Geschlossene Regenschirme, Pfützen auf dem Center Court und leere Zuschauerränge – so präsentierte sich am Donnerstag die Tennisanlage im Hechinger Weiher. Foto: Mußler

Tennis: Aufgrund der Wetterlage am Donnerstag alle Spiele abgesagt. Spiele werden Freitag ab 10 Uhr fortgesetzt.

Dauerregen statt spannender Matches ist am Donnerstag bei den 20. Boso Ladies Open auf der Tennisanlage im Hechinger Weiher angesagt gewesen. Alle zwölf für den Donnerstag angesetzten Partien wurden abgesagt.

Um 12 Uhr hätten beim mit 60.000 Dollar dotierten Sandplatzturnier des TC Hechingen die ersten Bälle übers Netz fliegen sollen. Doch der nicht aufhören wollende Regen machte Spielerinnen und Verantwortlichen einen Strich durch die Pläne. Um 15 Uhr gab Turnierdirektor Thomas Bürkle schließlich bekannt, was allen schon klar war – sämtliche Spiele wurden gecancelt.

Die Zeit des Wartens bis zur Entscheidung, ob oder ob nicht gespielt wird, verbrachten die Spielerinnen auf unterschiedliche Art und Weise. Patty Schnyder zockte mit ihrem Lebensgefährten Karten, Tamara Kopratsch hörte ein bisschen Musik, Julia Grabher legte mit ihrem Coach eine Trainingseinheit in der Tennishalle ein. Ballkinder, Schieds- und Linienrichter hielten sich, ebenso wie die Männer vom Platz-Service, für einen möglichen Einsatz bereit.

Ein paar Bälle in der Halle schlug auch Titelverteidigerin Dalila Jakupovic. "Ich habe etwas trainiert – aber nicht zu hart. Sonst fehlt einem möglicherweise die Energie, wenn man dann doch spielen muss. Ich wollte mich auf jeden fall etwas bewegen. Am Mittwoch hatte die 26-jährige Slowenin ihr Erstrunden-Match gegen Katharina Hobgarski locker mit 6:0 und 6:2 gewonnen. "Das war gut, ich bin zufrieden. Ich spiele sehr gerne in Hechingen und bin jetzt zum vierten Mal hier." Natürlich würde sie ihren Erfolg aus dem Vorjahr gerne wiederholen. "Ich möchte das Maximum herausholen, will aber von Spiel zu Spiel denken. Die Konkurrenz hier ist stark."

Lange hatte Turnier- Supervisor Nico Naeve darauf gehofft, dass aufgeschlagen werden kann. "Wenn es eine realistische Chance auf eine längere Regenpause gibt, werden wir spielen. Die Plätze sind in einem guten Zustand und wären recht schnell präpariert. Aus Gründen der Fairness ist aber niemandem damit geholfen, ein paar Spielerinnen auf den Platz zu schicken, um das Match dann doch abzubrechen zu müssen und am nächsten Tag fortsetzen zu lassen", sagte Naeve.

In die Halle auszuweichen war am Donnerstag noch keine Option, sollten die Regenfälle in Hechingen jedoch weiter andauern, wird den Verantwortlichen wohl keine ander Möglichkeit bleiben, als das Turnier unter dem schützenden Dach fortzusetzen.

Dass die acht Zweitrundenspiele der Einzel- und vier Viertelfinals der Doppel-Konkurrenz ins Wasser fielen, sich nur für kurze Zeit eine Handvoll potenzieller Zuschauer auf der Anlage aufhielten, war für Turnierchef Gerhard Frommer nach dem "Super-Mittwoch" ein kleiner Dämpfer. "Der Mittwoch war, was die Zuschauerzahl und den Umsatz anbelangt, der beste in der 20-jährigen Geschichte der Ladies Open. Das hat uns gezeigt, welch großes Interesse die Tennisfans an unserem Turnier haben", meinte der Sportwart des TC Hechingen.

"Es ist großartig, wie der Klub die Aufstockung des Preisgelds von 25.000 auf 60.000 Dollar bewältigt hat. Wenn man den Zuschauerandrang am Mittwoch in Betracht zieht, muss man weit laufen, um so etwas bei einem anderen Turnier dieser Kategorie zu sehen. Dass einige der gesetzten Spielerinnen schon ausgeschieden sind, spricht für die sportliche Qualität. Es sind viele, die hier gewinnen können", so Turnierdirektor Bürkle.

So ereilte etwa die an Position drei gesetzte Französin Pauline Parmentier – immerhin die Nummer 96 der Welt – gegen die stark aufspielende Valentyna Ivakhnenko aus der Ukraine (WTA 248) ebenso das Aus in Runde eins, wie die an acht eingestufte Antonia Lottner. Ohnehin haben sich die Reihen der deutschen Teilnehmerinnen schon deutlich gelichtet. Neben Lottner, verabschiedeten sich auch Lena Rüffer, Katharina Hobgarski – Bürkle: "Ihre Vorstellung war enttäuschend" – und Anna Zaja aus der Einzelkonkurrenz. Noch im Rennen sind hingegen die Deutsche Jugendmeisterin Anna Gabric und die Weltranglisten-132. Tamara Kopratsch.

Zur Not muss Plan B herhalten

Acht Zweitrunden-Spiele im Einzel, vier Viertelfinals im Doppel sind bei den 20. Boso Ladies Open in Hechingen am verregneten Donnerstag ins Wasser gefallen – zwölf Partien also, die es bis zum Final-Sonntag aufzuholen gilt. Und das am besten schon am heutigen Freitag. Entsprechend eng gestrickt ist der Spielplan.

Sollte das Wetter mitspielen, beginnt der Turniertag beim TC Hechingen bereits um 10 Uhr, auf vier Plätzen. "Es sieht so aus, als würde es zwischen 10 und 14 Uhr ein Zeitfenster geben, in dem es nicht regnet. Wir wollen früh beginnen, um möglichst viele Spiele im Freien durchzubringen", sagt Turnier-Boss Gerhhard Frommer.

So sind zunächst sind die Partien Jessica Pieri – Richel Hogenkamp (Center Court), Sofia Shapatava – Tamara Korpatsch (Court 3), Magdalena Frech – Anna Kalinskaya (Court 4) und Alexandra Catandu – Isabella Shinikova (Court 6) geplant. Anschließend soll die zweite Runde mit den Begegnungen Patty Schnyder – Nicoleta-Catalina Dascalu, Valentyna Ivakhnenko, Deborah Chiesa – Dalila Jakupovic und Julia Grabher – Chantal Skamlova abgeschlossen werden.

Die Gewinnerinnen der ersten Vierer-Serie bestreiten, so sieht es der Idealplan vor, nicht vor 13 Uhr ihre Viertelfinals auf dem Center Court und Court 3. Nicht vor 15 Uhr sind dann jene Spielerinnen an der Reihe, die in der zweiten Vormittagsserie erfolgreich waren.

Im Doppelwettbewerb ist für den Vormittag (11 Uhr) das Spiel Vivian Heisen/Luisa Stefani – Amina Anshba/Alina Silich anberaumt, weil alle vier Teilnehmerinnen nicht im Einzel-Hauptfeld vertreten sind. Die drei anderen Doppel sollen ebenfalls am heutigen Freitag stattfinden, sind aber noch nicht terminiert.

Für den Fall, dass es am Freitagmorgen wieder heftig regnet, haben die Turniermacher einen Plan B in der Tasche. Dann geht’s ab 12 Uhr in die Halle, wo auf zwei Plätzen mit einer etwas schnelleren Sandauflage gespielt wird. "Wir werden die zweite Runde im Einzel durchziehen", sagt Frommer. So wäre das Gros der Partien absolviert und für den Samstag und den Sonntag wieder mehr Luft im Spielplan.