Stehen vor dem Testcontainer auf dem Hinteren Kirchplatz (von links): Jennifer und Caspar Spindler, Helmut Reitemann, Markus Holweger und Bernd Flohr. Balingen erweitert zum Wiederstart von Gastronomie und Handel die Corona-Testkapazitäten in der Innenstadt. Foto: Ungureanu

Die Balinger Gastronomen und Einzelhändler stehen in den Startlöchern. Jetzt zeigt sich erstmals wieder Licht am Ende des Tunnels: Am Sonntag darf nicht nur das Freibad, sondern dürfen auch Kneipen und Restaurants öffnen, ab Montag zudem der Einzelhandel.

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Balingen - Allerdings muss man, so man am Sonntag essen oder am Montag ein Paar Schuhe kaufen will, einen negativen Corona-Test vorlegen. Er selbst habe bereits einen Termin gebucht, verrät Oberbürgermeister Helmut Reitemann am Freitag auf dem Hinteren Kirchplatz. Am Sonntag wolle er auf jeden Fall ausgehen: "Mal sehen, wo man etwas essen kann", meint er.

Testen lassen kann man sich am Sonntag nach Online-Anmeldung unter anderem von 10 bis 13 Uhr in dem Container auf dem Hinteren Kirchplatz. Und speziell für die, die keinen Termin haben und einfach mal spontan ausgehen möchten, wird am Sonntag von 12 bis 17 Uhr im Rathaus ein Testzentrum eingerichtet. "Danach müssen wir gucken, wie wir nächste Woche weitermachen", sagt Reitemann. Auf jeden Fall sollen spontane Tests auch weiterhin möglich sein.

Gutscheine sind unterwegs

Familie Spindler von der Frommerner Bären-Apotheke und Familie Ertelt von der Apotheke in Bisingen haben die rund 100 Mitarbeiter in den Testzentren mit HGV-Gutscheinen ausgestattet. Schließlich, meint Caspar Spindler, sei es nicht selbstverständlich, sich am Sonntag in den heißen Container hineinzusetzen und zu testen. Warum HGV-Gutscheine? "Wir wollen, dass sie in Balingen einkaufen gehen", sagt Spindler. Hätte man jedem Mitarbeiter 50 Euro überwiesen, wäre das Geld wohl zu einem Großteil in den Online-Versand geflossen, vermutet er. Und: "Balingen hat im Gegensatz zu den Großstädten noch Einzelhandelsatmosphäre." Die wolle man unterstützen.

Der HGV-Vorsitzende Bernd Flohr sieht das gerne: Die Gutscheine, sagt er, seien bereits unterwegs. Auch für Oberbürgermeister Reitemann ist es eine "tolle Geschichte", die ohne die spontane Unterstützung durch die beiden Apotheken kaum funktioniert hätte.

Markus Holweger vom Dürrwanger Café Catrina weiß als Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA) Zollernalb, dass man die angekündigte Lockerung in den Reihen der Gastronomen "etwas kritischer" sieht: "Einige machen auf, andere nicht", berichtet er.

Für manche sind Auflagen nicht umsetzbar

Für manche seien die Auflagen nicht umsetzbar. Etwa, wenn Einzelhandel mit Gastronomie verbunden sei. "Sie hoffen auf eine Inzidenz unter 35 und öffnen erst dann", weil dann "wieder alles geht" und die Testpflicht entfällt. Viele seiner Kollegen, weiß er, hätten schon wunde Fingernägel, wollten dringend wieder loslegen. "Ich selbst freue mich, wenn ich wieder Gäste bedienen darf", sagt Holweger.

Nicht zu vergessen der Verpackungsmüll, der entsteht, wenn man das Essen abholen muss. Corona, meint Holweger, habe auch etwas Gutes gebracht: Bei den Bemühungen, auf Einwegverpackungen zu verzichten – siehe den gemeinsamen Antrag von CDU und Freien Wählern im Kreistag –, sei es gelungen, auch Bäcker und Metzger ins Boot zu holen: "Wir kochen eine gemeinsame Suppe, es gibt dank Corona ein verstärktes Miteinander."