Jonas Eisemann aus Schwenningen überzeugte die Jury bei „The Voice of Germany“. Im Team von Pop-Sänger Mark Forster bereitet er sich nun auf die „Battles“ vor. Foto: SAT.1/ProSieben/Claudius Pflug

Drei von vier Juroren in der Pro7-Sat1-Show „The Voice of Germany“ wollten ihn haben: Am Ende entschied sich der Schwenninger Jonas Eisemann für das Team von Pop-Sänger Mark Foster und ist in der Casting-Show eine Runde weiter.

Schwenningen - Eigentlich sind Castingshows nicht so sein Ding, erzählt Jonas Eisemann im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. "Musik sollte kein Wettbewerb sein", meint der 26-Jährige. Warum er sich dennoch bei der elften Staffel der beliebten Castingshow von Pro7 und Sat1 "The Voice of Germany" angemeldet hat, hat einen simplen Grund: Eisemann liebt das Musikmachen. Und da er in der Coronapandemie mit seiner Band nicht vor Publikum spielen konnte, suchte er eben in der Show den Weg auf die Bühne.

Tattoos, Piercings und Dreadlocks

Am Donnerstagabend zur Primetime war der Schwenninger mit den vielen bunten Tattoos, Piercings und den Dreadlocks in der neunten "Blind-Auditions"-Show auf Pro7 zu sehen. Doch sein auffälliges Aussehen nutzt dem Sänger und Frontmann der Schwenninger Band "Corny Joke" in diesem Format reichlich wenig. In den "Blind-Auditions", der Vorrunde der Casting-Show, sitzt die vierköpfige Jury mit dem Rücken zu den Sängern. Losgelöst von Aussehen und Performance bewertet sie nur die Stimme und das Gesangstalent. Gefällt einem der vier prominenten Juroren, was er hört, signalisiert er mit einem roten Knopf, dass er genau dieses Talent in seinem Team möchte. Im weiteren Verlauf der Show sind die Jurymitglieder die Gesangscoaches ihrer Schützlinge.

Als Einstimmung auf Eise­manns Auftritt wurde in der Show eine kurze "Homestory" gezeigt. Ein Fernsehteam hat den Industriemechaniker in seinem Heimatdorf Schwenningen besucht. Dort renoviert er derzeit mit seinen Freunden das Elternhaus seiner Mutter, in das er bald mit Freundin und Kumpels ziehen möchte. Auch seine Eltern kommen darin zu Wort: "Auf der Bühne isch der saumäßig gut", sagt sein Vater, was dem Publikum, das des Schwäbischen nicht mächtig ist, mit Untertiteln verständlich gemacht wurde.

Doch eigentlich unnötig: Eisemanns Auftritt sprach für sich selbst und bewies, dass er ein "saumäßig" guter Musiker ist.

Mit viel Gefühl in der Stimme

Mit viel Gefühl in der Stimme und instrumental begleitet auf der Gitarre sang Jonas Eise­mann vor Jury, Studiopublikum und Millionen Zuschauern vor den Fernsehern "Undercover Martyn", im Original von der Indierock-Band "Two Door Cinema Club" – allerdings in seiner eigenen, etwas langsameren Akustik-Version.

Die Gesichter der Juroren zeigten, dass sie mochten, was Eisemann da von sich gab. Als erstes drehte sich der Musiker Johannes Oerding zur Bühne um. Fast zeitgleich folgten ihm die Jurymitglieder Mark Forster und Nico Santos. Einzig allein Sängerin Sarah Conner war nicht so begeistert und drückte den großen roten Knopf nicht.

"Das war einfach schön", sagte Mark Forster, der sich in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland als Popsänger einen Namen gemacht hat. "Vor allem das Flüstern hat mich überzeugt."

Genau das gefiel auch dem Sänger und Songwriter Nico Santos: "An den Stellen, an denen Du am zerbrechlisten warst, warst Du am besten" – "Du bist ein Hammertyp!"

Johannes Oerding, der als erster den Schwenninger Sänger in sein Team holen wollte, genoss vor allem die Stimmung, die Eisemann transportierte: "Das klingt wie: Setz dich mal hin, ich erzähle euch eine Geschichte."

Schwere Entscheidung

Die Entscheidung, mit welchem Juror er im weiteren Verlauf der Show als Gesangscoach zusammenarbeiten möchte, fiel Eisemann sichtlich schwer. "Ich habe mir vorher keine Gedanken darüber gemacht, dass ich die Auswahl habe", erklärte er im Nachhinein im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Sein Bauchgefühl entschied sich schließlich für Mark Forster.

In der nächsten Runde, für die sich Eisemann in der Show am Donnerstagabend qualifiziert hat, stellt der 26-Jährige sich im direkten Vergleich einem Kontrahenten: In den "Battles" singen jeweils zwei oder drei Talente aus dem selben Team gemeinsam einen Song – doch nur einer von ihnen kann in die nächste Runde kommen. Entschieden wird dies vom jeweiligen Coach, mit dem sie sich auf die "Battle-Shows" vorbereitet haben – für Eisemann ist das Mark Forster.

Der Sendetermin, an dem Jonas Eisemann in der nächsten Runde von "The Voice of Germany" zu sehen ist, ist noch nicht bekannt. Die erste von insgesamt vier Battle-Shows wird am kommenden Donnerstag, 11. November, ab 20.15 Uhr, ausgestrahlt.