Sechs Verkehrstote und 363 Unfälle mit Verletzten gab es 2024 im Kreis Rottweil. Häufigste Ursache? Laut Polizei die Geschwindigkeit. Radarkontrollen sollen die Fallzahlen senken.
Die Blitzer des Landkreises sind häufig im Einsatz: An 245 Tagen wurde im vergangenen Jahr an verschiedenen Messstellen die Geschwindigkeit überwacht. Das Langzeitziel ist, die Zahl der Unfälle mit nicht angepasster Geschwindigkeit zu reduzieren. Ob man sich da im Kreis Rottweil in die richtige Richtung bewegt, zeigt die Bilanz 2024.
3436 Unfälle haben sich 2024 im Kreis Rottweil ereignet – 4,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Während die Anzahl der Unfälle mit Personenschaden um 4,5 Prozent abgenommen hat, gab es statt vier Verkehrstoten im Vorjahr 2024 nun sechs, heißt es in der Bilanz, die dem Kreisverwaltungsausschuss vorgelegt wurde.
Mobile Blitzer
Im Kreis Rottweil wurden mit rund 511 000 Fahrzeugen etwa 82 000 mehr als im Vorjahr gemessen. Etwa 1,8 Prozent (rund 9100 Fahrer) waren zu schnell unterwegs. 2023 lag die Beanstandungsquote bei gerundet 1,9 Prozent, 2022 bei 3,2 Prozent.
Etwas mehr als 64 Prozent waren bis zu zehn Kilometer pro Stunde schneller als erlaubt, mehr als 30 Prozent waren bis zu 20 Kilometer pro Stunde zu schnell. „Spitzenreiter“ im negativen Sinne waren 0,04 Prozent, die zwischen 51 und 60 Kilometern pro Stunde zu schnell fuhren.
Kosten und Einnahmen
Für die mobile Überwachung fielen Kosten in Höhe von rund 339 000 Euro an, davon 156 300 Euro Personalkosten. Eingenommen wurden laut Landratsamt rund 328 100 Euro. Pro Fall sei ein durchschnittliches Verwarnungs- oder Bußgeld von 36,08 Euro festgesetzt worden.
Die höheren Einnahmen gegenüber 2023 (da waren es 305 000 Euro) begründet das Landratsamt mit der Beschaffung des neuen Blitzer-Anhängers im November 2024 (Kosten: rund 265 300 Euro). Sein Einsatz habe sich bei den Verstößen und damit auch den Einnahmen bemerkbar gemacht.
Stationäre Blitzer
Stationär gemessen wird die Geschwindigkeit im Kreis Rottweil an sieben Standorten mittels Messschleifentechnik (Epfendorf, Beffendorf, Sulz, Fischingen, Hopfau, Wellendingen und Schenkenzell), wobei die Anlagen in Fischingen und Schenkenzell im August 2024 durch Laseranlagen, die in beide Richtungen blitzen, ersetzt wurden.
Mittels Laseranlage gemessen wird damit nun an elf Standorten (Lauffen, Talhausen, Fluorn-Winzeln, Bochingen, Fischingen, Schenkenzell, Hinterlehengericht, Vorderlehengericht, Aichhalden, Seedorf und Mariazell).
Bei insgesamt mehr als fünf Millionen durch stationäre Radaranlagen gemessenen Fahrzeugen gab es rund 26 700, die zu schnell unterwegs waren (etwa 0,5 Prozent, Vorjahr: 0,4 Prozent). Für den Landkreis fielen Kosten in Höhe von rund 305 600 Euro an, davon rund 136 000 Euro an Personalausgaben, bei rund 815 600 Euro an Einnahmen durch Verwarnungs- und Bußgelder.
2023 wurden rund 973 000 Euro an Verwarnungs- und Bußgeldern (stationäre Blitzer) eingenommen. Dass die Zahlen rückläufig seien, liege daran, dass die Standorte der stationären Anlagen vielen Verkehrsteilnehmern bekannt seien, argumentiert das Landratsamt. 2023 hatte es zudem viele Verstöße wegen an mehreren Standorten neu eingerichteter Tempo-30-Bereiche gegeben. Nachdem sich die Verkehrsteilnehmer daran gewöhnt haben, gehen die Zahlen nun wieder zurück, so die Vermutung der Verwaltung.
Blitzer-Anhänger am effektivsten
Ihr Fazit für 2024 fällt eindeutig aus: „Die Geschwindigkeitsüberwachung im Landkreis Rottweil hat sich bewährt“. Sie leiste einen Beitrag zur Verkehrssicherheit, heißt es in der Sitzungsvorlage. Gefahrenschwerpunkte würden durch stationäre Blitzer entschärft, und die mobile Überwachung diszipliniere die Fahrer auf belasteten Strecken, heißt es weiter.
Der Enforcement-Trailer (Blitzer-Anhänger) sei besonders wirkungsvoll. Er werde jeweils dienstags für sechs Tage an wechselnden Standorten aufgebaut. Somit trete kein Gewöhnungseffekt bei den Verkehrsteilnehmern ein.
Verstöße mit besonders hohen Geschwindigkeiten zeigen sich wohl vor allem in den frühen Morgenstunden und am späten Abend beziehungsweise nachts, „da die Verkehrsteilnehmer zu diesen Zeiten nicht mit einer Geschwindigkeitsmessung rechnen“.