Tennis ist die große Leidenschaft der 13-jährigen Villingerin Neyla-Fee Schriever. Wie sie trotz des intensiven Trainings Schule und Alltag im Griff hat, erklärt sie unserer Redaktion.
Neyla-Fee Schriever vom TC Blau Weiß Villingen ist in ihrem Jahrgang 2012 zurzeit auf Platz 3 des Deutschen Tennisrankings. Wie sie trotz ihrem sportlichen Erfolg und der dazugehörigen harten Arbeit ihr Leben im Griff behält, erzählt sie unserer Redaktion.
Die Villingerin besucht ein Gymnasium und geht mit der zusätzlichen Belastung durch den Tennissport gelassen um: „Tennis ist ja Freizeit“, sagt sie mit einem Lächeln. Im Schnitt verbringe die 13-Jährige zwölf Stunden pro Woche auf dem Trainingsplatz, dazu kämen vier Stunden Konditionstraining.
Hausaufgaben erledige sie oft unterwegs, „gegessen wird zwischendurch“, ergänzt Mutter Kerstin Schriever. All das macht sie für ihren großen Traum. Doch Tennis ist nicht ihre einzige Leidenschaft: In ihrer übrigen Freizeit malt sie gerne, geht Trampolin springen oder Bouldern.
Wegen der häufigen Turniere sei sie im Schnitt sieben Tage pro Monat nicht in der Schule, erklärt sie. Während die Lehrer sie unterstützen, gebe es Mitschüler, die ihre Abwesenheit falsch deuten. „Die denken, ich mache Urlaub“, fügt sie hinzu. Ihre Freundinnen, die sie größtenteils vom Tennis kenne, teilen ihre Leidenschaft oder unterstützen sie. Treffen fänden über Facetime oder persönlich statt, wenn es zeitlich passe.
Selten freie Wochenenden
Die Wochenenden sind bei Familie Schriever meist verplant, im Schnitt sind sie jede zweite Woche auf einem Turnier – meist von Freitag bis Sonntag, verbunden mit weiten Anreisen. Wenn es nach Neyla-Fee ginge, würde sie jedes Wochenende auf einem Turnier sein. Ihre Mutter müsse sie laut eigener Aussage ein wenig bremsen.
Großes Lob
Ihre beiden Trainer Jürgen Müller sowie Thomas Hipp loben Neyla-Fee in den höchsten Tönen. „Das wichtigste ist, dass Neyla-Fee Spaß an dem hat, was sie macht“, erklärt Müller. Ihr Ehrgeiz sei außergewöhnlich. Müller könnte mittlerweile zwar als Trainer kürzertreten, doch er wolle sie noch in ihrer Karriere begleiten.
Hipp, Trainer in den USA, komme fünf Monate im Jahr nach Deutschland, nur um Neyla-Fee zu trainieren. „Anderenfalls würde ich bloß sechs Wochen herkommen, um meine Familie zu besuchen“.
Neyla-Fee nennt Roger Federer und Ashleigh Barty als ihre Idole – obwohl sie selbst kaum große Turniere im Fernsehen verfolge. „Ich schaue mir manchmal Youtube-Highlights an, ganze Matches jedoch nur selten“, erzählt sie.
Ihr Ziel ist klar: Eines Tages wolle sie die Nummer eins der Welt werden – so wie es ihre beiden Tennisidole bereits geschafft haben.