Unser Leser Hanjo Bolanz aus Seelbach kritisiert die Stadt Lahr: Statt Tempo 30 auf der B 415 einzuführen hätte man in den vergangenen Jahrzehnten andere Möglichkeiten nutzen sollen.
Was bringt Tempo 30 anstatt 40 auf der B 415 von Lahr nach Reichenbach? Bei der Analyse kommt man relativ schnell auf die allgemeine Verkehrspolitik der Stadt Lahr zu sprechen – und diese scheint dem hohen und leider steigenden Verkehrsaufkommen bei Weitem nicht Rechnung zu tragen.
Von der A 5 kommend beginnt das Verkehrsfiasko spätestens bei der Ampel am Nestler-Carré. Durch die Ein- und Ausfahrt am Rewe in der Tiergartenstraße und durch die Ampel am Werderplatz wird nicht nur zu Stoßzeiten der Verkehr deutlich ausgebremst; Stopp an Go sind die Folge. Weiter in Richtung Osten wird der Verkehrsfluss dann durch nicht synchronisierte Ampelschaltungen vor allem am Doler Platz und der Stiftskirche deutlich behindert. Weiter ausgebremst wird, je nach Tageszeit, der Verkehr auch durch Linksabbieger zum Beispiel in die Altfelixstraße, in der bekannterweise die Geroldsecker Schule ist. Viele Eltern wählen diesen Weg um ihre Kinder in die Schule zu bringen oder abzuholen. Weiter sorgen Busse durch nicht mehr existierende Haltebuchten in Kuhbach und Reichenbach, für Stopp an Go.
Neue Wohngebiete wie auf dem Kasernenareal, dem Hohberg- beziehungsweise AKAD-Areal, oder dem Altenberg-Park bringen unweigerlich mehr Fahrzeuge und damit mehr Verkehr. Die Infrastruktur bleibt aber, die Situation verschärft sich.
Man muss es sich inzwischen gut überlegen wenn man im Schuttertal wohnt, ob man nicht besser zum Einkaufen den Weg über den Schönberg nach Offenburg wählt. Unter den bestehenden Bedingungen ist Lahr leider keine gute Einkaufsoption mehr.
Der Zeitverlust durch das neue Tempolimit ist wahrscheinlich nicht entscheidend. Ein verbesserter kontinuierlicher Verkehrsfluss wäre deutlich sinnvoller und würde tatsächlich eine Stress-, Lärm und Emissionsreduktion mit sich bringen. Und hier hätte die Stadt Lahr tatsächlich Möglichkeiten etwas zu verändern.
Bereits in den 1980er-Jahren gab es Planungen hinsichtlich einer Schutterparallele. Ob diese Idee damals sinnvoll war sei dahingestellt. Sie zeigt aber deutlich: Schon vor mehr als 40 Jahren war der sich verdichtende Verkehr und die Anwohnerbelastung ein beträchtliches Thema. Getan hat sich seither allerdings wenig außer, dass der Verkehr deutlich zugenommen hat, leider aber auch die Ideen- und Innovationslosigkeit der Stadtverwaltung Lahr.
Hanjo Bolanz, Seelbach
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