Immer mehr Hausacher Landwirte können nicht mehr ausschließlich von ihren Rindern leben. Foto: Kirchner (Symbolfoto)

Nicht einmal mehr ein Drittel aller Hausacher Landwirte kann seinen Hof als Haupterwerbsquelle nutzen. Dass ist das Ergebnis einer Umfrage, an der 52 Landwirte teilgenommen haben. Die Ergebnisse wurden am Montag vorgestellt.

Hausach - Roland Klink vom Büro für Landschaftsökologie in Freiburg war in die Stadthalle eingeladen worden, um sein Konzept zur Sicherung der Mindestflur vorzustellen. Dafür wurde der Bestand der Flächen in der Stadt unter der Burg kategorisiert, Maßnahmen empfohlen und die Hangneigungen aufgezeigt.

Dieses Gutachten gibt den Landwirten die Möglichkeit, mit dem Landschaftserhaltungsverband Ortenaukreis Landschaftspflegeverträge abzuschließen. "In einem solchen Vertrag stehen flexible Zeiten zum ersten Schnitt und den Richtlinien zur Düngung", erklärte Regina Ostermann, Geschäftsführerin vom Verband auf Nachfrage eines Landwirts.

Klink fragte mit seinem Team für das Gutachten auch den Status der Hausacher Landwirte ab. 52 Landwirte antworteten auf die Fragebögen. Demnach betreiben lediglich noch 27 Prozent der Landwirte ihren Hof im Haupterwerb, 64 Prozent können nur noch auf einen Nebenerwerb setzen. "Die Zahl der Haupterwerbsbetriebe geht deutlich zurück. In Hausach sind es vielleicht noch zehn", so Klink. Dass sich der Betrieb finanziell immer weniger lohnt, unterstrich auch die Aussage von 50 Prozent der Befragten, die Landwirtschaft als ihr "teures Hobby" bezeichneten.

Bei der Nachfolgersuche sieht es in Hausach derzeit besser aus. 29 Prozent der Teilnehmer gaben an, einen festen Nachfolger zu haben, bei 15 Prozent ist die Nachfolge ungeklärt. Bei den restlichen Befragten ist die Nachfolgersuche derzeit noch kein akutes Thema. Das Durchschnittsalter der Landwirte liegt bei 50 Jahren.

Rinder und Mutterkühe dominieren in Hausach den landwirtschaftlichen Betrieb. Gemeinschaftliche Bewirtschaftungen werden von einem Großteil der Landwirte bei der Weidehaltung dabei abgelehnt. "Da ändert sich auch meistens nichts zur nächsten Generation", so die Einschätzung von Klink.

Ein Drittel Steilflächen im Grünland

In der Stadthalle waren die Karten mit Gebietsabgrenzungen der Mindestflur, die Darstellung der Biotope und den Hangneigungsstufen ausgestellt. 68 Prozent sind Wald, 19,6 Prozent gepflegtes Grünland und nur sieben Prozent Siedlung. 30 Prozent der Flächen sind Steilflächen mit einer Neigung von 35 bis 50 Prozent. "Insgesamt ist ein gutes Drittel der Grünflächen auf der Gemarkung Steilflächen", betonte der Gutachter.

Zahlreiche Landwirte schauten sich die Ergebnisse für ihr Flurstück an. Die Karten sind auch auf der Internetseite der Stadt Hausach zu sehen, kündigte Bürgermeister Wolfgang Hermann an. "Allerdings ist das Kartenmaterial schon ein paar Jahre alt, wahrscheinlich von 2015. Deshalb wundern Sie sich nicht, wenn nicht jeder Stall drauf ist." Für das Gutachten wurden 50 Prozent der Kosten vom Land übernommen.

Wer mit dem Landschaftserhaltungsverband einen Vertrag eingehen möchte, für den drückt die Zeit. "Die Verträge müssen bis Mai kommenden Jahres fertig sein. Da unser IT-System allerdings ab 2023 umgestellt wird, können wir vor dem 1. Januar nichts machen. Ob alles dann rechtzeitig fertig wird, kann mit der Umstellung nicht garantiert werden", erklärte Ostermann.

Roland Klink empfahl der Stadt Hausach, auf Steillagenbeweidung mit Schafen und Ziegen zu setzen und für die Steillagenmahd Geräte und Maschinen anzuschaffen. "Ein Hangmäher könnte zum Beispiel über die Leader-Förderung besorgt werden", warf Regina Ostermann ein. Für die Offenhaltung der Landschaft werden in dem Gutachten 3,6 Hektar mit Aufforstungspotenzial und ein Hektar zur Rücköffnung ausgewiesen.