Wissenschaftliche Begleitung des Bürgerentscheids zum Ackerloch. Repräsentative telefonische Befragung.
Die Universität Heidelberg begleitet den Bürgerentscheid zum Ackerloch in Unterkirnach in einer Studie als repräsentative telefonische Befragung. Studenten der Universität haben am Dienstag unter Leitung von Edgar Wunder mit den Telefoninterviews begonnen. Wie es bei der Aktion um den Datenschutz steht, lesen Sie in unserem (SB+)Artikel.
Unterkirnach - Edgar Wunder vom Landesvorstand des Vereins "Mehr Demokratie" in Baden-Württemberg erläuterte auf Anfrage die Begleitstudie.
Einziger Bürgerentscheid im Südwesten
Diese Studie sei die vierte, die es in Deutschland zu einem Bürgerentscheid gebe, für ihn sei es die zweite begleitende Studie, die er durchführe. Dieser Bürgerentscheid sei der einzige in Baden-Württemberg im Dezember/Januar, berichtet er.
Er habe Bürgermeister Andreas Braun kontaktiert und ihn gebeten, die Information zur Studie an die Interessengemeinschaft Ackerloch weiterzuleiten, so Wunder.
Auf die Frage, wie die Studenten die telefonische Befragung vornehmen, antwortet er: "Personen in Unterkirnach werden nach dem Zufallsprinzip im Telefonbuch ausgesucht. Reine Firmen werden nicht angerufen, aber zum Beispiel Firmen, bei denen ein Privatname aufgeführt ist." Er hoffe auf 100 Bürger und mehr, die sich an der Umfrage beteiligen, so Wunder.
Die Personen am Telefon würden gefragt, ob sie für oder gegen die Änderung der Ackerlochfläche von einer landwirtschaftlichen in eine touristisch genutzte Fläche und damit auch für eine Bebauung mit "Mini-Houses" sind. Zudem würde auch nach den Gründen der jeweiligen Entscheidung gefragt, so Wunder. Man wolle zum Beispiel wissen, wie lange der Befragte schon in Unterkirnach lebe, auch das Alter sei von Interesse für die Studie. Auf das Ziel dieser begleitenden Studie befragt antwortet Wunder: "Wir wollen erfahren, wie welche Teilgruppen abstimmen."
Es gibt auch Kritiker
Doch in Unterkinach wird auch Kritik laut. Aufgebrachte Bürger sorgen sich um die Gewährleistung des Datenschutzes. "Wir wollen nicht, dass die Liste mit den Namen der Personen und ihrer Aussage, wie sie wählen werden, im Rathaus landet", versichert Wunder: "Den Personen, die an der Befragung teilnehmen, wird erklärt, dass der Datenschutz gewährleistet ist."
Auf die Frage, wie der Datenschutz genau gewährleistet werde, erklärt Wunder, es gebe eine Liste von Telefonnummern und eine Liste mit den Fragen. Alle Antworten der angerufenen Personen würden in einer Datei gespeichert, ohne Name und ohne Telefonnummer, versichert er. Dieses Prozedere sei ein Standardverfahren wie bei jeder Befragung, unterstreicht er. Es werde im Laufe der Befragung auch keine Prognose an die Befürworter oder Gegner abgegeben, so Wunder.
Die Befragung werde bis zum 12. Dezember erledigt, am Sonntagvormittag würden die Daten ausgewertet. "Am Mittag habe ich dann die Prognose, wie der Bürgerentscheid ausgeht, aber auch diese Prognose erfährt niemand vorab." Erst nach der Wahl, um 18.30 Uhr werde er seine Analyse mitteilen, schließt er.