Für die an Nummer drei gesetzte Schweizerin Stefanie Voegele war bwereits in Runde eins Endstation. Foto: Kara

Gleich in den ersten Hauptrunden-Matches der mit 60 00 Dollar dotierten 23. boso Ladies Open des TC Hechingen setzte es Überraschungen: Drei gesetzte Spielerinnen musste bereits in ihren Auftaktspielen die Segel streichen.

In einem spannenden Marathonmatch von über drei Stunden hatte die 32-jährige Schweizerin am Ende gegen die in der Weltrangliste über 200 Plätze hinter ihr rangierenden Estin Elena Malygina mit 3:6, 7:6, 6:7 das Nachsehen. Die 22-Jährige spielte bereits im ersten Satz beherzt auf und entschied diesen mit 6:3. Im zweiten Durchgang lag Malygina mit 6:5 in Führung, kassierte dann aber ein Break zum 6:6, und so ging es in den Tie-Break. Dort lag die junge Estin ebenfalls mit 6:5 vorne und hatte so einen Matchball bei eigenem Aufschlag. Aber Voegele wehrte diesen ab und schnappte sich mit 8:6 den zweiten Satz.

Im dritten Durchgang als die Schweizerin schnell mit 3:0 vorne; nun schien sich die Favoritin durchzusetzen. Aber weit gefehlt; Malygina kam zurück, glich zum 3:3 aus, und als beide Spielerinnen in der Folge ihre Aufschlagspiele durchbrachten, hieß es 6:6; und so ging es wieder in den Tie-Break. Dort ließ die junge Estin diesmal aber nichts anbrennen und hatte beim Stand von 6:1 fünf Matchbälle. Zwei konnte Voegele bei eigenem Aufschlag noch abwehren. Aber mit dem Punkt zum 7:3 machte Malygina den Überraschungssieg perfekt. "Das zeigt, dass bei diesem Turnier Jede gegen Jede gewinnen kann". kommentierte Turnierdirektor Thomas Bürkle Voegeles Niederlage, der sich mit dem ersten Turniertag vollauf zufrieden zeigte: "Alles ist im Plan. Wir sehen guten Sport und haben schon relativ viele Zuschauer."

Barthels Routine entscheidet

Und noch eine weitere arrivierte Spielerin musste schon nach Runde eins ihre Tasche packen: Die an Nummer vier gesetzte Tschechin Anna Siskova unterlag gegen Mona Barthel mit 1:6, 5:7, 6:4. Die 32-jährige Deutsche war nur durch einige verletzungsbedingte Absagen direkt ins Hauptfeld gerutscht. Doch gegen Siskova zeigte die routinierte ehemalige Weltklassespielerin, dass sie noch nichts verlernt hat. Nur 25 Minuten benötigte Barthel, um den ersten Satz mit 6:1 für sich zu entscheiden. Weitaus ausgeglichener verlief der zweite Durchgang. Dennoch hatte die Bad Segebergerin beim Stand von 5:4 und 40:30 ihren ersten Matchball. Doch Siskova zeigte sich nervenstark, wehrte den Matchball ab und glich mit einem Break zum 5:5 aus. Damit nicht genug; nach dem sie mit eigenem Service das 6:5 besorgt hatte, nahm die Tschechin Barthel noch einmal den Aufschlag und glich mit dem 7:5 nach Sätzen aus. Im Entscheidungsdurchgang erspielte sich Barthel schnell eine 4:1-Führung, ehe Siskova per Re-Break und Spielgewinn auf 3:4 verkürzte. Nach dem beide Spielerinnen ihre folgenden Aufschlagspiele gewannen, hatte es Barthel mit eigenem Service nun in der Hand zum Sieg aufzuschlagen. Mit starken Aufschlägen setzte sie Siskova unter Druck und erspielte sich bei 40:0 drei Matchbälle – und mit einer knallhart durchgezogenen Rückhand beendete die Bad Segebergerin nach knapp zwei Stunden das Match.

Potocnik nur im Kurzeinsatz

Die zweite Runde erreicht hat die Slowenin Nina Potocnik. Sie profitierte beim Stand von 6:1, 4:0 von der Aufgabe ihrer Gegnerin, der an Nummer sechs gesetzten Sarah Grey aus Großbritannien, die Kreislaufprobleme hatte.

Kanev trifft zur Belohnung auf die Nummer eins

Den Turniertag eröffnet hatten die Qualifikantinnen, die in ihren Finals um die acht Tickets für die Hauptrunde kämpften. Kathleen Kanev schlug die Tschechin Gabriela Knutson mit 0:6, 6:4, 10:7 und trifft nun in der Hauptrunde am Mittwochnachmittag auf die an Nummer eins gesetzte Australierin Jamie Fourtis. Mit der Nummer zwei des Turniers, der Österreicherin Sinja Kraus bekommt es Julia Middendorf nach ihrem 1:6, 6:3, 10:6-Erfolg im deutsch-deutschen Duell gegen Victoria Pohle zu tun. Die Nummer eins der Qualifikationssetzliste, die Griechin Sapfo Sakellaridi hatte beim 6:3, 6:1 gegen die Rumänin Oana Gavrila keine Mühe und trifft nun in Runde eins auf die Deutsche Ella Seidel. Ebenfalls ins Hauptfeld eingezogen ist die Bulgarin Julia Terziyska mit einem 6:1, 6:3-Erfolg gegen die Serbin Jana Bojovic. Sie bekommt es nun mit der Belgierin Magali Kempen zu tun.

Morderger-Schwestern mit Licht und Schatten

und Leid lagen bei den Morderger-Schwestern eng beisammen: Während Tayisiya mit 7:5, 7:5 gegen die Serbin Tamara Curovic den Einzug ins Hauptfeld schaffte, verpasste dieses Ziel ihre Schwester Yana, die der Französin Victoria Muntean mit 6:4, 4:6 8:10 unterlag. Muntean trifft nun in Runde eins auf die Kroatin Lea Boskovic. Ebenfalls ins Hauptturnier schafften es die beiden US-Amerikanerinnen Chiara Scholl, die die Australierin Alana Parnaby 6:3, 3:6, 10:3 schlug, und Vivian Wolff, die der Italienerin Verena Meliss mit 6:3, 3:6, 12:10 das Nachsehen gab. Wolff bekommt es nun mit Tayisiya Morderger zu tun; Scholl muss gegen die Kasachin Anna Danilina ran.

Lokalmatadorinnen sind schnell draußen

Auch in der Doppelkonkurrenz wurden die ersten Matches gespielt. Für die Hechinger Paarung Alessa Maier und Ira Vogelmann war das "Abenteuer Ladies Open" recht schnell beendet. In nur 49 Minuten verloren sie gegen die deutsch-amerikanische Paarung Ella Seidel/Savannah Broadus mit 2:6, 0:6 und waren danach schon etwas enttäuscht, dass alles so schnell vorüber war.