Wie geschickt der KI-generierte Chat-Bot Schwarzwald-Marie der Schwarzwald-Tourismus GmbH einen bei seiner Ausflugsplanung ist – wir haben es getestet. Foto: Screenshot/Zepf

Kann die KI-generierte „Schwarzwald-Marie“ der Schwarzwald-Tourismus GmbH wirklich Ausflüge planen – oder sind die gelieferten Informationen doch fehlerhaft?

Der mit Künstlicher Intelligenz (KI) generierte Chatbot „Schwarzwald-Marie“ der Schwarzwald-Tourismus GmbH soll Fragen touristischer Natur beantworten, also Wanderrouten oder Aktivitäten im Schwarzwald raussuchen. Berichten zufolge unterlaufen der virtuellen Assistentin dabei allerdings immer wieder Fehler. Ob an diesen Berichten etwas dran ist – wir haben es getestet.

 

Seit etwa einem Jahr ist die KI-Markenbotschafterin „Schwarzwald-Marie“ des Tourismusverband Schwarzwald Tourismus GmbH für die Öffentlichkeit zugänglich. Über eine Million Euro seien dabei für die Entwicklung der „Schwarzwald-Marie“ aufgewendet worden, so eine Mitteilung des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus. Aber immer wieder stoßen Nutzer auf falsche Antworten oder bekommen eine Entschuldigung des Chatbots mit der Angabe, dass sie noch lerne.

„Kuck Kuck, ich bin die Schwarzwald Marie, deine persönliche Freizeitplanerin“ – so stellt sich der Chatbot bei unserem Test vor. Ausrufezeichen und die Endung der Sätze mit „gell?“ dominieren die Antworten der virtuellen Assistentin ebenso wie lachende und optimistische Emojis.

Vorgefertigte Fragen der „Schwarzwald-Marie“

Es werden vorgefertigte Fragen wie „Hallo Marie, was macht den Schwarzwald so besonders?“ oder „Kuck kuck, wie wird das Wetter am Wochenende?“ angeboten.

Doch schon bei der letzten Frage ist die KI-Markenbotschafterin des Tourismusverbands bereits überfordert: „Kuckuck! Du möchtest wissen, wie das Wetter am Wochenende wird? Das ist eine gute Frage, damit du deine Ausflüge planen kannst! Leider kann ich dir das Wetter für das kommende Wochenende nicht genau sagen, da ich keine tagesaktuellen Wettervorhersagen habe. Aber ich kann dir versichern, dass der Schwarzwald bei jedem Wetter seinen Reiz hat!“

Vorschläge aus Triberg

Auf die Frage, was man so in Triberg unternehmen kann, stellt sie sich besser an und man bekommt eine ganze Liste mit Aktivitäten unter anderem Tribergs höchste Wasserfälle, dem Schwarzwald-Museum Triberg und anderen Museen. Als nächstes wollen wir eine etwa dreistündige Wanderroute in der Gegend, die Kinderwagen tauglich ist.

Wo es eine leckere Schwarzwälder Kirsch Torte gibt, das weiß die KI-generierte Schwarzwald-Marie. Foto: Screenshot/Zepf

Es folgt eine etwas länger Wartezeit mit der Nachricht: „Bin gleich soweit, die besten Schwarzwald-Tipps brauchen manchmal ein paar Sekündle.“

Die Antwort auf unsere Anfrage für die Wanderroute fällt allerdings ernüchternd aus. Denn die „Schwarzwald-Marie“ liefert einfach Tribergs Attraktionen in gekürzter Weise noch einmal. Nichtsdestotrotz mit einer erneuten Anfrage – derselben Anfrage – klappt es dann, allerdings wieder nach ein „paar Sekündle“ Wartezeit.

Rottweiler Testturm und die Neckarline

Auch in einer anderen Region liefert die virtuelle Reiseassistentin nur unzufriedenstellende Antworten. Auf die Frage, wann die neue Hängebrücke in Rottweil – die Neckarline – für Besucher geöffnet wird und wie viel eine Überquerung kosten wird, erhalten wir folgende Antwort:

„Eine neue Hängebrücke speziell in Rottweil ist mir im Moment nicht bekannt. Die beiden großen und bekannten Hängebrücken im Schwarzwald sind die Blackforestline in Todtnau und die Wildline in Bad Wildbad. Vielleicht meinst du ja eine davon?“

Wir versuchen es mit dem Testturm in Rottweil – dieser steht immerhin schon. Doch auch hier ist das Ergebnis ernüchternd: „Der Eintritt zum TK Elevator Testturm in Rottweil ist in den offiziellen Quellen leider nicht genau mit einem Preis beziffert.“

Nach einer kurzen manuellen Suche, die nicht einmal ein „paar Sekündle“ braucht, erfahren wir die Ticketpreise für einen Besuch des Rottweiler Testturms auf der offiziellen Webseite – für einen Erwachsenen 12,50 Euro. Auch die Information, dass die Neckarline-Hängebrücke Ende April 2026 eröffnet, ist schnell gefunden – mithilfe von ChatGPT und Google Gemini.