Für Mona Barthels war am Donnerstag in Runde zwei der Ladies Open Schluss. Foto: Kara

Bei den 25. boso Ladies Open des TC Hechingen diktierte am Donnerstag der Regen den Spielplan. Nach Schauern und Gewittern sind erst am späten Nachmittag einige Partien möglich. Die Favoritin Anna Bondar erreicht die nächste Runde; Mona Barthel scheidet nach einem Marathonmatch aus.

Mona Barthel hat im Tennissport schon sehr viel erlebt: Ihre erste Saison als Profi spielte sie 2008 und damit vor 16 Jahren. Auf der Tour hat sie über 850 Partien absolviert, elf Titel im Einzel gewonnen und stand vier Mal in der 3. Runde eines Grandslams. In dieser Woche nimmt sie an den Ladies Open in Hechingen teil und kommt durchaus mit Selbstvertrauen in die Zollernstadt.

 

„Der Körper muss mitspielen“

„Ich bin mit den vergangenen Wochen sehr zufrieden und habe auch in Prag ein gutes Turnier gespielt“, so die 34-Jährige im Gespräch mit unserer Redaktion. Wichtig für Barthel: Der Körper muss mitspielen. Vor zwei Jahren hatte sie mit hartnäckigen Rückenproblemen zu kämpfen und rutschte in der Weltrangliste folgerichtig weit ab. Mittlerweile ist sie wieder in den Top 200 (193) – im März 2013 war sie einst auf Platz 23. „Wenn der Körper mitmacht und ich auf diesem Level noch mithalten kann, möchte ich auch noch weiterspielen“, so Barthel.

Bad Segebergerin ist schon lange in Hechingen dabei

Sie war bereits in Hechingen am Start, als das Turnier noch mit 25 000 Euro Preisgeld ausgetragen wurde. „So ein Turnier ist schon gut. Bei den Frauen hat man in diesem Bereich generell weniger Auswahl als bei den Herren“, berichtet Barthel. Als nächstes wird sie nach Hamburg reisen und anschließend die Qualifikation für die US-Open bestreiten. Vorher stehen aber die Ladies Open im Vordergrund.

Runde eins in zwei Sätzen gemeistert

In Runde eins ging es gegen die Australierin Petra Hule. Nach gutem Start musste Barthel in den 3. Satz und lag dort plötzlich 0:3 hinten. Mit all ihrer Erfahrung drehte sie die Partie aber noch zu ihren Gunsten und siegte nach 2:05 Stunden.

Barthel im ersten Satz souverän

Am Donnerstag wartete dann die Russin Marina Melnikova. Doch aufgrund von starkem Regen wurde die für 14.30 Uhr angesetzte Partie wurde um zwei Stunden verschoben, ehe sich Barthel und Melnikova auf dem Platz gegenüberstehen konnten. Im ersten Satz ließ Barthel nicht viel anbrennen: nach einer zwischenzeitlichen 3:0-Führung schlug sie ihre russische Kontrahentin mit 6:2.

Durchgang zwei geht an die Gegnerin

Im zweiten Satz zeichnete sich zunächst ein anderes Bild ab: Melnikova ging mit 2:0 in Führung und baute ihren Vorsprung zwischenzeitlich auf 5:1 aus und hatte sogar mehrere Satzbälle. Barthels bewies allerdings Moral und gute Comeback-Qualitäten: Mit vier Spielgewinnen in Folge kam sie zum 5:5-Ausgleich. In einer spannenden Schlussphase musste Norddeutsche allerdings erneut ihren Aufschlag abgeben, während Melnikova ihren Service zum 7:5-Satzgewinn durchbrachte.

Break-Festival im dritten Satz

Der dritte Satz startete mit einem Spielverlust Barthels, dem Melnikova das 2:0. Aber die 34-Jährige aus Bad Segeberg verkürzte auf 1:2 und ließ mit einem Re-Break das 2:2. Kurios war, was sich danach abspielte: beide Spielerinnen schafften es nicht, ihren eigenen Aufschlag durchzubringen. Bis zum 5:6 aus der Sicht von Barthels: Melnikova erspielte sich nach 2:24 Stunden Matchbälle und verwandelte den ersten zum 6:4-Erfolg. Auch für Emily Seibold war nach dem 2:6, 3:6 gegen die Russin Ekaterina Makarova Schluss.

Middendorf und Akugue erreichen nächste Runde

Besser lief es für die anderen deutschen Spielerinnen. Julia Middendorf gab der Belgierin Alison Van Uylank mit 6:3, 6:3, das Nachsehen. Noma Noha Akugue, die Ladies Open-Finalistin von 2022, ließ der Siegerin von 2018, der Georgierin Ekaterine Gorgodze mit 6:4, 6:1 keine Chance. Deutlich mehr Mühe hatte die nach dem frühen Ausscheiden der topgesetzten Brenda Fruhvirtova große Favoritin, die an Nummer zwei gesetzte Ungarin Anna Bondar: Gegen die Belgierin Hanne Vandewinckel brauchte sie beim 2:6, 6:3. 6:3 drei Sätze zum Sieg.