Die Sanierung der Rathausfassade in Haslach ab 2027 zählt zu den wichtigsten Projekten der Stadt. Foto: Kleinberger

Die Lage bei den Kommunen im Kinzigtal sieht ernüchternd aus: Die meisten rechnen auch in den Folgejahren mit einem Minus im Haushalt.

Die Kommunen im Kinzigtal haben bereits den Haushalt für das laufende Jahr mit unterschiedlichen finanziellen Mitteln beschlossen (wir berichteten). Doch wie sieht es bei der mittelfristigen Finanzplanung in den kommenden Jahren aus? Und welche Projekte stehen dabei besonders im Fokus? Ein Überblick.

 

Steinach: Die Kommune geht mit einem Minus von 347 000 Euro in das laufende Jahr, hat jedoch vor, diese Summe zu reduzieren. So sieht Steinach für 2027 „nur“ ein Minus von 210 000 Euro vor, das ein Jahr später sogar auf ein Defizit von 52 000 Euro schrumpfen soll. Wichtige Investitionsprojekte, die bis 2029 abgeschlossen sein sollen, stellen unter anderem die Modernisierung des Bauhofs, der Neubau der Mehrzweckhalle in Steinach sowie der flächendeckende Ausbau der Breitbandversorgung dar.

Hofstetten: Grundsätzlich wird sich die Finanzlage in den Jahren 2027 bis 2029 weiter verschlechtern, für 2026 steht ein Minus von 321 000 Euro. Erst ab 2029 ist wieder mit einem positiven Ergebnishaushalt zu rechnen. Wichtige langfristige Maßnahmen sind die Sanierung von Straßen, insbesondere die Kreuzstraße. Kommunale Gebäude und Betriebe wie etwa das Freibad müssen zudem instandgesetzt werden. Die Bundesförderung für Infrastrukturvermögen in Höhe von 1,2 Millionen Euro soll bei der Finanzierung helfen.

Hausach: Die Stadt unter dem Berg muss für 2026 ein großes Minus von 2,4 Millionen Euro einplanen, rechnet jedoch mit einem halb so großen Defizit für 2027 (1.3 Millionen). Gute Nachricht: In den darauffolgenden Jahren kalkuliert die Kommune mit einem positiven Ergebnis (2028: 592 000, 2029: 100 000). Vor allem die Sanierung der Ortsdurchfahrt und Brückensanierungen stehen mittelfristig auf der Agenda von Hausach.

Mühlenbach: Die Kommune weist als einzige im gesamten Kinzigtal ein positives Ergebnis (975 Euro) für 2026 auf. Dies wird sich jedoch voraussichtlich ändern: Das Defizit wird in den folgenden Jahren auf 152 000 Euro (2027) und sogar 172 000 Euro (2028) anwachsen.

Wolfach: Die Prognose der Verwaltung ist optimistisch, denn das aktuelle Minus von 1,7 Millionen Euro soll sich bis 2028 in ein Überschuss von 10 000 Euro verwandeln. Priorität hat ab 2027 Straßensanierungen sowie die Schulentwicklung der Herlinsbach-und Grundschule. Zudem ist für 2029 der Kauf eines neuen Feuerwehrautos geplant.

Oberwolfach: Auch die Nachbargemeinde möchte ihr Defizit (1,1 Millionen Euro) abbauen und möchte das Ziel nach Kalkulation im Jahr 2028 auch erreichen (85 000 Euro im Plus). Ab 2027 nimmt Oberwolfach die Sanierung der Schulstraße 11 ins Visier und plant dafür 1,1 Millionen Euro ein. Die Planung und der Erwerb eines neuen Feuerwehrgerätehauses steht 2028 im Mittelpunkt der kommunalen Pflichtaufgaben. Der Baubeginn soll 2029 erfolgen.

Gutach: Die Bollenhutgemeinde erwartet für die kommenden drei Jahre mit Blick auf die geplanten Investitionen ein finanziellen Verlust. Das laufende Jahr steht noch ein Minus von 154 000 Euro, 2027 kalkuliert die Verwaltung jedoch mit einem Minus von rund 278 000 Euro, 2028 mit einem Anstieg auf Minus 345 000 Euro und im Jahr darauf mit einem Defizit von 279 000 Euro.

Hornberg: Die Nachbarstadt von Gutach rechnet bei der mittelfristigen Finanzplanung auch mit einem steigenden Defizit, das aber deutlich höher ausfallen soll. Bereits von 2026 (Minus von 335 000 Euro) zu 2027 (Minus von 1,6 Millionen Euro) gibt es einen großen negativen Anstieg. Das hohe Defizit soll jedoch in den Folgejahren (2028: Minus von 693 000 Euro, 2029: Minus von 507 000 Euro) wieder sinken. Um dies zu erreichen, plant die Kommune mit der Erhöhung der Kurtaxe ab 2028 sowie die Erhöhung der Gewerbe-und Grundsteuerhebesätze ab 2027.

Fischerbach: Die kleine Gemeinde plant, ihr bestehendes Defizit von 364 000 Euro auf 182 000 Euro in 2027 zu verringern. Danach werde es nach Berechnung der Verwaltung wieder zunehmen (2028: Minus von 310 000 Euro, 2029: Minus von 286 000 Euro). Fischerbach möchte 2027 mit dem Bau einer zentralen Hackschnitzelanlage für kommunale Gebäude beginnen. Des Weiteren will die Gemeinde ein neues Tanklöschfahrzeug kaufen. Die Kanalsanierung zählt auch zu den wichtigen Projekten.

Haslach: Auch die Stadt hat mit einem Defizit für 2026 (970 000 Euro) zu kämpfen, aber auch in den Jahren darüber hinaus. Die Finanzplanung sieht nämlich in 2027 ein Minus von 1,5 Millionen Euro vor, der dann wieder sinken (2028: Minus von 700 000) und anschließend steigen soll (2029: Minus von 1,2 Millionen). Die Sanierung der Rathausfassade zählt zu den größten Maßnahmen und ist für 2027 geplant. Der Breitbandausbau wird Haslach bis 2029 beschäftigen, zudem sind Sanierungsmaßnahmen am Bildungszentrum von 2027 bis 2029 vorgesehen.

Über die Finanzplanung

Die mittelfristige Finanzplanung ist ein zentrales Instrument der Kommunalfinanzen. Es umfasst eine 5-Jahres-Prognose für Einnahmen, Ausgaben und Investitionen, um finanzielle Nachhaltigkeit zu gewährleisten. Sie besteht aus dem Vorjahr, dem laufenden Haushaltsjahr sowie drei Folgejahren und ist eng mit dem Investitionsprogramm verzahnt.