Mona Barthel hat wieder Spaß am Tennis spielen und ist erfolgreich. Foto: Eibner

Gut gelaunt schlendert Mona Barthel nach einer Trainingseinheit mit der an Nummer zwei gesetzten Österreicherin Sinja Kraus über die Hechinger Tennisanlage im Weiher in Richtung Turnierbüro.

Der 32-Jährigen ist anzusehen, dass ihr das Tennis spielen wieder Spaß macht. Lange Zeit war Barthels Name nicht mehr in den Tableaus der Turniere aufgetaucht, nach dem Neumünsteranin, die in ihren besten Zeiten Rang 23 der Weltrangliste belegt hatte, noch im Januar 2021 bei den Australian Open die zweite Runde erreicht hatte. Doch Verletzungen bremsten Barthel lange Zeit aus, und so rutschte sie in der Weltrangliste bis auf Position 405 ab.

"Erst der Fuß, dann der Rücken, es hat seine Zeit gebraucht und war keine einfache Situation", blickt sie zurück. Hinzu kam noch die Coronavirus-Pandemie. "In der Zeit war ich viel verletzt; aber ich glaube für alle war es schwierig, ob du nun Tennisspielerin bist oder nicht. Ich habe versucht, das Beste aus der Situation zu machen und fit zu bleiben. Deshalb hoffe ich, dass wir nun aus dem Gröbsten raus sind und wieder ein bisschen mehr zur Normalität übergehen können."

Erste Schritte zum Re-Start unternahm Barthel bereits zu Jahresbeginn, als sie sich der "Good-to-Great"-Tennis-Akademie im schwedischen Danderyd anschloss. Dort haben Magnus Norman, Nicklas Kulti und Mikael Tillström sich der Spielerentwicklung verschrieben. Mit Erfolg: Nach dem Barthel in der Vorwoche beim 25 000-Dollar-Turnier in Bildechingen noch in Runde eins gegen die Argentinierin Berta Bonardi hatte mit 7:5, 5:7, 3:6 die Segel streichen müssen, glückte ihr in Hechingen der Start: Mit 6:1, 5:7, 6:4 schaltete sie die an Nummer vier gesetzte Tschechin Anna Siskova in der ersten Runde aus.

"Ich kenne ja meine Fähigkeiten und weiß, was ich zu leisten imstande bin. Deshalb muss ich mich auch vor keiner Gegnerin fürchten. Aber kann Jede kämpfen, und so weiß man vorher nie was passieren wird", sagt Barthel und fügt an: "Ich hätte es vielleicht auch etwas einfacher haben können."

Fürwahr, führte sie doch mit 6:1, 5:2 und hatte die ersten Matchbälle, ehe Siskova zurück kam und den zweiten Satz noch mit 7:5 für sich entschied. "Ich hatte es Probleme, das Match zu beenden und Siskova ist besser rein gekommen. Aber im dritten Satz habe ich wieder zu meinem Spiel gefunden und das Match auch gewonnen. Im Großen und Ganzen war es ein gutes Spiel gegen eine starke Gegnerin", zeigt sich Barthel zufrieden.

Am Donnerstagnachmittag trifft sie ab 17.30 Uhr in Runde zwei auf die Italienerin Jessica Pieri, die Erstrundenmatch gegen die Schweizerin Arlinda Rushiti mit 6:4, 2:6, 6:1 erfolgreich gestaltete. "Ich habe noch nie gegen sie gespielt. Aber ich schaue einfach von Match zu Match, was geht. Ich versuche, mich auf mein Spiel zu konzentrieren und dann schaue ich, wie es läuft."

Für die Neumünsteranerin ist es nicht der erste Auftritt in Hechingen. "Ich war schon mal vor zwölf Jahren hier, da habe ich gute Erinnerungen", blickt sie zurück. Barthel schätzt an den Ladies Open, "dass viele Zuschauer hier sind, eine gute Stimmung und eine familiäre Atmosphäre herrscht. Das macht so ein Turnier schon besonders. Deshalb bin ich gerne hier. "

Wenn es nach der 32-Jährogen geht, würde sie gerne auch noch am Sonntag in Hechingen im Finale auf dem Platz stehen. "Ich versuche, mich in der Weltrangliste hoch zu arbeiten und wieder den Anschluss an die Top-100 zu finden, damit ich auch bei den Grand Slam Turnieren wieder die Qualifikation spielen kann. Das Wichtigste ist, zum eigenen Spiel zu finden und Spaß auf dem Platz haben – dann kommt auch der Erfolg von alleine", ist Barthel überzeugt. Vielleicht ja bereits schon bei den Ladies Open in Hechingen.