David Hasselhoff im September 2006 bei einer Filmpremiere in London. Foto: dapd

Am 17. Juli feiert David Hasselhoff seinen 60. Geburtstag. Unvergessen: sein Besuch in Stuttgart.

New York/Stuttgart - Aus irgendeinem Grunde hält sich in den USA das Gerücht, die Deutschen würden David Hasselhoff lieben. Immer noch. Auch in Europa ist er zwar längst abgemeldet, aber immerhin: Seine Serie „Baywatch“ über die „Rettungsschwimmer von Malibu“ wird ständig irgendwo wiederholt und deutsche Autotuner verkaufen nach wie vor Leuchtleisten, die zumindest äußerlich aus jedem Kadett ein „K.I.T.T“-Wunderauto machen. David Hasselhoff, Erfolgsgarant der 80er und 90er Jahre, wird 60.

Vor fast genau zwei Jahren war "The Hoff" in Stuttgart zum Greifen nah. Seine Fans kreischen und johlen, als Hasselhoff zu einer Signierstunde einen Buchladen in Stuttgart betrat. Mit Plakaten und Schwimmflügeln ausgestattet, jubelten sie "ihrem" David zu. Der weltweit wohl bekannteste Rettungsschwimmer war unter die Schriftsteller gegangen und hatte auf einer Deutschlandtour seine Autobiografie "Wellengang meines Lebens" vorgestellt.

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Immerhin hat auch alles in Deutschland begonnen. Nicht in Hasselhof bei Kassel, wie Hasselhoff einst dachte. Stattdessen ist Meta Hasselhoff 1865 aus Völkersen bei Bremen nach Baltimore ausgewandert. 87 Jahre später, die gute Meta war längst tot, wurde in eben diesem Baltimore ein Knabe geboren und David Michael Hasselhoff genannt - auch wenn er sich später gern „The Hoff“ nennen lies. Das taten einige schon in der Schule und an der Universität, wo der große, kräftige Lockenkopf beliebt war. Hier spielte er auch schon in Theater mit.

Der Mann, der mit seinem Auto spricht

Mit gerade 23 ergatterte er die Rolle des Arztes „Snapper“ Foster in „Schatten der Leidenschaft“. Die Serie läuft immer noch, jeden Tag, seit fast 40 Jahren und ist ein Stück amerikanisches Kulturgut. Sieben Jahre war Hasselhoff dabei, dann wurde er „Michael Knight“, der Mann, der mit seinem Auto sprach. Das tun viele Männer, aber das hier antwortete sogar. Und half seinem Fahrer bei der Jagd nach Ganoven. K.I.T.T. („Knight Industries Two Thousand“) war kugelsicher und dank künstlicher Intelligenz zuweilen seinem Fahrer überlegen.

„Looking for Freedom“ war 1989 nicht sein erster Song und er war auch nicht der erste, der das Lied sang. Aber irgendwie passte dieser 80er-Jahre-Typ mit dem 80er-Jahre-Sound und der Stimmung von 1989: Ich habe nach Freiheit gesucht. Nach dem Nummer-1-Hit wurde Hasselhoff sogar nachgesagt, er fühle sich für den Fall der Mauer zumindest mitverantwortlich. „Kompletter Müll“, sagte er - 22 Jahre später.

Als Sänger vor allem in Deutschland erfolgreich

Der Sänger Hasselhoff war tatsächlich vor allem in Deutschland ein Erfolg - mit „Baywatch“ räumte er weltweit ab. War die Handlung auch dünn - weltweit sahen zeitweise eine Milliarde Menschen zu, wenn Pamela Anderson oder Carmen Electra in knappen roten Badeanzügen in Zeitlupe über den Strand eilten. „Baywatch“ verkaufte sich in mehr als 140 Länder und wurde laut „Fernsehlexikon“ zur erfolgreichsten Serie des 20. Jahrhunderts. Was macht es da schon, dass „Mitch Buchannon“ (Hasselhoff) mit einem Boot explodiert, später aber trotzdem wieder mit dabei war.

Danach kam nicht mehr viel. Immerhin hatte Hasselhoff genug Humor, sich in einigen Filmen selbst auf die Schippe zu nehmen. Doch richtig viele Zuschauer hatte nur ein Video, dass seine Tochter von ihm 2007 machte: Hasselhoff am Boden, halbnackt und volltrunken, beim Versuch, einen Hamburger zu essen. „Jeder hat Probleme, meine sind nur ein bisschen besser dokumentiert“, sagte er später. 2010 ließ er die ganze Familie für eine Realityshow abfilmen. Glück hatte er auch da nicht. „The Hasselhoffs“ wurden abgesetzt - nach zwei Folgen.

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