Am Lokschuppen Fützen wäscht Ralf Happle von den Bahnbetrieben die Waggons für die neue Saison. Foto: Lutz

Der Starttermin für die Sauschwänzlebahn am 24. April muss coronabedingt verschoben werden. Die Vorbereitungen laufen aber auf Hochtouren.

Blumberg - Am Lokschuppen in Fützen herrscht Betrieb. Ralf Happle spritzt die Waggons der Sau­schwänzlebahn ab, Juri Hacklenbroich vermisst die Wagen. Die Verkehrssicherheit für Blumbergs touristisches Aushängeschild hat oberste Priorität. Es ist Karwoche, die beiden Mitarbeiter der Bahnbetriebe Blumberg tun, wie das gesamte Team, alles, was in ihrer Macht steht, um der Museumsbahn Wutachtal, wie sie offiziell heißt, einen Saisonstart in diesem Jahr zu ermöglichen.

Doch die steigenden Coronafälle verhindern auch dieses Jahr einen regulären Starttermin der Blumberger Sauschwänzlebahn. Das machten Bürgermeister Markus Keller und Christian Brinkmann, Geschäftsführer der zuständigen Bahnbetriebe Blumberg, in einer Online-Konferenz deutlich.

Bahnfreunde in aller Welt fiebern eigentlich immer dem Datum 1. Mai entgegen. Um diesen Termin dampft in Blumberg seit 1977 eine der schönsten Museumsbahnen in ganz Europa in ihre neue Saison. In diesem Jahr war der Saisonstart für Samstag, 24. April, geplant gewesen.

In Verordnung erwähnt

Aufgrund wieder steigender Corona-Zahlen ist der Saisonbeginn am 24. April unwahrscheinlich beziehungsweise gar nicht zu bewerkstelligen. "Museumsbahnen sind in der Landesverordnung explizit genannt, so dass wir auch nicht unter die Regelungen für den öffentlichen Schienen-Personen-Nahverkehr fallen", erklärt Christian Brinkmann die Situation.

Ergebnis besser als gedacht

Er und Bürgermeister Markus Keller hoffen nun, dass die Sauschwänzlebahn spätestens im Sommer starten kann, wie im Vorjahr. Erfreulich werten Bürgermeister und Bahnchef, dass die Museumsbahn voriges Jahr trotz des späten Starts Anfang Juli noch ein deutlich besseres Ergebnis eingefahren habe als zunächst gedacht.

Hatte Brinkmann ursprünglich für die gesamte normale Saison voriges Jahr auf 85.000 Fahrgäste gehofft, schraubte er die Erwartung wegen Corona und des späten Starts auf rund 30 Prozent zurück. Tatsächlich seien dann 3494 Fahrgäste mit der Sau­schwänzlebahn gefahren, das waren 41 Prozent, doch noch deutlich mehr als im Sommer erwartet.

Die Vorbereitungen auf die neue Saison gehen gleichwohl unvermindert weiter. "Wenn wir loslegen können, wollen wir gerüstet sein", betonen Bürgermeister Keller und Bahnchef Brinkmann in der Online-Konferenz. Vom Aufsichtsrat der Bahnbetriebe, dessen Vorsitzender Bürgermeister Keller ist, hätten sie die Genehmigung für einen Start gehabt, sagt Keller, und starten wollen die Verantwortlichen auf jeden Fall: "Wenn wir fahren dürfen, ist ein bisschen zu fahren wegen der hohen Fixkosten auf jeden Fall besser als gar nicht zu fahren.

Seit 1977 betreibt die Stadt Blumberg auf der Schienenstrecke vom Bahnhof Blumberg-Zollhaus bis zum Bahnhof Weizen eine Museumsbahn, die Sauschwänzlebahn. Die 25 Kilometer lange Fahrt führt die Fahrgäste durch eine idyllische Bilderbuchlandschaft mit hübschen Dörfern, zahlreichen Tunneln, romantischen Viadukten und Talübergängen sowie Deutschlands einzigem Kreiskehrtunnel. Zu den Höhepunkten gehört stets auch die Überfahrt der Wutachbrücke. Seit 2013 sind die Bahnbetriebe Blumberg für die Sauschwänzlebahn zuständig.

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