In Glatt hat ein "Walk-in"-Testzentrum eröffnet. Noch am gleichen Tag gab es massive Beschwerden. (Symbolbild) Foto: Tsuguliev_Stock.adobe.com

In Glatt hat an Fronleichnam ein "Walk-in"-Testzentrum eröffnet. Noch am gleichen Tag gab es massive Beschwerden, und das Testzentrum wurde seitens des Gesundheitsamts wegen Mängeln geschlossen.

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Sulz-Glatt - Zur Vorgeschichte teilte die Stadtverwaltung mit, dass die Stadt selbst ein kommunales Schnelltestzentrum in Bergfelden betreibt und derzeit ein weiteres Testzentrum in der Kernstadt vorbereitet. In beiden Testzentren gewährleisten Ehrenamtliche bestimmte Öffnungszeiten, jedoch keinen ganztägigen Betrieb.
Nach der jüngsten Corona-Verordnung sind tagesaktuelle Coronatests Voraussetzung für sehr viele Aktivitäten. Der Bedarf an Tests übersteigt daher mindestens bis zu den angekündigten Lockerungen in Abhängigkeit von der Inzidenz das Angebot bei weitem. Deshalb steht Sulz – wie fast alle anderen Städte – der Initiative privatwirtschaftlicher Unternehmen, Tests anzubieten, positiv gegenüber.

Beschwerden über die Nicht-Einhaltung des Hygienekonzepts

Zur Stölting-Gruppe gehört die H. I. Competence Group, die mehrere hundert Testzentren in Deutschland betreibt. Eingeholte Erfahrungen anderer Kommunen seien durchweg gut gewesen, betonte die Stadt. Daher wurde die Firma seit Anfang der Woche dabei unterstützt, ein Testzentrum in Glatt einzurichten und zu betreiben.

Am Donnerstag ging das Testzentrum in Betrieb, berichtete die Verwaltung. Es habe technische Anlaufschwierigkeiten gegeben, die zunächst beseitigt werden mussten.

Im Laufe des Vormittags habe es Beschwerden über die Nicht-Einhaltung des Hygienekonzepts gegeben. Die Mitarbeiter würden teilweise keine Maske und keinen Schutzanzug tragen, zudem werde nicht regelmäßig desinfiziert. Diesen Beschwerden ging Ortsvorsteher Helmut Pfister sofort nach. Gemeinsam mit der Bereichsleitung des Betreibers wurden die Beschäftigten angewiesen, die Auflagen einzuhalten. Spätere Kontrollen seitens der von einem Bürger gerufenen Polizei sowie des AK Infektionsschutz seien unauffällig verlaufen. Die Mitarbeiter hätten Schutzkleidung getragen,  Verstöße seien nicht erkennbar gewesen.

Am Nachmittag wurde das Gesundheitsamt von einem Bürger über mögliche Mängel informiert. Bei einer Kontrolle stellten die Experten Mängel fest, die zur Schließung führten. Dabei habe es sich laut vorläufigen Informationen der Stadt nicht um hygienische Mängel gehandelt, sondern überwiegend um formale Bedenken bezüglich der Zertifizierung der Tests und des Desinfektionsmittels sowie der Übermittlung von Daten. Allerdings kursieren derzeit Gerüchte, dass die festgestellten Mängel viel gravierender gewesen seien.  

Entscheidungsträger am 5. Juni vor Ort

Gleich am Donnerstag wurde eine Verlagerung in den kleinen Kursaal beschlossen, da dort die Temperaturen niedriger sind und so Probleme durch Hitze für die Testenden und für die Test-Kits ausgeschlossen werden sollen.

Da es sich bei der Überprüfung der Teststelle um ein laufendes Verfahren handelt, gibt das Landratsamt Rottweil zum jetzigen Zeitpunkt keine detaillierten Informationen heraus. "Sofern die Mängel beseitigt und ein ordnungsgemäßer Testablauf seitens des Betreibers sichergestellt ist, kann der Testbetrieb wieder aufgenommen werden", heißt es vom Amt. Ein Vor-Ort-Termin der Entscheidungsträger über eine Wiedereröffnung ist am 5. Juni, 8 Uhr, angesetzt.

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