Trotz Wolkenbrüchen, Dauerregen und ohne jeden Lichtblick: Die erste Lahrer Automobilschau auf dem Lahrer Rathausplatz am Samstag ist – so der Tenor der Aussteller – ein guter Anfang gewesen, auf dem für die Zukunft aufgebaut werden kann.
Bevor der Dauerregen in Nieseln übergegangen ist, saßen einige der Oldtimerfreunde auf dem Rathausplatz an der Bushaltestelle unter dem Plexiglasdach und warteten auf Wetterbesserung. Andreas Kern, der einen MG, Baujahr 1953, auf dem Platz der Senior unter allen Fahrzeugen, restauriert hatte, packte die Sache pragmatisch an. In England würde man diese Art Wetter als „liquid Sunshine“ (auf Deutsch: flüssigen Sonnenschein) bezeichnen.
Der MG, den er „als Schrott“ erworben hat und in etwa 17 Jahren – „allerdings mit Unterbrechungen“ – restauriert hat, sei auch bei dem Wetter fahrbar. Der Oldtimer hat allerdings ein Design – vor allem bei den Kotflügeln und den offenen Seiten – das eher an die 1930er Jahre, denn an das echte Baujahr erinnert. Es würde für den Fall – Wetter wie am Samstag – Steckscheiben geben. Allerdings, da waren sich alle Oldtimerfreunde sicher, würden sie ihre Fahrzeuge bei diesem Wetter eigentlich nicht aus der Garage holen. Die Beteiligung an der Ausstellung war also die Ausnahme von der Regel. Die Oldtimerfreunde nutzen ihre Schmuckstücke aber noch regelmäßig. Dafür hatte Kern dieses Motto parat: „Artgerechte Haltung heißt Fahren.“
Der Andrang bei der Hopsburg und Kettcarrennen war bescheiden, was wiederum am Wetter lag. Ein Mädchen bemerkt nur lapidar. „Die ist ja auch nass.“ Dafür war der Rennsimulator am Mittag bei Nieselregen wieder offen. Die direkte Lenkung in dem umgebauten ehemaligen Renncockpit entsprach der von echten Rennautos. Daher war der Rundkurs – unabhängig von Alter oder ob die „Rennfahrer“ nun einen Führerschein hatten oder nicht – eine echte Herausforderung. Die virtuellen Absperrungen waren viel zu schnell, viel zu nah. Und ein Rückwärtsgang ist bei Rennwagen dieser Art nicht erforderlich. Zum Glück gab es in diesem Fall einen Resetknopf am Rennlenker.
Auftakt wird überwiegend positiv bewertet
Auch wenn das Wetter für eine Open-Air-Veranstaltung miserabel gewesen ist: Der Auftakt der ersten Lahrer Automobil-Ausstellung ist insgesamt positiv bewertet worden. Gleich um zehn Uhr waren der Rathausplatz und der Innenhof des Rathauses II sehr belebt. Nur: Der erste Optimismus war nach 40 Minuten zu Ende. Die Wetterfrösche hatten recht behalten: Ein Wolkenbruch und kräftiger Dauerregen bis gegen 14 Uhr vertrieb die, die bereits da waren und hielt andere ab, sich die Schau, organisiert von der Werbegemeinschaft, anzusehen. Umgekehrt waren sowohl der weitläufige Platz als auch der Innenhof schnell wieder belebt, als der Regen in leichtes Nieseln überging. Auffallend war, dass viele junge Besucher am Mittag hier waren.
Sascha Walter vom Autohaus von der Weppen in Friesenheim sprach auf Nachfrage von einem „coolen Event“, das zudem „gut gemacht ist“. Bei der Zusammenarbeit der vier Autohändler und dem Oldtimerclub Ortenau habe alles gepasst. Das klang an anderer Stelle ähnlich: „Bei besserem Wetter kann das erfolgreich werden.“ Der Meinung ist Pedro Müller von Autohaus Baral gewesen. Diese neue Autoschau – als Nachfolger der Mobilparty – an einem zentralen Ort zu machen, wäre besser. Das ist der Tenor bei allen Befragten, darunter auch der von vielen Besuchern.
Der Innenhof des Rathausplatzes war – Wetter hin oder her – genauso gut oder schlecht besucht wie der Rathausplatz. Das lag zum einen an der Band „Yellow Mellow Dixie Fellows“ und an der Tatsache, dass etliche der Foodtrucks hier ihren Platz hatten. Daher waren auch hier die Aussteller, die Band und die, welche an den Ständen Essen oder Kaffee und Kuchen anboten, mit der Resonanz – unter denselben Vorbehalten – zufrieden.
Das gab es zu sehen
An der ersten Lahrer Automobil-Ausstellung waren Suzuki Baral (Kuhbach) Graf Hardenberg(Lahr), die TRI-AG (Kippenheim) und das Autohaus von der Weppen (Friesenheim) mit Neufahrzeugen aller Art beteiligt. Der Oldtimerclub Ortenau zeigte bei der Schau zehn liebevoll restaurierte Automobile, darunter einen Daimler vom Ende der 1950er-Jahre, einen Porsche der ersten Generation und den im Text erwähnten MG aus England.