Manfred Kiefer aus Nagold war 22 Jahre lang Vorsitzender des Tennis-Bezirks Stuttgart/Böblingen/Calw. Nun tritt die Calwerin Martina Fischer, die bisher seine Stellvertreterin war, seine Nachfolge an.
Für den Tennis-Bezirk C (Stuttgart/Böblingen/Calw) ging im Bürgerhaus Maichingen eine Ära zu Ende: Nach 22 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit für den Bezirk und den WTB ist der langjährige Bezirksvorsitzende Manfred Kiefer aus Nagold mit viel Applaus und bewegenden Rückblicken in den Ehrenamtsruhestand verabschiedet worden. Als seine Nachfolgerin wurde seine bisherige Stellvertreterin Martina Fischer aus Calw mitsamt des geschlossen zur Wiederwahl angetretenen Bezirksvorstandes gewählt. Aktuelle Themen wie der geplante gemeinsame Spielbetrieb mit dem Badischen Tennisverband ab der Saison 2026 gerieten da fast zur Nebensache.
Beim Jubiläum fing alles an
Wie das war, als Kiefer seine Bezirkskarriere begann, hat in einer Videobotschaft sein Vorgänger Baldur Schön (Calw) nochmals für die rund 50 Vertreter aus etwas mehr als 20 der insgesamt 131 Vereine des Bezirkes rekapituliert. 2002 anlässlich der damaligen 50-Jahr-Feier des TC Nagold habe er Kiefer, damals Vorsitzender des TCN, angesprochen, war damals doch der Posten des Bezirkssportwartes vakant. Im Jahr darauf war Kiefer dann bereits gewählt, übernahm 2016 von Schön den Bezirksvorsitz – und Anti-Doping-Beauftragter im Württembergischen Tennisbund war er auch.
Von der Basis gekommen
Kiefer sagte bei seiner Verabschiedung: „Die Arbeit im Verein und im Verband hat mir immer Spaß gemacht, vor allem, wenn sie auch wertgeschätzt wurde. Eine meiner ersten Sitzungen in der Sportkommission befasste sich mit den Verträgen für Spielbälle der Verbandsrunde. Da ging es um richtig viel Geld für den WTB. Ich habe im Laufe der Jahre an sehr vielen Lösungen, Änderungen, Ergänzungen und Neuerungen mitgearbeitet, war in vielen Kommissionen und Arbeitsgruppen tätig und habe immer versucht, meine Erfahrungen und mein Wissen einzubringen. Ich war eben auch einer, der von der Basis gekommen war und die Anliegen der Vereine aus eigener Erfahrung kannte.“
Mit dem von einem ehemaligen langjährigen Geschäftsführer herbeigeführten und im Frühjahr 2021 aufgedeckten Finanzskandal, der juristisch aktuell noch immer nicht gänzlich aufgearbeitet ist, brach für Kiefer eine „heile Welt“ zusammen und war die Enttäuschung über Menschen groß, mit denen er eng zusammengearbeitet hatte.
Wieder zurückgekämpft
Den Bezirk C hielt Kiefer trotzdem weiter auf Kurs, auch nachdem ihn eine Corona-Erkrankung gesundheitlich für längere Zeit komplett aus der Bahn geworfen hatte. Dass sich Kiefer wieder zurückgekämpft hat, hat man ihm von allen Seiten stets hoch angerechnet.
WTB-Präsident Stefan Hofherr etwa hob Kiefers stets zielgerichtete und konstruktive, aber auch kritisch begleitende Arbeit ebenso hervor wie dessen sozialkompetentes Einfühlungsvermögen. „Ich fand es immer bereichernd, seinen Blick zu Diskussionspunkten zu haben, etwa als der WTB vor einigen Jahren sich mit seiner Strukturreform beschäftigt hat“, so Hofherr. Der Delegiertenversammlung des WTB will Hofherr Anfang Mai vorschlagen, dem zuletzt vor zwei Jahren mit der Goldenen Ehrennadel des Verbandes ausgezeichneten Kiefer zum WTB-Ehrenmitglied zu ernennen.
Kiefer selbst meinte: „Die Vereine lagen mir immer am Herzen und immer hatte ich sehr engagierte Kollegen.“ Diese überraschten ihn schließlich noch mit einem gemeinsam vorgetragenen Gedicht, in dem nicht nur Kiefers Freude am Tennissport zum Ausdruck gebracht wurde. Der TC Blau-Weiß Zuffenhausen, vertreten durch die Vorstandsmitglieder Tobias Steinberg und Claus-Peter Lander, überbrachte als die vergangenen Jahre beständiger Ausrichter der Seniorenbezirksmeisterschaften ein Weinpräsent.
Kontinuität versprochen
Als letzte Amtshandlung leitete Kiefer schließlich die Wahl seiner Nachfolgerin Martina Fischer und des mit ihr angetretenen Bezirksvorstandes, wie der Bezirksrat künftig im WTB-Sprech heißen wird. Zu ihrem Stellvertreter wurde Ralf Kaupp (Ammerbuch) bestimmt. Jürgen Döttling (Maichingen) versprach als „Ältestenrat“ Kontinuität in der Bezirksarbeit, ganz so, wie sich auch Kiefer überzeugt davon zeigte, dass der neue Bezirksvorstand weiterhin die Fahnen des Tennissports zum Wohle der Vereine hochhalten wird.