Hannes Kapala bei "The Voice Kids": Mit "Down" von Jack Curley stand er vor den Kameras. Foto: SAT.1/André Kowalski

Die Bühne zieht Hannes Kapala an, er singt, seit er denken kann. Dass es der junge Hechinger draufhat, beweist er im Fernsehen: Er hat es bei "The Voice Kids" in die Blind Auditions – das Vorsingen vor echten Stars – geschafft.

Hechingen - Endlich durfte er: Schon oft hat Hannes seine Mama Ulrike gefragt, vergangenes Jahr gab sie ihr Einverständnis für eine Bewerbung bei "The Voice Kids". Bei der Samstagabend-Show auf Sat.1 treten junge Gesangstalente auf und wünschen sich, dass wenigstens ein Coach auf den Buzzer schlägt. Das nämlich bedeutet die Eintrittskarte in die nächste Runde der Musik-Castingshow für Kinder. Die Juroren sehen die Kandidaten in den Blind Auditions nicht, hören sie nur. Wer auf den roten Knopf drückt, dreht sich mit seinem Stuhl in Richtung Bühne – und der junge Sänger ist eine Runde weiter.

 

Die Gesangslehrer der neunten Staffel: der deutsch-spanische Sänger Alvaro Soler, Popsänger Wincent Weiss, Michi Beck und Smudo von den Fantastischen Vier sowie Stefanie Kloß von Silbermond. Hannes findet "alle cool, die Konstellation war so noch nie da".

"Bis jetzt haben wir auf die Bremse gedrückt, weil er zu klein war", sagt Mama Ulrike über Hannes’ Ambitionen. "Doch Musik ist sein ganzes Leben." Mit der Jugendmusikschule hatte der 14-Jährige Auftritte, spielt in der Band Wolfbeats und erinnert sich an seinen allerersten Auftritt: "bei der Hochzeit meiner Tante und meines Onkels".

Jetzt also die Fernsehbühne. Hannes nahm im vergangenen Jahr ein Video für Sat.1 auf, sang John Legends Ballade "All of me" – so überzeugend, dass ein paar Wochen später die Nachricht ins Haus flatterte, dass er zur Scouting-Tour nach Stuttgart eingeladen wird. Er sang wieder, diesmal live, gab ein langes Interview – und wartete erneut. "Und dann durfte ich nach Berlin. Aufregend!"

"Gefühl ist anders,wenn da 2000 Leute sitzen undeinem zujubeln"

Die Bühne sei kleiner als im Fernsehen, dafür der Saal riesig, die roten Stühle der Coaches ganz nah. "Sie sitzen wirklich nicht weit weg." In der Maske konnte er zumindest einen Blick auf den einen oder anderen Star erhaschen. "Ich wurde dort für die Kamera fertig gemacht und geschminkt." Bei den Proben spielte Hannes mit der Band, eine Gesangslehrerin gab Tipps, besser ins Mikrofon zu singen beispielsweise.

Und wie ist das in Corona-Zeiten, unterm Scheinwerferlicht, die Kameras auf einen gerichtet, aber ohne großes Publikum? "Es saßen vereinzelt Leute im Saal, meine Maske kam nur zum Singen runter – da waren sie streng." Und: "Das Gefühl ist anders, wenn da 2000 Leute sitzen und einem zujubeln, aber tragisch ist es nicht." Hauptsache ist für Hannes, dass er es in die Show geschafft hat. "Der Kopf hat’s nicht ganz realisiert, dass dort kaum jemand sitzt, wenn man erst mal auf der Bühne steht."

Seine wichtigsten Zuhörer sitzen sowieso vor dem Fernseher. Nur seine Familie weiß schon, ob es für ihn weitergeht – noch darf er es nicht verraten. "Meine Freunde können es gar nicht abwarten, bis die Show ausgestrahlt wird. Alle freuen sich."