Im Salon heißt es: Erst das Stäbchen, dann Haare schneiden. (Symbolfotos) Foto: Gollnow, © Bernd Schmidt – stock.adobe.com/ Montage: Kleinau

Alle Friseurkunden müssen einen negativen Coronaschnelltest vorlegen bevor sie einen Salon betreten dürfen. Das ist Stress pur. Friseure aus Oberndorf und Epfendorf kommen nun auf die Idee es ihren Mitarbeitern und Kunden zu erleichtern, indem sie sich selbst zum Tester ausbilden lassen und ihr eigenes Testzentrum eröffnen.

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Oberndorf/Epfendorf - Alle Friseurkunden müssen einen negativen Coronaschnelltest vorlegen bevor sie einen Salon betreten dürfen. Für viele ist das umständlich: Einen Testtermin besorgen, das Testergebnis muss beim Friseurbesuch noch Gültigkeit haben und dann muss man auch noch wissen wo sich testen lassen überhaupt möglich ist. Testen ist Stress pur.

Viele Friseure kommen nun auf die Idee es ihren Mitarbeitern und Kunden zu erleichtern, indem sie sich selbst zum Tester ausbilden lassen und ihr eigenes Testzentrum eröffnen. So auch das Atelier Sondur in Epfendorf. Inhaber Soner Durmus hat sich bereits vergangenen Mittwoch vom DRK Kreisverband Konstanz schulen lassen und muss nur noch die finalen Schritte einleiten, um sein geplantes Testzentrum zu eröffnen. Dazu muss er dem Gesundheitsamt und der Gemeinde Epfendorf noch einen Hygienplan vorlegen.

Denn für ein Testzentrum sind Vorgaben des Gesundheits- und Landratsamtes einzuhalten. Dorthin müssen eventuelle positive Testergebnisse auch übermittelt werden: "Dem muss sich der Kunde natürlich klar sein, wenn er sich bei mir testen lässt", meint Durmus.

Vorgaben sind einzuhalten

"Die Tests möchte ich eher draußen machen, wahrscheinlich als Drive-in auf dem Saloneigenen Parkplatz. Die Auflagen, um drinnen zu testen sind zu hoch", erklärt Soner Durmus, der mit einem relativ kleinen Friseurbetrieb auch "keine so großen Sprünge" machen möchte. Soll heißen: "Die Testungen sind erst einmal für meine Kunden bestimmt. Durch mein Angebot möchte ich auch lokale Testzentren entlasten".

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Die Kundschaft kann künftig damit rechnen den sogenannten "vorderen Abstrich" (Schnelltest mit Nasenstäbchen) bei Durmus im Freien vornehmen zu lassen morgens oder abends vor ihrem gewöhnlichen Friseurtermin. Das habe den Vorteil, dass Kunden nur an einen Ort gehen müssen und sofort ihr Ergbenis erfahren. Der Inhaber geht davon aus, dass er seine Testungen ab Ende der Woche oder Anfang kommender Woche beginnen kann.

Dann möchte er in Terminabsprache mit seinen Kunden täglich – maximal zwei Stunden lang – diejenigen testen, die keine Möglichkeit hatten sich testen zu lassen vor ihrem Termin. Höchstwahrscheinlich wird er die Antigen-Schnelltests privat beziehen.

"Wir reagieren schneller"

Auch Alexander Petlin vom "Salon 77" in Oberndorf hatte direkt zu Beginn der Testpflicht die Idee seine Kunden selbst zu testen, denn "wir sind nicht die Regierung, wir reagieren viel schneller", lacht der Inhaber. Petlin ließ sich in Tuttlingen vom hiesigen DRK Kreisverband schulen. Er unternimmt bei seinen Kunden, die es nicht geschafft haben sich testen zu lassen, direkt vor ihrem Friseurtermin einen Nasen- und Rachenabstrich, immer die Verletzungsgefahr einer Nasenblutung im Blick.

Dafür hat er einen separaten Raum mit gesondertem Eingang eingerichtet. Zuvor werde der Ablauf mit dem Kunden am Telefon besprochen, eine Testbescheinigung stelle er aber keine aus. Bisher hätten vier dankbare Kunden das Angebot in Anspruch genommen, die Kosten dafür übernimmt Petlin selbst.

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