Wilhelm Heim Foto: Dehner

Der langjährige Thanheimer Metzgermeister i. R. Wilhelm Heim ist tot. Er verstarb im Alter von 89 Jahren am Montag im Zollernalb Klinikum Albstadt. Die letzten eineinhalb Jahre verbrachte er krankheitsbedingt im Bisinger Pflegeheim "Haus im Park".

Bisingen-Thanheim - Kurz nachdem Heim nach Aufgabe seiner Metzgerei im Jahr 2005 mit 73 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand ging, ereilte ihn ein Schlaganfall, der ihm seinen weiteren Lebensabend sehr erschwerte. Trost fand er in seiner Ehefrau Annemarie, die ihn noch lange Jahre zuhause pflegte und sein Leben so erträglich wie möglich gestaltete. In den Sommermonaten konnte man ihn noch oft auf seinem Bänkchen vor der Metzgerei antreffen, wo er mit Freude dem Autoverkehr zuschaute und mit den vorbeigehenden Fußgängern ein Schwätzchen hielt.

Im Alter von 25 Jahren nach Thanheim gekommen

Über viele Jahre hinweg war Wilhelm Heim ein bekannter Thanheimer Bürger, der mit seiner Metzgerei Heim und seiner Wurst vielen Menschen in der Region ein Begriff war und dem es vor allem die Thanheimer zu verdanken hatten, dass sie eine lange Zeit nicht auswärts ihre Fleisch- und Wurstwaren einkaufen mussten. Manche Wurstsorten und vor allem seine Maultaschen waren weithin bekannt. 35 Jahre von 1970 bis 2005 war seine Metzgerei in Thanheim nicht nur ein Einkaufsort, sondern ein Platz, wo sich Menschen trafen und ein kurzes Schwätzchen hielten. Die Metzgerei Heim gehörte genauso zu Thanheim, wie die sprichwörtliche Kirche im Dorf oder die früheren Lebensmittelläden von Arthur Straub und Melchior Dehner.

Der gebürtige Hechinger Wilhelm Heim, Jahrgang 1932, hatte drei Geschwister, von denen noch die Schwester Emilie in Rangendingen lebt. Mit 25 Jahren kam er nach Thanheim, wo er Annemarie Dehner, die jüngste Tochter des damaligen Bürgermeisters Konstantin Dehner im Jahre 1957 ehelichte. Aus der Ehe entsprangen vier Kinder, die mittlerweile längst ihre eigenen Familien gegründet und ihre Lebenslinien gefunden haben. Schon länger Opa von drei Enkeln und einer Enkelin wurde dem Verstorbenen in diesem Jahre noch die Freude als Uropa zuteil.

Manch ältere Thanheimer werden sich noch daran erinnern, dass Heim am 1. November 1957 mit seiner Frau das Gasthaus "Zur Traube" samt Metzgerei in den Nebenräumen betrieb, das er von der Familie Schairer gepachtet hatte. Schon damals entwickelte sich diese Metzgerei sehr gut, weil auch Räumlichkeiten bestanden, wo man Großvieh und Schweine schlachten konnte.

Nach der Aufgabe der Traubenmetzgerei im Jahr 1965 arbeitete er als Meister in den folgenden Jahren in Onstmettingen und Truchtelfingen, bevor er am 1. Juni 1970 im elterlichen Haus der Ehefrau eine neue Metzgerei eröffnete, zunächst als Filiale der damals größeren Metzgerei von Benno Fecker in Zimmern.

Ab 1978 folgte dann die 27-jährige selbstständige Ära. Wilhelm Heim war ein Metzger der alten Schule, tatkräftig, raue Schale, hart zu sich selbst, ein Mann klarer Worte, zuweilen humorvoll, rundum, jemand, der sich nicht verbiegen ließ. Vor allem war er auch sehr neugierig, denn es gab kaum jemand, der um die Geschehnisse im Ort, auch durch seine Metzgerei bedingt, besser Bescheid wusste als er. So konnte er in seinem langen Arbeitsleben jederzeit die neuesten Orts-Nachrichten, ob wichtig oder nicht, zum Besten geben. In diesem Sinne hat er neben seinen früheren Wurstspezialitäten auch ein Stück lebendige Ortsgeschichte verkörpert und so werden ihn viele in guter Erinnerung behalten.