Mit dem Feinfräsen wurde am Montag eine neue Methode zur Straßensanierung in der Bertholdstraße in Villingen getestet. Foto: Marc Eich

Im Akkord hat ein Straßenbauunternehmen am Montag in der Bertholdstraße den ersten Schritt der dortigen Deckensanierung vollzogen. Auf dem Abschnitt wird eine neue Methode getestet, um die Sanierungen in VS effektiver und nachhaltiger zu gestalten.

Oberbürgermeister Jürgen Roth ließ es sich nicht nehmen, höchstpersönlich eine für die Stadt neue Methode für die Sanierung des maroden Straßennetzes zu begutachten. „Das ist ein gutes Verfahren, ich bin sehr gespannt“, verkündete er, während am Montagmittag die Arbeiten in der Bertholdstraße voll im Gang waren.

 

Bei laufendem Verkehr wurden dort im Bereich der Neuen Tonhalle etwa ein bis anderthalb Zentimeter der schadhaften Asphaltdecke abgefräst, abtransportiert und direkt die Fahrbahn gereinigt. „So egalisieren wir die Spurrinnen“, erklärt Klaus Geuder als Geschäftsführer der zuständigen Straßenbaufirma.

In einem nächsten Arbeitsschritt wird am Dienstag dann die in VS seit einigen Jahren eingesetzte dünne Asphaltschichten in Kaltbauweise (kurz DSK) aufgetragen, „der Belag ist gleich, nur die Vorbereitung anders“, so Geuder. Wie Silvie Lamla, Leiterin des Grünflächen- und Tiefbauamts, vor Ort erläuterte, handelt es sich beim Feinfräsen zunächst um einen Test – die Stadt erhofft sich durch die neue Methode eine effektive und nachhaltige Möglichkeit, die Straßen in VS auf Vordermann zu bringen.

Weniger Materialverlust, geringere Kosten

Wie das? Geuder: „30 bis 40 Tonnen Material können hier mit dem Feinfräsen eingespart werden.“ Da nur minimale Materialmengen entfernt werden müssten, würden der Materialverlust und damit auch die Kosten im Vergleich zum klassischen Deckentausch gesenkt. „Nach dem Winter sehen wir, ob sich die Methode bewährt“, so Dorothea Matt, Abteilungsleiterin beim städtischen Straßenbau. Grundsätzlich geht man beim DSK von einer Lebensdauer von fünf Jahren aus.

OB Jürgen Roth (rechts) lässt sich von Klaus Geuder, Geschäftsführer der zuständigen Straßenbaufirma, die Arbeiten erläutern. Foto: Marc Eich

Ein großer Vorteil sei zudem die schnelle Umsetzung. Das wird bei der Maßnahme am Montag deutlich. Nachdem die Arbeiten dort um 9 Uhr nach der ersten Rushhour begonnen hatten, waren am Nachmittag auf einer Fläche von knapp 2500 Quadratmetern der Belag abgefräst – pünktlich vor dem Feierabendverkehr waren die Arbeiter wieder verschwunden.

Der Verkehr floss weiter

„Es wird immer nur kurzfristig eine Fahrbahn gesperrt, wenn hier die Arbeiten laufen, ohne die halbe Stadt damit lahm zu legen“, erklärt Pressesprecherin Madlen Falke. Und tatsächlich: Behinderungen gab es zwar, da der Verkehr aber fließen konnte, kam es zu keinem Kollaps. Dafür sorgte ein Team von neun Mitarbeitern, die Hütchen und Baken hin- und hertrugen, um die Sperrungen nach getaner Arbeit sofort wieder freizugeben.

Kaum war das Fräsen beendet, wurde die Fahrbahn wieder für den Verkehr freigegeben. Foto: Marc Eich

Am Dienstag erfolgt – voraussichtlich zwischen 9 und 17 Uhr – der Einbau der Dünnschicht, dann unter Sperrung einer kompletten Fahrbahn. Der Verkehr werde danach wieder freigegeben, die Fahrzeuge helfen beim Verdichten des Belags, wie Geuder erklärt. Erst anschließend werde man die Fahrbahn abfegen und die Markierungen auftragen.

Weitere DSK-Maßnahmen

Parallel folgen zudem Arbeiten in der Zähringer Straße bis zur Einmündung Bertholdstraße. Dort wird, wie Matt erklärt, eine Entkopplungsschicht aufgetragen, um Risse im Belag zu schließen und die Stabilität zu erhöhen. Anschließend werde auch hier der DSK-Belag eingebaut. Weitere DSK-Arbeiten finden diese Woche in Villingen in der Richthofenstraße und Dattenbergstraße, in Schwenningen in der Dauchinger Straße und in Obereschach in der Stumpenstraße statt.