Plötzlich hängen die Schilder: Fast im gesamten Villinger Innenring gilt seit Mittwoch Tempo 30. Weil die Verwaltung nicht darüber informiert hatte, zeigten sich viele Autofahrer überrascht.
„Seit wann ist hier denn überall Tempo 30?“ Am Mittwoch mussten Autofahrer plötzlich im gesamten Innenring auf die Bremse drücken. Denn am Mittag rückte ein Trupp der Technischen Dienste der Stadt VS (TDVS) an und montierte zahlreiche Schilder, die den Verkehr rund um die Ringanlage zukünftig ausbremsen werden.
Die Tempo-30-Zone beginnt ab sofort im Kaiserring. Angesichts des Parkplatzsuchverkehrs und des dann folgenden Zebrastreifens war bislang aber ohnehin selten eine freie Fahrt möglich. Zumindest tagsüber.
Die nächste Änderung wird im Klosterring an der dortigen Schule sichtbar. Hier stand das Schild mit der großen 30 zwar schon, allerdings war dort in der Vergangenheit die Geschwindigkeitsreduzierung zeitlich beschränkt. So musste man lediglich von Montag bis Freitag zwischen 6 und 19 Uhr vom Gas runter. Nun herrscht dort rund um die Uhr und auch am Wochenende Tempo 30.
Tempo 30 bis zum Gymnasium am Romäusring
Das gleiche gilt für den Abschnitt am Kindergarten im Benediktinerring. Die Zusatzschilder fehlen, die Einschränkung gilt nun Tag und Nacht. Auch zwischen den beiden ursprünglichen Tempo-30-Abschnitten ist ab sofort die neue Geschwindigkeit angesagt. Fortgeführt wird die neue Verkehrsführung bis zum Gymnasium am Romäusring.
Aber warum eigentlich? Hintergrund der Maßnahme ist ein Antrag der CDU-Fraktion im Mai. Diese hatte vorgeschlagen, im gesamten Innenring die Geschwindigkeit einheitlich zu gestalten und den Verkehr auszubremsen. Der Fraktionsvorsitzende Dirk Sautter erklärte damals: „Vorrangiges Ziel ist, eine homogene, zusammenhängende Tempo-30-Zone zu erreichen.“
Stadt informiert nicht über Änderung
Möglich macht dies übrigens eine Gesetzesänderung, die den Kommunen eine leichtere Handhabe bei der Umsetzung solcher Zonen ermöglicht. Um den Flickenteppich im Innenring zu beenden, hat die Stadt nun wohl diese Möglichkeit genutzt.
Dass dem Antrag der CDU tatsächlich stattgegeben wurde, war vor rund einem Monat im Gemeinderat verkündet worden. Damals war der Zeitpunkt der Umsetzung noch offen. Und auch jetzt informierte die Stadt nicht proaktiv über diese nicht unwesentliche Änderung. Selbst auf Anfrage unserer Redaktion äußerte man sich bisher nicht.