Im Weiler Theater am Mühlenrain steht die Premiere der neuen Komödie „Wie entsorge ich meinen Alten“ bevor. Auf das Publikum warten unterhaltsame Abende mit dem hauseigenen Ensemble.
Lockenperücke, Jogginghose, Schlappen und Sweatshirt mit dem Aufdruck des Boxerhelden „Rocky“: So leger kommt der Gelegenheitsarbeiter Karl daher. Ein patenter Kumpeltyp, der mit allen möglichen Jobs Geld verdient und sich mit Spitznamen nach seinem großen Idol, dem Filmboxer, nennt.
Karl ist die Hauptfigur in der Komödie „Wie entsorge ich meinen Alten“, die als neue hauseigene Produktion im Weiler Theater am Mühlenrain (TaM) auf die Bühne kommt. Gespielt wird dieser sympathische, aber auch etwas chaotische Rocky von Klaus-Peter Klein, dem Leiter des beliebten Kleinkunst-Theaters in Altweil.
Der gewiefte Theatermann übernimmt in diesem Stück des Autorenduos Sabine Misiorny und Tom Müller sogar eine Doppelrolle. In schnellem Wechsel gibt er noch den Zahnarzt Dr. Fleischmann, der ein völlig anderer Charakter ist als der hilfsbereite, ständig in Geldnöten steckende Rocky. Als Dentist taucht Klaus-Peter Klein in weißen Hosen und Arztkittel auf, also schon optisch völlig konträr zum Jogginghosen-Typ.
„Das ist auch wichtig bei einer Doppelrolle, dass die Figuren vom Optischen her völlig unterschiedlich sind“, sagt Klein. Es sei schon länger her, dass er zuletzt zwei Rollen in einem Stück gespielt hat, aber von seiner Zeit als Fasnächtler sei er solche schnellen Rollenwechsel gewöhnt.
Der passionierte Schauspieler ist froh, dass er wieder voll in die Probenarbeit mit seinem TaM-Team einsteigen kann. Drei Wochen lang hatte er wegen eines Infekts bei den Proben zum Stück pausieren müssen. Nun werden die Zügel kräftig angezogen, um die versäumte Probenzeit aufzuholen. So hat jetzt eine Intensiv-Probenphase begonnen, in der auch am Sonntag und dann jeden Tag bis zur Premiere am 17. April an der turbulenten Verwechslungskomödie gefeilt wird.
Kurzfristige Umbesetzung
„Es wird stressig, aber wir kriegen das hin“, zeigt sich Klaus-Peter Klein zuversichtlich. Kurzfristig musste er auch noch eine Rolle umbesetzen. Für Stefanie Misteli springt in den ersten Vorstellungen Regisseurin Emine Akman in der Rolle der Zahnarzt-Gattin ein. Nach vier Wochen übernimmt dann Cornelia Sommer, mit der Klaus-Peter Klein aktuell auch im Zwei-Personen-Stück „Achterbahn“ auf der Bühne steht, diesen Part der Ehefrau, die nichts von den amourösen Abenteuern ihres Mannes ahnt.
Klaus-Peter Klein ist dankbar, dass er so spontan eine Lösung für die Umbesetzung gefunden hat und auf so bewährte Darstellerinnen wie Akman und Sommer zurückgreifen kann, „die für das Theater brennen“.
Als Geliebte Jacqueline ist Claudia Giordano zu erleben, die ebenso keine Unbekannte für das Publikum mehr ist. Die weibliche Hauptrolle in der Komödie liegt bei Sandra Trefzer ist besten Händen. Die beliebte Schauspielerin gibt die ebenso resolute wie neugierige Hausmeisterin und Hausverwalterin, die sich gern in alles einmischt.
Christine Krauth, ebenfalls ein Publikumsliebling, pausiert zwar, aber immerhin wird ihre Stimme als eifersüchtige Freundin von Rocky vom Band zu hören sein.
Und worum geht es in diesem Stück? Rocky, immer knapp bei Kasse, hat sich auf Entrümpelungen und die Entsorgung ausrangierter Dinge spezialisiert. Ein Auftrag führt ihn die neue Wohnung des Zahnarztes Dr. Fleischmann, wo er bei der Renovierung Sachen entrümpeln soll - darunter eine rätselhafte Kiste mit unbekanntem Inhalt.
Für Aufregung sorgen auch die Damen: Während die Geliebte des Zahnarzts glaubt, das neue Domizil sei ein „Liebesnest“, versteht die Ehefrau die Immobilie als neue Stadtwohnung. Die Folge ist eine Kette von Missverständnissen, Verwicklungen und Verwechslungen.
Spezialistin für Komödien
Regisseurin Emine Akman, eine Spezialistin für Komödien, treibt die Situationskomik, das Tempo und den Humor noch auf die Spitze.
Klaus-Peter Klein hat das Stück etwas bearbeitet. Gespielt wird wie gehabt in alemannischer Mundart. Nur zwei der Darstellerinnen, Akman und Giordano, sprechen keinen Dialekt.
Das Bühnenbild zeigt eine Wohnung, die gerade renoviert wird, voller Farbkübel und Plastikplanen.
Impresario Klein steckt wieder voller Tatendrang. So kann er eine der wegen Erkrankung ausgefallenen Vorstellungen von „Achterbahn“ mit Cornelia Sommer am 13. Mai nachholen. Es läuft also wieder rund im Theater am Mühlenrain.
Termine: Premiere am 17. April, weitere Aufführungen am 18., 19., 26., 30. April, sowie im Mai und Juni, Beginn jeweils 20.15 Uhr, sonntags 19.15 Uhr. Karten unter www.tam-weil.de und bei der Buchhandlung Lindow Tel. 07621/713 34.