Zahlreiche Testzentren im Schwarzwald-Baar-Kreis haben kaum noch Kunden. Foto: © weyo – stock.adobe.com

Machen die zahlreichen Testzentren, die im Laufe der vergangenen zwei Jahre eröffnet wurden, überhaupt noch Sinn? Gibt es noch Kunden, ist es wirtschaftlich? Wir haben bei den Zentren nachgefragt.

Villingen-Schwenningen - Die Menschen drängen sich auf den Weihnachtsmärkten und es wird über die Abschaffung der Maskenpflicht in Zügen und Bussen diskutiert. Zudem wurde die Isolationspflicht für an Corona Erkrankte abgeschafft. Gefühlt hat das Thema Corona in der öffentlichen Diskussion deutlich an Brisanz verloren.

Silke Schlicht, die Geschäftsführerin von Astron Personal, betreibt ein Testcenter in ihren Geschäftsräumen. Ursprünglich hatte sie sich für die Eröffnung entschieden, da sie und ihre Mitarbeiter viele Kundentermine hatten und man sich somit selbst vor Ort testen konnte.

Zu Hochzeiten habe man sogar eine Angestellte gehabt, die ausschließlich getestet hat, und es wurde in ein PCR-Testgerät investiert. Mittlerweile werde zwar schon noch getestet, aber so sagt sie, "leben könnte man davon nicht". So habe nicht nur die Anzahl der durchgeführten Tests stark abgenommen, sondern auch die Vergütung. "Zum Glück", fügt sie hinzu, "waren die Tests nie unsere Einnahmequelle und das war auch nie unser Ziel".

Ähnlich sieht es bei Jan Christoph Uhl aus. Er betreibt mit einem Geschäftspartner insgesamt fünf Testzentren im Schwarzwald-Baar-Kreis. Diese seien, so sagt Uhl, "schon eine ganze Weile an der Grenze der Rentabilität". Es habe nicht nur die Anzahl der getesteten Personen stark abgenommen, sondern auch Probleme mit der Vergütung für durchgeführte Tests gegeben. Das sei eine Katastrophe gewesen, weil man als Betreiber natürlich erstmal in Vorleistung gehen muss. Trotzdem denke er jetzt nicht ans Aufhören, weil man auch eine soziale Verpflichtung habe. Er sagt: "Wir sind im Bereitschafts-Modus, falls uns jetzt in der kalten Jahreszeit eine neue Welle erwartet."

Kaum noch jüngere Personen und Verdachtsfälle

Einen andauernden Bedarf an Testzentren sieht Lale Erol, verantwortlich für zwei Teststationen in Villingen. Schließlich herrsche in Krankenhäusern und vielen medizinischen und Pflegeeinrichtungen nach wie vor eine Testpflicht – auch für Besucher. Und da wir in der Region zusätzlich viele Kurbetriebe und -gäste haben, sei der Bedarf nach wie vor gegeben. Lediglich die Demografie der Getesteten habe sich gewandelt. So kämen kaum noch jüngere Personen und Verdachtsfälle, sondern "überwiegend vulnerable Gruppen", sagt Erol.