Die KiK-Filiale in der Calwer Lederstraße Foto: Klormann

Noch im ersten Quartal 2026 sollen 50 Filialen des Textil-Discounters KiK geschlossen werden. Vier Niederlassungen gibt es im Kreis Calw. Die Frage ist nur, wie lange das so bleibt.

Des einen Freud ist des anderen Leid – so ließen sich die Anfänge der KiK-Filiale in Calw beschreiben.

 

Nachdem im Herbst 2016 bekannt geworden war, dass eine italienische Investorengruppe das Modeunternehmen Charles Vögele kaufen und sich vom deutschen Markt zurückziehen werde, war auch das Schicksal der Vögele-Filiale in Calw besiegelt.

Langen Leerstand gab es nicht; bereits im Herbst 2017 zog an selber Stelle in der Lederstraße eine Niederlassung des Textil-Discounters KiK ein.

Nun stehen viele KiK-Filialen selbst auf der Kippe.

Bereits im ersten Quartal 2026, so ist seit geraumer Zeit klar, sollen rund 50 Geschäfte geschlossen werden, etwa die Hälfte davon in Deutschland.

Das Unternehmen will sich damit von Niederlassungen trennen, die nicht rentabel arbeiten.

Wirtschaftlich schwache Standorte betroffen

Hintergrund ist die wirtschaftliche Situation des Mutterkonzerns Tengelmann. Dieser meldete für 2023 einen Umsatz von 2,428 Milliarden Euro; für 2025 geht KiK demgegenüber nur von einem extrem kleinen Wachstum auf 2,430 Milliarden Euro aus.

Dennoch erklärte das Unternehmen unlängst gegenüber der „Augsburger Allgemeinen“, der Großteil der europaweit rund 4200 Filialen sei profitabel; zudem plane KiK sogar neun Neueröffnungen.

Das ändert aber nichts am Vorhaben, wirtschaftlich schwache Standorte zu schließen. Eine konkrete Liste, wo die Schließung bevorsteht, ist indes bis heute nicht bekannt.

„Prozess der Portfoliobereinigung nicht abgeschlossen“

Fest steht dagegen: Im Kreis Calw gibt es neben der Niederlassung in der Hesse-Stadt noch drei weitere in Ebhausen, Bad Wildbad und Nagold.

Und auf Anfrage unserer Redaktion teilte der Textil-Discounter nun mit, dass die Filialen im Landkreis „nicht von den angekündigten Schließungen betroffen sind“. Aber: „Gleichzeitig möchten wir betonen, dass der Prozess der Portfoliobereinigung nicht abgeschlossen ist.“

Mit anderen Worten: Auch anderen unrentablen Niederlassungen dürfte noch die Schließung drohen. Medienberichte sprechen von bis zu 170 Standorten, die als wirtschaftlich nicht profitabel eingestuft würden.

Raum für Spekulation

Die obige Formulierung im Zusammenhang mit den Filialen im Kreis Calw lässt vor diesem Hintergrund Raum für Spekulation. Sicher ist für den Moment aber: Die KiK-Niederlassungen in der Region sind nicht von der aktuellen Schließungswelle betroffen.

KiK gehört nach eigenen Angaben „zu den führenden Textil- und Non-Food-Discountern Europas“, heißt es auf der Internetseite des Unternehmens.

Insgesamt betreibt der Textil-Discounter 4200 Filialen in 14 Ländern auf 2,4 Millionen Quadratmetern Verkaufsfläche. KiK beschäftigt rund 32 000 Mitarbeiter und zählt etwa 225 Millionen Kunden pro Jahr.