Corona-Tests sollen weiterhin in Villingen-Schwenningen möglich sein, aber Geld kosten. Foto: VRD/sutthinon602 – stock.adobe.com

Impfen und testen – so sieht die weitere Strategie der Stadt VS in der Corona-Pandemie für Herbst und Winter aus. Die Verwaltung legt dem Gemeinderat Details vor. Klar ist: Tests in städtischen Zentren sollen weiterhin möglich sein, jedoch zwischen 20 und 30 Euro kosten.

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Villingen-Schwenningen - Die Stadtverwaltung zieht eine vorläufige Bilanz für 2021. Ausgaben von rund 794 000 Euro, unter anderem für Bürgertestungen, Kitas und Schulen, stehen Einnahmen durch Erstattungen von rund 677 000 Euro entgegen. Also ein Minus von rund 117 000 Euro. Der Betrag sei bislang "noch im Rahmen", könnte jedoch bis Jahresende auf rund 200 000 Euro steigen, schreibt die Verwaltung in ihrer Vorlage zur nächsten Gemeinderatssitzung am Mittwoch, 22. September. In der Sitzung wird Oberbürgermeister Jürgen Roth die weitere Strategie erläutern.

Corona-Tests

Auch wenn die Corona-Schnelltests ab Montag, 11. Oktober, kostenpflichtig werden, will die Stadt ihren Bürgern Schnelltestungen anbieten. Vorgesehen ist, jeweils eine städtische Teststation in den Stadtzentren zu betreiben. "Um die Fixkosten zu senken, ist angedacht, die Teststation in Villingen aus dem Theater am Ring in die Container im Rathaushof zu verlagern. Die Teststation im Karl-Haag-Saal in Schwenningen bleibt bestehen", zeigt die Verwaltung auf.

Und weil die Stadt wohl keine Erstattung für die Tests mehr bekommen wird, werde künftig eine Gebühr verlangt. Nach einer ersten Kalkulation müsste der Preis für eine Schnelltestung jedoch mindestens im Bereich zwischen 20 und 30 Euro liegen, um die Testungen kostendeckend anbieten zu können, rechnet die Verwaltung.

Überdies sei das Engagement privater Teststellenbetreiber auch weiterhin ein wichtiger Baustein in der städtischen Teststrategie, um den Einwohnern vor dem Hintergrund der Pandemieeindämmung ein möglichst barrierefreies Angebot zu ermöglichen. Aufgrund einiger negativer Erfahrungen würde jedoch das Aufstellen von Testzelten im öffentlichen Raum nicht mehr genehmigt. Die Stadt kalkuliert mit einem Bedarf von etwa 7000 Schnelltestungen pro Woche in den städtischen Testzentren.

Impfen

Die Stadt Villingen-Schwenningen hält an ihrer derzeitigen Strategie fest. "In enger Abstimmung mit dem Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis wird die Durchführung weiterer Sonderimpfaktionen in benachteiligten Quartieren im VS-Stadtgebiet geplant. Da der Landkreis derzeit jedoch die Priorität auf die Bereitstellung von Drittimpfterminen für Angehörige der sogenannten Risikogruppen legt, sollen in den kommenden Wochen vorrangig diese Personengruppen entweder über einen Termin im Kreisimpfzentrum oder durch mobile Impfteams in den Alten-und Pflegeeinrichtungen eine Auffrischungsimpfung erhalten. Vor diesem Hintergrund sind die Kapazitäten für weitere Sonderimpfaktionen stark eingeschränkt", informiert die Stadtverwaltung in Sachen Impfen.

Kitas und Schulen

Kinder und Jugendliche werden weiter getestet, hauptsächlich soll dies zu Hause stattfinden. Warum, erklärt die Stadt in ihrer Vorlage: "Die Erfahrungen aus den Pilotprojekten für die Umsetzung freiwilliger Testungen haben gezeigt, dass die Akzeptanz für eine freiwillige häusliche Testung vonseiten der Eltern höher als bei einer Testpflicht in den Einrichtungen ausfällt. Dies entspricht auch der mehrheitlich an den Grundschulen ausgeübten Praxis der häuslichen Testung. Durch die Testung im familiären Umfeld ist zudem gewährleistet, dass die Eltern die Durchführung des Testes beaufsichtigen beziehungsweise selbst durchführen können sowie der damit verbundene Stress für Kinder weitestgehend minimiert werden kann. Auch tritt ein positiv getestetes Kind in diesem Modell nicht in Kontakt mit Mitarbeitern der Einrichtung und anderen Kindern, was die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung der Infektion nochmals reduzieren kann." Und in Abwägung der verfügbaren Testmodelle kommt die Stadtverwaltung zu dem Ergebnis, dass auch weiterhin die "kurzen Nasaltests" verwendet werden sollten.

Des Weiteren werde für die städtischen Mitarbeiter im Kinderbetreuungs- und Schulbereich vorläufig bis zum 15. Oktober eine zweiwöchige Testung eingeführt. Dies gelte für Ungeimpfte, Geimpfte und Genesene.

Für Schüler sowie das Personal an Schulen gelte weiterhin die bisherige Testpflicht zwei Mal pro Schulwoche. Ausgenommen davon seien geimpfte oder genesene Personen, skizziert die Verwaltung weiter. "Ob die jüngsten Erkenntnisse über Impfdurchbrüche zu erneuten Ausweitungen der Testungen führen, kann derzeit nicht abgesehen werden", heißt es weiter.

Stadt als Arbeitgeber

Auf Grundlage der Studienergebnisse über mögliche Impfdurchbrüche aus Israel und Großbritannien hat die Stadtverwaltung im Juli eine verwaltungsinterne Teststrategie für Urlaubsrückkehrer auf den Weg gebracht. "Demnach sollen die Mitarbeiter bis zum 15. Oktober zwei Mal wöchentlich einen Schnelltest durchführen. Hierfür stehen in den Fachämtern die Schnelltester zur Verfügung", zeigt die Stadt auf. Alternativ könne der Schnelltest auch in den städtischen Schnelltestzentren vorgenommen werden. Sofern dienstliche Gründe nicht entgegenstehen, könne nach Absprache mit dem Vorgesetzten auch weiterhin für eine bestimmte Zeit Homeoffice vereinbart werden.