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Tennis Leere Tennisplätze bedeuten leere Kassen

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Im Tennis muss man sich an die Regeln halten. Foto: Wiedemann

Dominik Adelhardt hat schon fast alles im Tennis erlebt. Marathonmatches, Meisterschaften, Abstiege oder Wetterkapriolen, dem 38-jährigen Spieler und Trainer des TC BW Villingen ist wenig fremd. Doch nun bremst der Corona-Virus Adelhardt aus. Dies hat für den hauptamtlichen Tennistrainer auch finanzielle Auswirkungen.

Herr Adelhardt, es herrscht derzeit Traumwetter. Wie schwer ist es da, dass der Schläger derzeit in der Ecke bleiben muss?

Es soll ja in nächster Zeit sogar noch wärmer werden. Man könnte theoretisch schon die ersten Bälle auf den Sandplätzen spielen, wenn die Plätze fertig gerichtet wären. Wenn es warm wird, sehnt sich jeder Tennisspieler nach den Freiplätzen und dem Spiel unter freiem Himmel. Es ist hart für alle Spieler in Deutschland und überall auf der Welt, dass man aufgrund der Corona-Krise nicht zum Schläger greifen darf. Aber ich habe in der aktuellen Situation vollstes Verständnis für die getroffenen Maßnahmen. Die Gesundheit ist aktuell das Wichtigste. Wir müssen auf uns aufpassen.

Der Badische Tennisverband hat erst einmal alle Turniere bis zum 7. Juni abgesagt. War dies die richtige Entscheidung?

Ich denke, dass dies die richtige Entscheidung war. Nachdem erst die ATP- und die WTA-Tour – und dann der DTB – alle Turniere bis zum 7. Juni abgesagt hatten, war es klar, dass auch die jeweiligen Landesverbände darauf reagieren. Man muss jetzt abwarten, wie es weitergeht. Die ATP- und die WTA-Tour haben mittlerweile sogar die Turniere bis zum 13. Juli abgesagt.

Am 9. April soll eine Entscheidung fallen, wie es in Sachen Mannschaftsrunden weitergeht. Was ist Ihre Hoffnung?

Auch da müssen wir die Entscheidung abwarten. Ich habe die Befürchtung, dass in dieser Saison viele Teams – angefangen von der Jugend bis zum Aktiven- und Seniorenbereich – ihre Runde nicht spielen werden und können. Der Zeitraum ab dem 8. Juni wird immer enger. In einigen Verbänden sind dann noch die Pfingstferien – und hier bei uns in Baden-Württemberg beginnen ab Ende Juli die Sommerferien. Die Möglichkeit besteht, dass auch in der genannten Ferienzeit gespielt werden könnte, da aufgrund der Corona-Krise nicht ins Ausland gefahren und geflogen werden kann. Meine Jungs aus dem Regionalliga-Herren-30-Team – und alle anderen Teamspieler auch – haben sich natürlich auf eine tolle und erfolgreiche Runde gefreut. Das Wichtigste wäre für mich, wenn es einen Beschluss geben würde, dass man unter gewissen Voraussetzungen überhaupt wieder spielen und eine Tennisanlage betreten darf – zum Beispiel das Training in Kleingruppen wieder erlaubt wird. Der Abstand zwischen den Personen ist im Tennis mehr als gegeben. Tennis könnte eine Sportart sein, in der man die Anordnungen lockern könnte. Alle Vorsichtsmaßnahmen müssen natürlich immer konsequent beachtet und eingehalten werden.

Sie sind ja nicht nur Spieler der Herren und der Herren 30, sondern auch Coach. Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf Sie?

Ja – das stimmt. Ich spiele nicht nur selbst aktiv, sondern verdiene auch hauptberuflich mein Geld mit dem Sport als Tennistrainer. Ich arbeite in der Tennisgate Tennis+Ballschule unter der Leitung von Jürgen Müller in meiner Heimat Villingen als Trainer – auf Honorarbasis bin ich auch seit einigen Jahren als Bezirks- und Mehrkampf-Trainer im Bezirk 4 Schwarzwald/Bodensee mitverantwortlich für unseren Nachwuchs bei den Altersklassen von der U8 bis zur U12. Ich habe sonst einen Fulltime-Job. Oft arbeite ich sieben Tage in der Woche – wie sehr viele meiner Trainerkollegen im Badischen Tennisverband auch. Am dem 17. März ging dann alles von 100 auf 0 runter. Die Landesregierung hat angeordnet, Sportstätten und Sportanlagen sofort zu schließen – und damit auch den kompletten Trainingsbetrieb komplett eingestellt. Aufgrund dieser Anordnung durften wir – wie viele andere Betroffene eben auch – nicht mehr arbeiten. Dies war nicht nur für mich ein harter Schlag. Seitdem müssen wir alle abwarten, uns an alle Regeln halten. Wir hoffen, dass es irgendwann wieder weitergeht.

Können Sie in dieser schwierigen Phase mit Unterstützung vom Badischen Tennisverband oder von anderen Organisationen rechnen?

In der Tennisschule in Villingen bin ich als Trainer angestellt. Ich wurde deshalb auf Kurzarbeit umgestellt. Was das Bezirkstraining angeht, dies wurde sogar schon ab dem 13. März eingestellt. Es hätten noch etliche Trainingstermine bis Ende der Osterferien angestanden. Da das Training aufgrund der Corona-Krise nicht stattfinden darf, verdienen wir Trainer für die geplanten Trainingstage auch kein Geld. Entschädigungen wird es da keine geben. Termine, die nicht stattfinden dürfen, fallen in dem Fall aus.

Wie sieht derzeit ein "normaler" Tag bei Ihnen aus?

Ich denke, dass jeder aktiver und sportlicher Mensch schneller unruhig wird. Natürlich hat man in dieser Zwangspause auch Zeit, sich etwas zu erholen und nachzudenken. Ich nutze die Zeit für lange Spaziergänge (alleine natürlich), gehe viel Joggen und mache Intervallläufe. Ich wohne in Unterkirnach. Da habe ich viel Natur um mich herum. Die Leute hier sind sehr diszipliniert und halten sich an alle Regeln. Und in den Wäldern ist kaum jemand unterwegs, da ist man oft völlig allein. Daheim mache ich viel Stretching sowie meine Stabilisierung- und Kräftigungsübungen. Liegestützen kann man überall machen. Ich muss nur aufpassen, dass ich aus Langeweile nicht zu viel Schokolade esse. Ich schaue zudem viele Filme.

Haben Sie einen Tipp für Tennisspieler, wie diese in dieser Zwangspause das Ballgefühl nicht verlieren?

Das ist nicht einfach. Wir Tennisspieler brauchen das Training auf dem Platz, das Spiel mit dem Ball. Tennis ist so komplex, eben die Verbindung aus Beinarbeit und Schlägen. Das Wichtigste ist, positiv im Kopf zu bleiben und sich schon auf den Moment zu freuen, wenn es irgendwann wieder losgeht. Also – bleibt in Bewegung und macht euer Lauftraining. Das Wichtigste ist aber, dass wir uns an alle Regeln halten und gesund bleiben! Die Welt wird nach der Corona-Krise eine andere sein. Wir werden das packen. Ich hoffe sehr, dass auch der Tennissport seinen Teil beitragen kann, dass dann ein wenig Normalität zurück ins Leben kehrt.  

Die Fragen stellte Gunter Wiedemann

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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