt, dass am Dachtragwerk vor zwei Jahren eine Verbindung versagte und die Dachkonstruktion deshalb provisorisch ertüchtigt werden musste. "Eine endgültige Überarbeitung oder Erneuerung der Dachkonstruktion ist zwingend erforderlich."

150 000 Euro bereitgestellt

Um über die Zukunft des Theaters am Ring zu entscheiden, hat der Gemeinderat im Finanzhaushalt 2021 unter der Überschrift "Theater am Ring, Generalsanierung" Planungsmittel in Höhe von 150 000 Euro zunächst für eine Projekt- und Machbarkeitsstudie bereitgestellt. Deren Ergebnisse sollen Aufschluss für Investitions-Entscheidungen der kommenden Haushaltsjahre zum Weiterbetrieb des Theaters geben.

Zur Findung eines für die Machbarkeitsstudie geeigneten Planungsbüros hat die Verwaltung drei Planungsbüros, mit jeweils einschlägigen Erfahrungen im Theaterbau, zur Erstellung eines Angebotes angefragt. Den Büros wurde jeweils, zur Erfassung der sehr komplexen Aufgabe, eine örtliche Besichtigung des Theaters angeboten.

Angebot liegt bei rund 77 000 Euro

Die Verwaltung empfiehlt, nach ausführlicher Wertung der eingegangenen Angebote, das Büro "Raum + Szene, Technik und Architektur, Consulting für Theater, Konzert und Live-Performance Reinhold Daberto, Dipl.-Ing. Univ. Architekt" aus Neuried mit der Machbarkeitsstudie zu beauftragen. Dieses Ingenieurbüro habe seinerzeit bereits den Bühnenturm geplant und die Maßnahme begleitet. Die Honorarsumme beläuft sich laut Angebot auf rund 77 000 Euro.

Apropos Turm: Der Theaterturm wurde 1997 erneuert und verfügt neben einem Orchestergraben über alle notwendigen Räumlichkeiten, welche für ein Gastspielhaus notwendig sind. Er ist durch einen brandschutztechnisch wirksamen Bühnenvorhang mit Sprinkleranlage vom Zuschauerbereich getrennt und verfügt über alle notwendigen technischen und sicherheitsrelevanten Ausstattungen. Es ist vorgesehen, den Bühnenturm in seinem jetzigen Zustand zu erhalten und weiter zu nutzen.

Info: Anforderungen und Leistungen

In der Folge sind die Anforderungen des Amtes für Gebäudewirtschaft und Hochbau (GHO) der Stadt Villingen-Schwenningen sowie die geforderten Leistungen aufgelistet.

Anforderungen an die Studie:

■ Analyse der Grundlagen, gegebenenfalls Abstimmung mit notwendigen Fachplanern zur Realisierung der geforderten Studie (der Aufwand externer Planer ist ins Angebot mit aufzunehmen).

■ Abstimmung der Ergebnisse auf baurechtliche Genehmigungsfähigkeit.

■ Der vorbeugende und auch der organisatorische Brandschutz ist zu beachten, darzustellen und zu berücksichtigen.

■ Kostenschätzung nach DIN 276 mit nachvollziehbaren Kennwerten (BKI oder andere vergleichbare Objekte beziehungsweise Grobelemente).

■ Zusammenfassung, Erläuterung und auch Dokumentation der Ergebnisse auch als Grundlage für andere nachfolgend an der Planung fachlich beteiligter sowie zur Präsentation in Gremien.

■ Darstellung des Entwurfs-und Organisationskonzepts.

■ Das vorhandene Raumprogramm ist zu beachten und beizubehalten (sinnvolle oder vorgeschriebene Ergänzungen oder Reduzierungen sind zu begründen).

Geforderte Leistungen:

■ Grundrisse, Schnitt und Ansicht der Studie; Präsentation im Gremium

■ Kostenschätzung nach DIN 276 mit nachvollziehbaren Kennwerten getrennt nach rechtlich notwendiger Maßnahmen und solche die beispielsweise einen höheren Standard, Wohlfühlatmosphäre oder auch verbesserte Sprachverständigung mit sich bringen

■ Maßnahmenbeschreibung, zum Beispiel Rückbau, Sanierung Abbruch auf Gebäudeteilebene

■ Beschreibung der technischen Anlagen HLSE

■ Stellungnahme zum Brandschutz und Baurecht