Der Balinger Nyamekye Awortwie-Grant (rechts) setzt sich gegen David Herold durch. Foto: Eibner-Pressefoto/Silas Schuelle

Bei hitzigen 30 Grad hat die TSG Balingen in Karlsruhe lange die Null gehalten, am Ende wurde es aber doch noch deutlich.

Kein Wunder war, dass die Karlsruher Gastgeber am Samstag im Grenke-Stadion auf dem Wildparkgelände von Beginn an dominierten und am Ende gegen die zwei Klassen tiefer spielenden Balinger einen Sieg im zu erwartenden Rahmen davontrugen, doch die für den 1. FC Saarbrücken einspringene TSG-Truppe machte einen guten Eindruck und hätte in den ersten 45 Minuten sogar mehrfach in Führung gehen können. Am Ende wurde es für den KSC aber mit 4:0 wie erwartet der fünfte Sieg im sechsten Testspiel.

Lars Stindl zieht beim KSC die Fäden

Die TSG Balingen hatte dabei einen ganz besonderen Gegenspieler zu beachten, der freiwillig von der 1. Bundesliga in die zweite Liga wechselte – bei deutlichen Gehaltseinbußen. Lars Stindl, Karlsruher Eigengewächs und aus familiären Gründen von Mönchengladbach ins Badische zurückgekehrt, durfte sich abwechselnd mit Paul Nebel auf der Zehner-Position beweisen. Ungewohnt: Der KSC agierte statt in Blau und Weiß in den eigentlich für Auswärtsspiele vorgesehenen rot-gelben Farben.

Stindl war es auch, der gemeinsam mit Nebel Offensiv-Aktionen einleitete, so schon nach drei Minuten, als Daniel Brosinski, dessen Zukunft immer noch nicht geklärt ist, für erste Gefahr sorgte. Insbesondere David Herold rannte den Balingern ein ums andere Mal davon. Ein Abschlag von Torhüter Marcel Binanzer pflückte nach einer Viertelstunde Lars Stindl technisch perfekt aus der Luft, bediente den mitgelaufenen Stefano Marino, doch die TSG-Abwehr hatte aufgepasst und störte im richtigen Moment.

Im Duell Baden gegen Schwaben bekam dann die Gästeseite mehr Zugriff auf die Partie. Das gefürchtete Balinger Umschaltspiel sorgte dafür, dass die Balinger nach KSC-Ballverlusten zu guten Gelegenheiten kamen. Lukas Ramser war der Erste, der die Karlsruher Zaungäste kurz die Luft anhalten ließ, obwohl sein Schuss nach 20 Minuten doch deutlich am Tor vorbeiging. Zehn Minuten später prüfte Pedro Almeida Morais allerdings KSC-Schlussmann Kai Eisele – der hielt.

KSC verschießt Elfmeter

Auf der anderen Seite wurde Tim Rossmann im Balinger Strafraum von den Beinen geholt, Schiedsrichter Roy Dingler zeigte auf den Punkt, und Paul Nebel nagelte das Kunstleder knapp neben das Tor.

Was die erste Hälfte nicht brachte, nämlich Tore, brachten die zweiten 45 Minuten. KSC-Coach Christian Eichner hatte komplett durchgewechselt, TSG-Coach Martin Braun nicht ganz so viel, aber auch kräftig. Unter anderem durfte Thilo Marksteiner zwischen die Pfosten. Genau wie Martin Braun, der 1999/2000 24-mal das KSC-Trikot getragen hatte, hat auch Marksteiner eine KSC-Vergangenheit, spielte er soch in verschiedenen Jugendmannschaften der Blau-Weißen.

U19-Spieler Ali-Eren Ersungur dribbelte sich im TSG-Sechzehner frei, bediente Marvin Wanitzek, und der ließ Marksteiner keine Chance: Nach drei Minuten in Halbzeit 2 war der Knoten bei den Karlsruher Gastgebern geplatzt. Nun schnürten die Karlruher die Gäste förmlich ein. Die Folge waren weitere Gegentore: Ersungur gelang nach einer schönen Kombination mit Fabian Schleusener das 2:0 (63.), Wanitzek erhöhte drei Minuten später per Schuss ins linke Eck das 3:0. Jugendspieler Firat Alpsoy machte sich drei Tage nach seinem 18. Geburtstag noch selbst ein Geschenk und traf fünf Minuten vor Schluss zum Endstand.

TSG Balingen mit starker Leistung

Die TSG Balingen enttäuschte in Karlsruhe nicht, im Gegenteil: Sie agierte mutig und kombinierte sich immer wieder Richtung KSC-Tor, vor allem in Halbzeit eins, doch der Klassenunterschied war eben deutlich sichtbar.

Fiebern auf den FC Liverpool

Der KSC fiebert jetzt dem Highlight gegen Jürgen Klopps FC Liverpool entgegen (Mittwoch, 18.30 Uhr), die TSG Balingen hat neben dem nächsten Testspiel gegen den FC 08 Villingen (Montag, 18.00 Uhr) immer das Highlight im DFB-Pokal gegen den VfB Stuttgart (Samstag, 12. August, 13.00 Uhr) im Hinterkopf.