An dieser Stelle wäre ein Schwenninger Bürger schon mit Tempo 50 zufrieden. Kann der Anlieger in der Werenwager Straße bei der früheren Tankstelle mit seinem selbst angefertigten Plakat den Verkehr am Ortsausgang beruhigen? Foto: Koch

Bürgerfragestunde im Schwenninger Gemeinderat: Die Bürger wollen mehr Tempo 30 und weniger verlorenes Wasser.

Schwenningen/Heuberg - Selten ist der Tagesordnungspunkt "Bürger fragen" zu Beginn einer Gemeinderatssitzung so stark frequentiert worden wie in der jüngsten Sitzung. 30 Minuten lang dauerte dieser Tagesordnungspunkt, der in früheren Sitzungen meist in wenigen Minuten abgehakt gewesen ist.

 

Tempo 30 ist erwünscht

Ein Bürger aus der Straße Am Horn sowie ein Bürger der Bergstraße wünschten, dass in ihren Straßen eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 erlassen wird. Der Bürger aus der Straße Am Horn verlangt eine Ausweitung der Einschränkung auf Tempo 30 für das gesamte Baugebiet Horn. Er erklärte, dass, seit er dort sein Haus errichtet habe, stets zu schnell gefahren werde. Bis heute gilt dort Tempo 50. "Wenn die Verkehrsteilnehmer dieses Tempo einhalten würden, wäre ich schon zufrieden", betonte er im Gemeinderat.

Bürgermeisterin Roswitha Beck will diesbezüglich mit dem Landratsamt Sigmaringen Kontakt aufnehmen. Gemeinderätin Erika Veit-Straub hält nichts von einem Schilderwald und fragte: "Warum müssen noch mehr Schilder aufgestellt werden?" Ein anderer Anlieger, wohnhaft am Ortseingang von Irndorf her kommend – er war nicht in der Bürgerfragestunde –, fällt seit Wochen dadurch auf, dass er Kinderdreiräder und Bobbycars beidseitig direkt neben der Werenwager Straße aufstellt, um so die Verkehrsteilnehmer zu bewegen zu bremsen. Kürzlich wurde in diesem Straßenbereich auch seitens des Landratsamtes geblitzt. Neuerdings erinnert der Vater eines Kleinkindes die Verkehrsteilnehmer mit einem eigens hergestellten Plakat an "Bitte maximal Tempo 50 bei Tag und Nacht". Der Bürger erklärte in einem Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten, er hätte gerne einen stationären Blitzer bei sich installiert. Aber das sei bisher leider noch nicht genehmigt.

Kritik am hohen Wasserpreis

Zweites Thema der Bürgerfragestunde war der stark angestiegene Preis fürs Wasser. Der Anlieger vom Baugebiet Horn kann sich als Wasserkunde nicht vorstellen, warum die Kommune ab 2023 einen Aufschlag von mehr als 40 Prozent verlange, konkret 4,09 Euro. Hinzu komme noch der Abwasserpreis. "Unser Wasserpreis ist in Europa einmalig", sagte der Rentner. Er wollte von der Gemeinde die Information, was konkret gegen die hohen Wasserverluste – fast 50 Prozent – unternommen werde. Auch die beiden weiteren Fragesteller äußerten sich zu dieser Thematik. Das marode Wasserleitungsnetz ist der Gemeindeverwaltung und dem Gemeinderat bekannt. Bürgermeisterin Roswitha Beck berichtete von der Kalkulation des Fachbüros in Tübingen, die Grundlage für die Kostenerrechnung sei. Man habe festgestellt, dass es sich bei den Rohrbrüchen oft um marode Wasserleitungsrohre aus den 1970er-Jahren handle, die gerne Längsrisse hätten. Den Wasserverbrauch überwache die Gemeinde täglich, und bei Verdacht werde die Suche nach Rohrbrüchen intensiviert. Ratsherr Vinzenz Greber erklärte den drei Bürgern, dass immer dann, wenn ein Straßenzug saniert werde, auch die Wasserleitung neu verlegt und die Hausanschlüsse erneuert würden. Die Gemeinde muss in den nächsten Jahren Zug um Zug die Wasserleitungen erneuern im Zusammenhang mit den Straßensanierungen. Dadurch würden aber weitere Kosten auf die Bürger zukommen, stellte die Bürgermeisterin fest.