Der Lörracher Hauptausschuss stimmt außerplanmäßigen Ausgaben von 155 000 Euro zu. Die Blitzer-Neuanschaffung rechnet sich.
Für insgesamt 280 000 Euro will die Stadt bei der Verkehrsüberwachung technisch deutlich aufrüsten. Noch befindet sich an der Wiesentalstraße eine schon im November 2023 außer Betrieb genommene stationäre Geschwindigkeitsüberwachungsanlage. Wegen der alten Technik war keine Wartung der Anlage mehr möglich, außerdem konnte ohne manuelle Neuausrichtung eine Kontrolle nur einer Fahrbahn erfolgen.
Ebenfalls nicht geblitzt wird seit Mitte vergangenen Jahres an der Freiburger Straße, wo eine stationäre Rotlichtüberwachungsanlage steht. Diese blitzte fehlerhaft und auch nur Rotlicht- keine Tempoverstöße, auch die Bodensensorik müsste ausgetauscht werden.
Bei beiden Anlagen kann mit einer neuen Technik auf die Bodensensorik verzichtet werden. „Durch die laserbasierte Überwachung muss in der Fahrbahn keine Bodensensorik mehr verbaut werden und die Straße muss aufgrund der Tiefbauarbeiten nicht gesperrt werden“, führte Maikel Geitz vom Fachbereich Bürgerservice und öffentliche Sicherheit für den Hauptausschuss aus.
Die Bodensensorik ist anfällig
Auch eine in regelmäßigen Abständen zu wiederholende Erneuerung der Bodensensorik entfalle. Bei Straßen wie der Freiburger Straße mit Gefälle komme dies alle zwei bis drei Jahre ansonsten vor. „Daher wäre es wirtschaftlich sinnvoll, dass Anlagen mit laserbasierten Messverfahren installiert werden, um künftige regelmäßig wiederkehrende Kosten zu vermeiden.“ Dafür kosten die Laser-Geräte auch mehr, was sich aber langfristig rechne. Die angemeldeten beziehungsweise bereitgestellten Mittel beliefen sich nur auf 125 000 Euro, was zu einer Differenz von 155 000 Euro führt.
Zu viele Tempo-Verstöße
Mit einem Smiley-Gerät an der Freiburger Straße in Höhe der Bushaltestelle wurde außerdem festgestellt, dass hier viele Autos zu schnell unterwegs sind – daher ein Tempo-Blitzer mit integriert werden sollte. Insgesamt 43 541 Geschwindigkeitsübertretungen innerhalb einer Woche standen unterm Strich. Daher beschrieb OB Jörg Lutz die Anschaffungen „rein aus Gründen der Verkehrssicherheit“.
Die hohe Zahl an Tempo-Überschreitungen seien „deutlich zu viel“, befand auch Grünen-Fraktionschef Fritz Böhler. Mit Überwachungsmaßnahmen müsse auf die Situation geantwortet werden.
Die Sinnhaftigkeit der Neuanschaffung sieht auch Oliver Wenk (CDU). Es gebe eine „Masse an Überschreitungen“. Eigentlich kein Freund von stationären Blitzern ist Günter Schlecht (SPD). Angesichts der hohen Zahl an Überschreitungen stimme aber auch er zu.
Sicherheit gefährdet?
„Keine Veranlassung aus verkehrstechnischen Gründen“ zu handeln, sieht Jörg Müller (FW). Früher sei im Tumringer Ortskern auf der Freiburger Straße auch Tempo 50 erlaubt gewesen. Sicherheitsgründe sehe er nicht. Einen Mehrwert für die Tumringer erkennt hingegen Thomas Böhringer (SPD), da ansonsten ein lebenswertes Wohnen dort weniger möglich sei. Bei zwei Gegenstimmen von Müller und Eugen Neumann (AfD) wurde der teureren Neuanschaffung zugestimmt, die nicht mehr vom Gemeinderat abgesegnet werden muss.